Man
mußte lange auf den zweiten Band der Fan-Edition warten.
Eigentlich war ja eine zweimonatliche (?) Erscheinungsweise geplant.
Aber das Warten hat sich gelohnt. Autor des Romans ist Rainer
Hanczuk. Beim informatorischen Stand von Band 1900 hat er mit diesem
Roman seine Version des Rätsels "Shabazza" niedergelegt. Die
Handlung spielt damit in einem alternativen PR-Kosmos.
Perry Rhodan, Reginald Bull, Mondra Diamond und einige andere (in der
Originalversion die Besatzung der KAURANGG) befinden sich an Bord des
Raumschiffes TEBB in der Galaxis DaGlausch. Ein von der SOL
geflohenes Besatzungsmitglied übergibt ihnen in der ersten Szene
die Koordinaten, an denen sich die SOL aufhält. Der Solaner
stirbt, ohne weitere Informationen preisgegeben zu haben, und so
machen sich PR und seine Begleiter auf und finden die SOL. Sie
begeben sich an Bord. Das Schiff sieht aus, als sei es seit
Jahrhunderten verlassen. Die künstliche Schwerkraft ist
ausgefallen, die Atmosphäre fehlt. Überall an Bord liegt
ein seltsamer Staub, der sich als organische Materie entpuppt -
Rhodan vermutet, es handele sich um die Überreste der ehemaligen
Besatzung.
Im Mittelteil des Schiffes begeben sich die Terraner ins Innere der
Bio-Positronik SENECA, die ebenfalls ausgefallen ist. Hier herrscht
allerdings normale Schwerkraft, und eine Atmosphäre ist auch
vorhanden. Senecas Plasmaanteil fehlt. In der Hauptschaltzentrale der
Positronik entdeckt man ein sargähnliches Gebilde, in dem ein
perfektes Duplikat Perry Rhodans liegt. Das Duplikat trägt einen
der alten, eiförmigen Zellaktivatoren, und als Rhodan diesen an
sich nimmt, beginnt der Körper des Schläfers rasch zu
altern und zerfällt schließlich zu Staub.
Perry Rhodan und seine Begleiter verlassen die SOL wieder, weil sie
nichts Interessantes mehr finden. Über einen Pilzdom begibt PR
sich auf die Brücke der Unendlichkeit, die sich seltsam
verändert hat. Sie ist trotz seines Passantums kalt und
ablehnend. Rhodan erreicht über den Planeten Trokan das
Solsystem, wo die Terraner um ihr nacktes Überleben
kämpfen. Seltsame Raumschiffe haben damit begonnen, die Sonne zu
manipulieren, und Terra wird gerade evakuiert. Perry Rhodan will
über die Brücke zum Prototor, um den Rat von Thoregon in
dieser bedrohlichen Situation um Hilfe zu bitten. Auf der Brücke
begegnet er Shabazza. Dieser materialisiert aus einem Mikrokosmos im
Inneren des Zellaktivators von der SOL, den der Terraner noch bei
sich trägt, und greift PR sofort an. Als Rhodan
schließlich am Boden liegt und sich kaum noch wehren kann, gibt
Shabazza seine Geschichte preis. Er erklärt, er habe die SOL zur
Falle aufgebaut, um durch Rhodan auf die Brücke und hinter das
Prototor zu gelangen. Dort will er den Rat von Thoregon
ausschalten.
Der Rest jetzt in Kurzform (sonst wird es zu lang ... ):
SENECA mutierte an Bord der SOL und spaltete sich auf. Der
Abkömmling, eine Art Zweitbewußtsein, wurde von dem
Kosmokraten-Roboter Cairol im Sinne der Kosmokraten konditioniert,
besiegte SENECA schließlich und übernahm die SOL. Seitdem
ging er gegen das entstehende Thoregon vor. Das Wissen und die Motive
Shabazzas sind damit geklärt.
Es gelingt Rhodan schließlich doch, Shabazza im Kampf zu
töten. Die Schiffe, die die Sonne manipulieren, stellen
daraufhin ihre verhängnisvollen Aktivitäten ein. Es handelt
sich um die von den Baolin-Nda konstruierten Virtuellen Schiffe, die
Shabazza ebenfalls übernommen hatte.
Terra ist erst einmal gerettet.
Rainer Hanczuk präsentiert hier einen beachtlichen Roman,
besonders, wenn man seinen damaligen Kenntnisstand bedenkt.
Verblüffend ist vor allem, daß auch hier die Kosmokraten
(bzw. einer ihrer Handlanger, nämlich der Roboter Cairol) der
eigentliche Feind Thoregons sind. Es lohnt sich, diesen Band zu
lesen. Der Stil ist allerdings eher karg; Rainer Hanczuk
beschränkt sich auf das Wichtigste, nämlich die Handlung,
und davon gibt es eine Menge. Teilweise wirkt die Handlung arg
gerafft, was aber nicht verwundert, denn der Autor hat eine Menge
Stoff verarbeitet. So präsentiert er zwar nicht die eigentliche
Auflösung des Großzyklus, aber immerhin einen guten Teil -
und das in einem einzigen Roman. Dieser dürfte allerdings, nimmt
man die Norm von 55 bis 60 Seiten, beinahe den Umfang eines
Taschenbuches erreichen. Das Heft hat (alles eingerechnet, inclusive
Umschlag) einen Umfang von 76 Seiten, wovon bis auf eine
Innen-Illustration, den Umschlag und drei Seiten Werbung alles Text
ist. Gegenüber dem ersten Band der Edition wurde auch die
Ausstattung aufgepeppt; so finden sich auf dem Innenumschlag Seite 2
Steckbriefe des Autors und des Titelbildzeichners.
Auch ein vergleichbarer Roman eines "professionellen" Autors
würde kaum anders aussehen. Ein wesentlicher Pluspunkt ist
zweifelsohne der Ideenreichtum der Handlung. Man muß zwar davon
ausgehen, daß die PR-Expo-Factory sich für eine solche
Handlungsfülle mehrere Hefte gelassen hätte, doch das kann
man Rainer Hanczuk nun wirklich nicht anlasten. Für ein
Erstlingswerk hat dieses Heft wirklich Klasse. Insgesamt
hinterläßt der Band einen wesentlich besseren Eindruck als
der erste Roman der Edition.
Für einen Fan-Roman dieser Qualität gibt es dann auch
13 Punkte
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Es ist wirklich verblüffend, was dabei herauskommt,
wenn ein Autor mit Kenntnisstand um den Band 1900 herum
einfach einen Band 1950 schreibt, so wie er ihn sich
vorstellt, und diesen dann als Bewerbungsroman an die
Redaktion schickt. |