Professor Zamorra

Band 676: "Die Höhle des Grauens"

Der Silbermond-Druide Gryf stößt bei seiner Jagd nach Vampiren auf einen Blutsauger, der sein Leben retten will, indem er eine Information anbietet. Gryf nimmt beides: die Information und das Leben des Vampirs.
So findet er in einer Höhle irgendwo auf der Erde ein Wandgemälde, auf dem eine Stadt eingezeichnet ist, deren Bewohner allesamt Vampire sind. Der Herrscher der Stadt ist Kuang-shi, der als überlebensgroßes Abbild an der Decke der Höhle schwebt.
Gryf teleportiert per zeitlosem Sprung nach Frankreich, nimmt Zamorra und kehrt in die Höhle zurück, ohne daß der Dämonenjäger Gelegenheit hätte, über das Tun seines Freundes nachzudenken, geschweige denn sich mit Waffen auszustatten.
Natürlich ist er erstaunt, als er das Gemälde und das Abbild des Vampirs sieht - noch mehr staunt jedoch Gryf, als er merkt, daß seine magischen Kräfte blockiert zu sein scheinen und er den zeitlosen Sprung nicht mehr einsetzen kann. Zu allem Übel kann Zamorra MERLINS STERN nicht rufen, den er in Frankreich zurücklassen mußte.
Als die beiden die Höhle verlassen, stellen sie fest, daß sie sich in China befinden, direkt auf der Baustelle des Yang-tse, des größten Staudamms der Welt.
Sie stoßen auf einen Bautrupp, unter denen sich jemand befindet, der englisch beherrscht. Allerdings ist Lei Feng ein Spitzel der geheimen Staatspolizei, dessen Job es eigentlich sein soll, Saboteure unter den Kollegen zu finden.
Im gleichen Bautrupp befindet sich mit Me Xiang eine Oppositionelle, der das Verhalten Lei Fengs seltsam vorkommt, weil er sich geradezu aufgedrängt und den beiden Fremden die Antworten fast schon in den Mund gelegt hatte. Sie verfolgt den Weg zurück, aus dem die beiden kamen, und findet die Höhle.
Dort halten sich seit Jahrhunderten die Geister bzw. Seelen dreier Schwestern auf, die die Höhle schützen sollten. Sie waren es auch, die Gryfs Kräfte blockierten.
Die drei Schwestern übernehmen die Kontrolle über Me Xiangs Körper und können so zum ersten Mal seit langer Zeit die Höhle verlassen.
Lei Feng hat unterdessen mittels eines Senders an seiner Armbanduhr seine Vorgesetzten informiert und versucht jetzt, Zamorra und Gryf in eine Falle zu locken. Die ahnen jedoch etwas und wollen fliehen, werden jedoch gestoppt und überwältigt.
Die dritte, älteste Schwester im Körper von Me Xiang erkennt in Zamorra ihren Geliebten wieder, den sie vor zweitausend Jahren schon kannte. Sie setzt ihre Kräfte ein und "entführt" Zamorra in die Vergangenheit.
Dort stellt dieser fest, daß er der einzige Mensch ist. Alle anderen Personen, die ihm und einer Vampirin (die ihn begleitet und bei der es sich um die älteste der drei Schwestern handelt) auf dem Weg zu einer Stadt begegnen, sind Vampire.
In der Stadt erwartet ihn eine Begegnung mit dem Zauberer Wu Huan-Tiao, ein Mann mit dem Kopf eines Pavians, der ebenfalls an der Prüfung teilnehmen wird. Dieser hat in der Bevölkerung weniger Rückhalt als Zamorra, wie der Dämonenjäger feststellen muß; anscheinend hat er sich trotz der Tatsache, daß er ein Mensch ist, eine gewisse Achtung erarbeitet. Die dritte Kandidatin ist niemand anders als Zamorras Begleiterin.
In der Gegenwart findet sich Gryf mit einem ohnmächtigen Zamorra in einer Gefängniszelle wieder. Befreit werden sich von Me Xiang, die nach wie vor unter der Kontrolle der Schwestern steht. Die Chinesin weist Gryf an, Zamorra zum Fluß zu tragen, wo die Reise mit einem Boot weitergehen soll.
Lei Feng hat unterdessen Probleme. Seine Versuche, die Vorgesetzten aus der Polizeistation zu erreichen, fruchten nicht. Die Person am anderen Ende der Leitung besteht darauf, daß nur ein Polizist der Station Meldung erstatten darf. Welche jedoch außer Gefecht sind, so da er die Flüchtenden mit dem Jeep zu verfolgen beschließt.
In der Vergangenheit, in Zamorras Traum, sind die Prüflinge am Tempel Kuang-shi angekommen. Jetzt erfährt Zamorra auch den Namen der Stadt: Choquai. Und den Namen seiner Gefährtin: Shao Yu...
In der Gegenwart merkt Gryf, daß Me Xiang besessen ist; als sie eine in den Stein gehauene Statue passieren, die die Gesichter dreier Schwestern zeigt, stellen diese fest, daß ihre Erinnerung zu schwinden beginnt.
Die beiden jüngeren Schwestern merken, daß die ältere sie belogen haben muß: nicht Kuang-shis hatte sie in die Höhle verbannt, sondern ihre eigene Schwester war zugleich Wärter und Gefangene.
Zweitausend Jahre Gefangenschaft wollen sie rächen, indem sie Shao Yus Geliebten töten. Der als Zamorra ohnmächtig in ihrem Boot liegt.
Im Tempel kommt es zu einer Auseinandersetzung auf der Treppe in den Keller, als Shao Yu den Pavian-Zauberer mit einem Messer attackiert; jedoch kann Tsa Mo-Ra den Streit schlichten und die Aufmerksamkeit auf den Wettstreit richten.
Dieser droht jedoch für Zamorra in einem Fiasko zu enden: Seine Begleiterin hat mit ihren magischen Fähigkeiten zwar dafür gesorgt, daß er versteht, was andere sagen und andere verstehen, was er sagt - aber er kann keines der Schriftzeichen auf den Prüfungsbögen lesen.
Me Xiang, Gryf und der leblose Zamorra befinden sich mittlerweile am Flußufer und drohen von Lei Fengs Jeep überfahren zu werden. Doch die beiden Schwestern erkennen, daß die Menschen nicht für ihre lange Gefangenschaft verantwortlich sind - und geben Gryf seine Kräfte zurück, die dieser in letzter Sekunde anwenden kann.
Im Tempel Kuang-shis entbrennt unterdessen ein magischer Kampf zwischen dem Pavian-Zauberer und Shao Yu, wobei Wu am Ende seine Dolche gegen Tsa Mo-Ra schleudert, nicht gegen Shao Yu.
Doch die Dolche verfehlen ihn, der Dämonenjäger konnte sich aus der geistigen Kontrolle Shao Yus befreien und bittet die Richter darum, in seine Welt zurück geschickt zu werden.
Doch in der Tat scheint Zamorra in dieser Zeit sehr bekannt zu sein, und auch Shao Yu denkt daran, daß sie viel für ihn getan hat.
Die Roben der Richter vereinen sich, verwandeln sich in Fledermäuse und an der Decke erscheint die riesige Gestalt des Kuang-shi.
Während die beiden anderen vor dem Übervampir im Dreck liegen und die Köpfe in den Boden pressen, schäumt Kuang-shi und erzählt Zamorra, daß er ihn später einmal töten wird. Kuang-shi schickt Zamorra zurück, doch kurz zuvor kann Shao Yu den Dämonenjäger in die Hand beißen.
Zamorra erwacht wieder in der Höhle, doch sehr schnell beginnen die Erinnerungen bei ihm zu verblassen.
Und auch Me Xiang verliert kurz darauf ihre Erinnerung an das Geschehene.
In der Höhle finden Gryf und Zamorra eine Kammer mit drei mumifizierten Leichen, die Überreste der drei Schwestern. Die mittlere bat Gryf darum, die Leichen zu zerstören, so daß Shao Yu auf ewig in ihrem Traum gefangen bleiben würde.
Und diese sinnt auf Rache, ändert mit ihren Kräften das Wandgemälde in der Höhle, woraufhin unter anderem Gryf und Zamorra auftauchen und die Gesichter der beiden Schwestern verblassen...

Eine über zwei Seiten lange Zusammenfassung ist dann doch eher selten für einen PZ-Roman...
Lag Claudia Kerns Faible im Eastern-Bereich innerhalb der PZ-Serie bisher mehr auf Filme der neueren Generation, erinnert die Vergangenheits-Episode in diesem Band - das Highlight des Romans - an die klassischen Kung-Fu-Filme. Besonders der Kampf im Tempel, der mit magischen Mitteln geführt wird, erinnert an die goldene Ära dieser Art von Film.
Das geballte Auftreten von Spitzel und Oppositioneller irgendwo in China hätte ich in jedem anderen Band kritisiert; in diesem Fall handelt es sich jedoch um den größten Staudamm der Welt, auf den Oppositionelle gar nicht gut zu sprechen sind, so daß Spitzel unter den Bauarbeitern wahrscheinlich sind.
"Die Höhle des Grauens" hat etwas von einem klassischem Märchen an sich; erzählt wird eine wirklich sehr schöne Geschichte - die aus der Zusammenfassung geschnippten Ereignisse im Chateau empfand ich schon fast als lästig, Foolys Tauchversuche waren zwar nett, störten aber beim Lesen.
Mehr wissen wir jetzt zwar nicht über Kuang-shi - außer, daß er mal Tsa Mo-Ra töten wird - aber er und Shao Yu gefallen mir dann doch schon eher als Angelique und Yves Cascal; sicher auch, weil die beiden frisches Blut in die Serie bringen.
13 Punkte.

 

Guido Latz
<iI

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