Der
Silbermond-Druide Gryf stößt bei seiner Jagd nach Vampiren
auf einen Blutsauger, der sein Leben retten will, indem er eine
Information anbietet. Gryf nimmt beides: die Information und das
Leben des Vampirs.
So findet er in einer Höhle irgendwo auf der Erde ein
Wandgemälde, auf dem eine Stadt eingezeichnet ist, deren
Bewohner allesamt Vampire sind. Der Herrscher der Stadt ist
Kuang-shi, der als überlebensgroßes Abbild an der Decke
der Höhle schwebt.
Gryf teleportiert per zeitlosem Sprung nach Frankreich, nimmt Zamorra
und kehrt in die Höhle zurück, ohne daß der
Dämonenjäger Gelegenheit hätte, über das Tun
seines Freundes nachzudenken, geschweige denn sich mit Waffen
auszustatten.
Natürlich ist er erstaunt, als er das Gemälde und das
Abbild des Vampirs sieht - noch mehr staunt jedoch Gryf, als er
merkt, daß seine magischen Kräfte blockiert zu sein
scheinen und er den zeitlosen Sprung nicht mehr einsetzen kann. Zu
allem Übel kann Zamorra MERLINS STERN nicht rufen, den er in
Frankreich zurücklassen mußte.
Als die beiden die Höhle verlassen, stellen sie fest, daß
sie sich in China befinden, direkt auf der Baustelle des Yang-tse,
des größten Staudamms der Welt.
Sie stoßen auf einen Bautrupp, unter denen sich jemand
befindet, der englisch beherrscht. Allerdings ist Lei Feng ein
Spitzel der geheimen Staatspolizei, dessen Job es eigentlich sein
soll, Saboteure unter den Kollegen zu finden.
Im gleichen Bautrupp befindet sich mit Me Xiang eine Oppositionelle,
der das Verhalten Lei Fengs seltsam vorkommt, weil er sich geradezu
aufgedrängt und den beiden Fremden die Antworten fast schon in
den Mund gelegt hatte. Sie verfolgt den Weg zurück, aus dem die
beiden kamen, und findet die Höhle.
Dort halten sich seit Jahrhunderten die Geister bzw. Seelen dreier
Schwestern auf, die die Höhle schützen sollten. Sie waren
es auch, die Gryfs Kräfte blockierten.
Die drei Schwestern übernehmen die Kontrolle über Me Xiangs
Körper und können so zum ersten Mal seit langer Zeit die
Höhle verlassen.
Lei Feng hat unterdessen mittels eines Senders an seiner Armbanduhr
seine Vorgesetzten informiert und versucht jetzt, Zamorra und Gryf in
eine Falle zu locken. Die ahnen jedoch etwas und wollen fliehen,
werden jedoch gestoppt und überwältigt.
Die dritte, älteste Schwester im Körper von Me Xiang
erkennt in Zamorra ihren Geliebten wieder, den sie vor zweitausend
Jahren schon kannte. Sie setzt ihre Kräfte ein und
"entführt" Zamorra in die Vergangenheit.
Dort stellt dieser fest, daß er der einzige Mensch ist. Alle
anderen Personen, die ihm und einer Vampirin (die ihn begleitet und
bei der es sich um die älteste der drei Schwestern handelt) auf
dem Weg zu einer Stadt begegnen, sind Vampire.
In der Stadt erwartet ihn eine Begegnung mit dem Zauberer Wu
Huan-Tiao, ein Mann mit dem Kopf eines Pavians, der ebenfalls an der
Prüfung teilnehmen wird. Dieser hat in der Bevölkerung
weniger Rückhalt als Zamorra, wie der Dämonenjäger
feststellen muß; anscheinend hat er sich trotz der Tatsache,
daß er ein Mensch ist, eine gewisse Achtung erarbeitet. Die
dritte Kandidatin ist niemand anders als Zamorras Begleiterin.
In der Gegenwart findet sich Gryf mit einem ohnmächtigen Zamorra
in einer Gefängniszelle wieder. Befreit werden sich von Me
Xiang, die nach wie vor unter der Kontrolle der Schwestern steht. Die
Chinesin weist Gryf an, Zamorra zum Fluß zu tragen, wo die
Reise mit einem Boot weitergehen soll.
Lei Feng hat unterdessen Probleme. Seine Versuche, die Vorgesetzten
aus der Polizeistation zu erreichen, fruchten nicht. Die Person am
anderen Ende der Leitung besteht darauf, daß nur ein Polizist
der Station Meldung erstatten darf. Welche jedoch außer Gefecht
sind, so da er die Flüchtenden mit dem Jeep zu verfolgen
beschließt.
In der Vergangenheit, in Zamorras Traum, sind die Prüflinge am
Tempel Kuang-shi angekommen. Jetzt erfährt Zamorra auch den
Namen der Stadt: Choquai. Und den Namen seiner Gefährtin: Shao
Yu...
In der Gegenwart merkt Gryf, daß Me Xiang besessen ist; als sie
eine in den Stein gehauene Statue passieren, die die Gesichter dreier
Schwestern zeigt, stellen diese fest, daß ihre Erinnerung zu
schwinden beginnt.
Die beiden jüngeren Schwestern merken, daß die ältere
sie belogen haben muß: nicht Kuang-shis hatte sie in die
Höhle verbannt, sondern ihre eigene Schwester war zugleich
Wärter und Gefangene.
Zweitausend Jahre Gefangenschaft wollen sie rächen, indem sie
Shao Yus Geliebten töten. Der als Zamorra ohnmächtig in
ihrem Boot liegt.
Im Tempel kommt es zu einer Auseinandersetzung auf der Treppe in den
Keller, als Shao Yu den Pavian-Zauberer mit einem Messer attackiert;
jedoch kann Tsa Mo-Ra den Streit schlichten und die Aufmerksamkeit
auf den Wettstreit richten.
Dieser droht jedoch für Zamorra in einem Fiasko zu enden: Seine
Begleiterin hat mit ihren magischen Fähigkeiten zwar dafür
gesorgt, daß er versteht, was andere sagen und andere
verstehen, was er sagt - aber er kann keines der Schriftzeichen auf
den Prüfungsbögen lesen.
Me Xiang, Gryf und der leblose Zamorra befinden sich mittlerweile am
Flußufer und drohen von Lei Fengs Jeep überfahren zu
werden. Doch die beiden Schwestern erkennen, daß die Menschen
nicht für ihre lange Gefangenschaft verantwortlich sind - und
geben Gryf seine Kräfte zurück, die dieser in letzter
Sekunde anwenden kann.
Im Tempel Kuang-shis entbrennt unterdessen ein magischer Kampf
zwischen dem Pavian-Zauberer und Shao Yu, wobei Wu am Ende seine
Dolche gegen Tsa Mo-Ra schleudert, nicht gegen Shao Yu.
Doch die Dolche verfehlen ihn, der Dämonenjäger konnte sich
aus der geistigen Kontrolle Shao Yus befreien und bittet die Richter
darum, in seine Welt zurück geschickt zu werden.
Doch in der Tat scheint Zamorra in dieser Zeit sehr bekannt zu sein,
und auch Shao Yu denkt daran, daß sie viel für ihn getan
hat.
Die Roben der Richter vereinen sich, verwandeln sich in
Fledermäuse und an der Decke erscheint die riesige Gestalt des
Kuang-shi.
Während die beiden anderen vor dem Übervampir im Dreck
liegen und die Köpfe in den Boden pressen, schäumt
Kuang-shi und erzählt Zamorra, daß er ihn später
einmal töten wird. Kuang-shi schickt Zamorra zurück, doch
kurz zuvor kann Shao Yu den Dämonenjäger in die Hand
beißen.
Zamorra erwacht wieder in der Höhle, doch sehr schnell beginnen
die Erinnerungen bei ihm zu verblassen.
Und auch Me Xiang verliert kurz darauf ihre Erinnerung an das
Geschehene.
In der Höhle finden Gryf und Zamorra eine Kammer mit drei
mumifizierten Leichen, die Überreste der drei Schwestern. Die
mittlere bat Gryf darum, die Leichen zu zerstören, so daß
Shao Yu auf ewig in ihrem Traum gefangen bleiben würde.
Und diese sinnt auf Rache, ändert mit ihren Kräften das
Wandgemälde in der Höhle, woraufhin unter anderem Gryf und
Zamorra auftauchen und die Gesichter der beiden Schwestern
verblassen...
Eine über zwei Seiten lange Zusammenfassung ist dann doch eher
selten für einen PZ-Roman...
Lag Claudia Kerns Faible im Eastern-Bereich innerhalb der PZ-Serie
bisher mehr auf Filme der neueren Generation, erinnert die
Vergangenheits-Episode in diesem Band - das Highlight des Romans - an
die klassischen Kung-Fu-Filme. Besonders der Kampf im Tempel, der mit
magischen Mitteln geführt wird, erinnert an die goldene Ära
dieser Art von Film.
Das geballte Auftreten von Spitzel und Oppositioneller irgendwo in
China hätte ich in jedem anderen Band kritisiert; in diesem Fall
handelt es sich jedoch um den größten Staudamm der Welt,
auf den Oppositionelle gar nicht gut zu sprechen sind, so daß
Spitzel unter den Bauarbeitern wahrscheinlich sind.
"Die Höhle des Grauens" hat etwas von einem klassischem
Märchen an sich; erzählt wird eine wirklich sehr
schöne Geschichte - die aus der Zusammenfassung geschnippten
Ereignisse im Chateau empfand ich schon fast als lästig, Foolys
Tauchversuche waren zwar nett, störten aber beim Lesen.
Mehr wissen wir jetzt zwar nicht über Kuang-shi - außer,
daß er mal Tsa Mo-Ra töten wird - aber er und Shao Yu
gefallen mir dann doch schon eher als Angelique und Yves Cascal;
sicher auch, weil die beiden frisches Blut in die Serie bringen.
13 Punkte.
Guido Latz