Matthews
und Aruulas Flug mit dem Drachengleiter durch die Alpen endet abrupt
durch ein Luftloch. Kaum hat Matt sich vom Absturz erholt, sieht er
sich gefährlichen Raubtieren gegenüber, während Aruula
durch den Sturz bewußtlos ist. Beistand bei seinem Kampf gegen
die pantherähnlichen Lupa leisten ihm Fischer, die seit Tagen
auf der Jagd nach den Raubtieren sind.
Das Dorf der Fischer ist in der Nähe, und sie bieten Matt und
Aruula Gastfreundschaft an. Besonders der Häuptling, Rarok,
kümmert sich um die verletzte Aruula.
Bei aller Freundlichkeit kommt Aruula rasch der Verdacht, daß
Rarok und seine Familie ein Geheimnis hüten. Offensichtlich ist
Raroks Tochter Anaka, die von Fradak umworben wird, darin
verwickelt.
Als Fradak sodann versucht, Anaka nächtens aus dem Haus ihrer
Eltern zu entführen, fordert Matt Aufklärung. Er
erfährt, daß in dem See, der die Fischerdörfer
ernährt, der dunkle Gott Lemarr lebt. Früher hat Lemarr
wahllos die Fischer angegriffen, bis die Priester und die
Dorfbewohner einen Pakt mit ihm schlossen: Aus jedem Dorf wird reihum
eine Auserwählte als Opfer bestimmt - in diesem Fall Anaka. Matt
empört sich gegen die Opferungen, kann als Fremder jedoch nicht
viel ausrichten. Später in der Nacht beobachten Matt und Aruula,
wie Anaka abgeholt wird. Gezwungenermaßen unterstützen sie
Fradak und seine Gang und folgen ihnen zum Opferplatz.
Dort ist schon alles vorbereitet, und Anaka wartet auf Lemarr, der
auch bald erscheint - eine Art Kreuzung zwischen einer Echse und
einem Dinosaurier. Matt gelingt es zwar, Anaka zu befreien, doch
Lemarr kann nur vertrieben, nicht aber besiegt werden. Da Lemarr in
den Augen der Fischer seinen Gottstatus verloren hat, wächst die
Opposition gegen ihn. Matt stellt Lemarr eine Falle. Mit
selbstgebauten Bomben soll der ehemalige Gott vernichtet werden. Doch
er kann erneut entkommen.
Während des unfreiwilligen Tauchgangs, den Lemarr Matt beschert
hat, hat er merkwürdige Kugeln am Grund des Sees gesehen.
Zusammen mit seiner Aruula - nach dem Umbau einer alten Kirchglocke
zur Taucherkapsel - taucht er zum Grund hinunter und entdeckt eine
funktionsfähige Forschungsstation. In den Unterlagen findet er
Hinweise darauf, daß hier einst Genexperimente betrieben worden
sind. Offensichtlich ist Lemarr ein Ergebnis dieser Experimente. Noch
während Matt und Aruula die Station erforschen, führt
Lemarr wieder einen Angriff aus. Dabei bleibt er mit der Schnauze in
einer Lücke stecken und kann von den Fischern und Matt aufs Ufer
gezogen werden, wo sein Körper verbrannt und endgültig
vernichtet wird.
Mein ehemaliger Deutschlehrer hat mal gesagt: "Eine Geschichte soll
eine Handlung haben, die möglichst auf einen Höhepunkt
zuläuft." Würde man diese Figur aufzeichnen, hätte man
eine Art Dreieck. Dieser Roman hat zwar einen Anfang, aber einen
Höhepunkt konnte ich nicht entdecken. Das Ergebnis dieser
Zeichnung wäre eine flache, monotone Linie.
Die Handlung selbst ist soweit in Ordnung. Zwar nicht besonders
originell, aber man kann sie lesen. Logikfehler habe ich keine
entdeckt, aber für sowas ist ja Winy der Experte. ;-) Allerdings
- wie lange dauert es wohl, bis Urin in der Sonne verdunstet ist?
(* Menschlicher Urin? Da dieser (für gewöhnlich...)
dünnflüssig ist, kann man wohl eine ähnliche
Verdunstungszeit wie bei ganz gewöhnlichem Wasser annehmen.
Wärme und Luftbewegung verringern die Verdunstungszeit. Kommt
auch drauf an, wie durchlässig der Untergrund ist: Ein Kies-
oder Sandboden wird, im Gegensatz zu einer Felsplatte oder einer
dicken Lehmschicht, nicht sehr lange besonders viel Flüssigkeit
zum Verdunsten an der Oberfläche lassen... Heike) Und ob ein
Kernkraftgenerator nach annähernd 500 Jahren noch funktioniert -
hmm, da ich kein Naturwissenschaftler bin, weiß ich das nicht.
Obwohl, das Ganze spielt ja in der Zukunft, und bis 2012 haben wir
sicherlich solche haltbaren Dinger erfunden. ;-)
Brian Frosts Roman hat zwei Schwächen: Seinen Stil und seine
Art, die Geschichte aufzubauen. Er bemüht sich redlich, dem
Leser so viele Informationen wie möglich zu geben -
übersieht dabei aber, daß ein Zuviel an Information den
Leser daran hindert, sich in den Roman zu vertiefen.
Lesevergnügen stellt sich so nicht ein. Zudem sollte der Autor
auch mal öfter seinen Satzbau ändern. Diese monotone
Gleichförmigkeit erzeugt beim Lesen ein mentales Gähnen.
Und es gibt keinen Höhepunkt. Jedenfalls keinen, den ich
entdeckt habe, da die einzelnen Szenen sehr schematisch nacheinander
ablaufen. Spannung kommt so gar nicht erst auf.
Zweitens: Da ist die Handlungsebene um Lemarr auf der einen Seite,
und fast gleichzeitig bekommt man gegen Ende noch die Szenen mit der
unterseeischen Station geboten. Sie erklären zwar, was Lemarr
denn nun eigentlich ist und woher er kommt - doch warum hat man diese
nicht vorgezogen? Warum hat man sie nicht besser in den Roman
integriert? Am Ende wirken sie reichlich deplaziert.
Fazit:
Ein sehr, sehr durchschnittlicher Maddrax-Roman, dem Atmosphäre
und der Sense of Wonder leider fehlen.
6 Punkte
|
Tja, auch der zweite Roman von Brian Frost für diese
Serie erweist sich nicht gerade als Highlight derselben. |