Band 2021: "Monos' Enkel"

Autor: Arndt Ellmer

Während der ehemalige Fußball-Star Falso Gause mit der Vorbereitung seines Mutantentreffens beschäftigt ist, wird eine junge Telepathin in eine terranische Klinik eingeliefert. Zwar bemühen sich die Ärzte aufs äußerste, dennoch stirbt die junge Frau an einem unheimlichen Organversagen. Die Ministerin für Mutantenfragen, Moharion Mawrey, setzt alles daran, die Ursachen hierfür herauszufinden; und es scheint, daß sie einen schrecklichen Verdacht hat.
Aber sie ist nicht die einzige, der etwas Kopfzerbrechen bereitet. Perry Rhodan kehrt von seiner vergeblichen Jagd auf Morkhero Seelenquell zurück und trifft sich mit der 2. Botin von Thoregon. Diese hat schreckliche Dinge zu berichten: Fremde sind in Plantagoo eingefallen und bekämpfen alles, was sich bewegt. In der Galaxis der Gestalter sitzt eine unbekannte Macht, die hier an allen Ecken Unfrieden provoziert. Shaogen-Himmelreich wird ebenfalls von einer offenen Invasion bedroht, die unaufhaltsam scheint. Auch die Nonggo müssen sich mit einem unheimlichen Zerstörer auseinandersetzen, der aus dem Nichts heraus ihre Schiffe vernichtet; und in Chearth sind die Gharrer von einer Seuche befallen, die bereits Millionen Tote gefordert hat. Wie es aussieht, geht es der Milchstraße noch am besten - noch. Perry Rhodan ist davon überzeugt, daß das durch die Abwesenheit der heimischen Superintelligenzen entstandene Machtvakuum verantwortlich ist und die Völker nun bis zu deren Heimkehr selbst sehen müssen, wie sie überleben können. Leider sind aber auch die Distanzen so groß, daß gegenseitige Hilfe kaum rechtzeitig eintreffen kann - auch wenn Perry Rhodan anbietet, 100.000 Posbi-Raumer zu schicken, was die zweite Botin ebenso ablehnt wie er ihr Angebot, Shifting-Raumschiffe in die Milchstraße zu entsenden. Den Völkern der betroffenen Mächtigkeitsballungen steht eine harte Zeit bevor, und mehr denn je bekommt das von Hismoon angekündigte Jahrtausend des Krieges Bedeutung.
Als Perry Rhodan daraufhin auf die Erde zurückkehrt, erfährt er, daß Moharion Mawrey derzeit keine Politik betreibt, die er vertreten kann. Sie bespitzelt "ihre" Mutanten und fährt radikale diktatorische Mittel auf. Ohnehin ist sie von der Mutantenschwemme, die nun nach Terrania strömt, nicht sehr begeistert; sie versucht ihr Möglichstes, Maßnahmen zu ergreifen, die eine zu starke Mutantenkonzentration verhindern sollen. Das ist aber nichts, das Perry Rhodan akzeptieren kann, und so werden diese Maßnahmen kurzerhand gestoppt, auch wenn Moharion aus nicht erklärten Gründen strikt dagegen ist.
Es gibt aber noch andere Menschen, die von Moharion nicht begeistert sind. Trim Marath und Startac Schroeder sind sehr verstört, als eine Mutantin aus ihrer Umgebung plötzlich stirbt; sie beschließen, sich an die Quelle der Information zu begeben. Mit Hilfe anderer Mutanten verschaffen sie sich Zugang zum Syntron der Mutantenbeauftragten und finden heraus, wie sehr sie ein Überbleibsel aus der Monos-Zeit sind. Zudem hat der grausame Diktator in ihre Gene eine Sicherheitssperre einbauen lassen, die dann zum Vorschein kommt, wenn sich die Parafähigkeiten der Mutanten entwickeln und ihrer Lebensdauer ein schnelles Ende setzen - zudem sind alle Monochrom-Mutanten unfruchtbar.
Diese neuen Informationen enthüllen sie auf dem großen Mutanten-Treffen im Magellan-Stadion vor rund 35.000 Monochrom-Mutanten.

'Na, wer hat sich diesen Blödsinn denn ausgedacht?' - das waren so meine ersten Gedanken, nachdem ich den zu Ende gelesenen Roman beiseite legte, und das ist auch immer noch der bestimmende Tenor in meinem Kopf.
Und genau das bereitet mir auch wirkliche Schwierigkeiten bei der Bewertung des Romans. Auf der einen Seite liegt hier ein wirklich sehr guter Arndt Ellmer Roman vor; auf der anderen Seite ist hier auch gleichzeitig die - nach meinem Geschmack - schlechteste Idee, die dieser Zyklus bzw. die Perry Rhodan-Serie seit dem Abschlußroman der Abruse hervorgebracht hat.
Also kümmern wir uns zuerst um den Autor.
Worum geht es? Moharion Mawrey bekommt einige sehr düstere Informationen und verschweigt diese vor der Öffentlichkeit. Gleichzeitig werden Startac Schroeder und Trim Marath mißtrauisch. Sie beginnen auf eigene Faust mit Nachforschungen, nachdem sie sehr negative Erfahrungen mit ein paar mutantenfeindlichen Terranern machen mußten. Es sind gerade die Schilderungen von Moharion und den beiden Mutanten, die mir wirklich gut gefallen haben. Ich habe in der Regel meine Probleme mit den Beschreibungen von Arndt Ellmer, aber gerade auf diesem Teil hat mir der Autor keine Chance gelassen, etwas zu bemängeln. Ich möchte als Beispiel nur die Szene anführen, in der Startac und Trim vor der Wohnung Moharions auf der Lauer liegen und darauf warten, endlich dort einbrechen zu können. Mir war die unruhige und in sich zerfressene Moharion selten so bildlich vor Augen wie zu diesem Moment, zugleich lag man aber mit den beiden Mutanten im Gras und hat sich zu Tode gelangweilt. Wie schon angedeutet, ich fand diese Szene wirklich beeindruckend.
Eher unter die Marke Routine fällt dann der Part mit der zweiten Botin von Thoregon, aber was will man da schon groß draus machen? Hier kam dann der Hintergrund wieder zum Tragen, und die hier hervorgebrachten Informationen lassen für die Zukunft ja einiges hoffen. Auch wenn Shabazza letzten Endes gescheitert ist, so hat er aber mit der Zerstörung der Heliotischen Bollwerke nun im Nachhinein einigen Schaden angerichtet, denn mit diesen wäre es ja ein Leichtes gewesen, Truppen und Ausrüstung zwischen den Thoregon-Galaxien hin- und herzutransportieren. Zudem finde ich das Prinzip mit dem Machtvakuum ziemlich genial. Eine natürliche Tendenz anstatt der ausgeklügelten Pläne von Entitäten, die hier sowieso kein Mensch verstehen kann - da ist sowas doch schon viel bodenständiger.
Umso mehr schmerzt es, wenn man an das Ende des Romans kommt - wenn man nicht schon vorher eine düstere Ahnung hatte. Dann aber weiß man endlich Bescheid: Die Mutanten sind nur dazu da, um Morkhero Seelenquell zu beseitigen! Danach wird sich das Problem innerhalb kürzester Zeit selbst erledigen. Was für ein Blödsinn.
Da schreien - nicht gerade wenige - Fans jahrzehntelang nach neuen Mutanten, und was bekommen sie? Gar nix! Ich persönlich hatte so das Gefühl, daß es gerade die Mutanten waren, die in diesem Zyklus gut angekommen sind. Und nachdem sie doch sehr umfangreich eingeführt worden sind (ich erinnere nur an die Aktion auf Topsid und die Romane um Trim Marath oder Startac Schroeder), war ich eigentlich sicher, daß es sich hier um eine längerfristige Aktion handeln würde. Aber nein, vielmehr handelte es sich dabei um eine perfekt funktionierende falsche Fährte.
Ich muß gestehen, daß ich nach der Lektüre dieses Romans so enttäuscht war wie schon lange nicht mehr. Ich hatte eigentlich gehofft, daß man sich ein wenig von diesen rein-raus-Spielchen von Völkern und Personen distanziert hätte. O.k., es kommen ständig neue Handlungsplätze und Völker, die dann vielleicht noch einmal irgendwo in einer Zeile auftauchen, das ist so verständlich wie normal, aber es will mir nicht in den Kopf, warum man sich auf diese Weise an einem der zentralen Elemente der Perry Rhodan Serie - und das waren die Mutanten nun mal über viele Jahre hinweg - vergangen hat. Also, so darf das doch eigentlich nicht gehen!!!

Fazit:
Eigentlich schade für Arndt Ellmer, aber für mich ist dieser Roman bisher die Enttäuschung des Zyklus. Dennoch mag ich aufgrund der Leistung von Ellmer keine 0 Punkte vergeben, wie es eigentlich gerne tun würde.
Also, Arndt: Gut gemacht! Leider werden's aber dennoch nicht mehr als
3 Punkte.

Alexander Haas

Ich glaube, hier sollte ich den positiven Teil erst einmal vorwegnehmen, bevor ich mich zu sehr in die negativen Aspekte dieses Romans versenke. Also:
Arndt Ellmer befindet sich zur Zeit offensichtlich in einem ungeahnten Hoch seiner Schaffensphase. Gerade die Charaktere, die ihm früher des öfteren zu schaffen machten, gelingen ihm jetzt schon im zweiten Roman hintereinander aus seiner Feder sehr gut. Moharions Zwiespalt, ihre Zerrissenheit zwischen der Erkenntnis der Wahrheit und ihrer Bedeutung, wenn sie sie anderen mitteilt - diese Beschreibungen sind einfach hervorragend. Oder Trim Marath und Startac Schroeder auf der Suche nach eben diesen Erkenntnissen - das hat was. Gerade in diesen Bereichen liegen die unbestreitbaren Stärken dieses Romans.
Zumindest rund fünfzig Seiten lang - und dann schlägt das Exposé gnadenlos zu. Denn was sich hier für die laufende Handlung auftut, ist einfach grausam. Nicht nur den Monochrom-Mutanten gegenüber, sondern auch vor allem in Hinsicht auf die Serie selber und ihre Leser.
Man halte sich nur vor Augen: Da bauen wir die Mutanten erst einmal auf, lassen dann innerhalb von wenigen Romanen den Degrader über die Schar laufen (man bedenke nur, daß gerade Startac Schroeder mit Torr Samaho Fangen gespielt hat - und prompt sind wir am Anfang des neuen Zyklus, bekommt er bei jeglicher Aufregung seine Blockaden. Ja, das ist glaubhaft...), und jetzt serviert man sie gleich gänzlich ab. Hier ist förmlich zu riechen, daß die Täntchen nur dazu vorhanden sind, Morkhero Seelenquell in einer heroischen Tat zu besiegen (sie werden sich also erst einmal ein wenig querstellen, um dann zu erkennen, daß sie sowieso keine Chance haben, also durchaus der Menschheit noch einen Dienst erweisen können, selbst wenn sie dabei draufgehen. Immerhin könnte die Menschheit zukünftigen Mutanten gegenüber dann freundlicher eingestellt sein...), um dann direkt wieder aus der Serie zu verschwinden.
Na, das hatten wir ja schon öfter in der letzten Zeit - und durch die Wiederholung wird das nun auch nicht gerade intelligenter. Gut, zugegeben, hier ist jetzt das Extrem hervorgekommen. Bereits vor dem eigentlich Sinn der Mutanten werden sie schon abserviert. Das war noch zu Garrons Zeiten anders. Dieser durfte die Kontaktierung der Würmchen noch überleben, nur um ein absolut unsinniges und hirnrissiges Ende auf der SOL zu finden. Davor hatten wir die Vandemars, die offensichtlich einzig für das unselige Ende der Abruse zuständig waren, nur um danach von keinem Autor mehr auch nur halbwegs beachtet zu werden - was darin gipfelte, daß sie vollkommen unverständlich auf Trokan ihr Ende fanden, ohne innerhalb der vorhergehenden einhundert Bände für mehr als reine Statistenrollen gut gewesen zu sein. Oder Kummerog, von dem auch keiner weiß, was diese Figur denn überhaupt sollte. Ist er jetzt dafür verantwortlich, daß der Pilzdom auf Trokan erschienen ist? Wohl kaum, denn dieser wäre wohl auch so aufgetaucht. Also ist er für die Herreach verantwortlich - nur: Was sollen die eigentlich? Die wurden auch eingeführt und seitdem nicht mehr sonderlich beachtet. Na klasse: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan - der Mohr kann gehen." Toll, wirklich toll... Ich muß sagen, diese Praktiken nerven inzwischen immer mehr, und es wäre schön, wenn man sich vielleicht auch einmal wieder Gedanken über die weitere Verwendbarkeit von Personen machen würde, bevor man sie für einen einzigen Zweck in die Handlung einbindet. Das Abschieben der Monochrom-Mutanten ist hier nur die aktuelle Spitze des Eisbergs, die offensichtlichste und dämlichste Idee, die die Expo-Factory in den letzten paar Jahren entwickelt hat. Fast schon so dümmlich (sorry, stimmt aber) wie die Vernichtung der Abruse.
Und abgesehen von der offensichtlichen alleinigen Existenzberechtigung der Monochrom-Mutanten, um Seelenquell zu besiegen: Was soll eigentlich dieser Witz, daß Monos ihnen dieses Sicherheitsgen eingebaut hat? Ich dachte, dieser wollte die Mutanten benutzen, um eine schlagkräftige Truppe bei der Hand zu haben? Und wenn er diese also hat, vernichtet er sie gleich selber? Das muß man mir noch mal genauer erklären.
Gut, ich kann die Idee eines Sicherheits-Gens durchaus akzeptieren - doch warum, bitteschön, löscht dieses Gen bei Erfolg die ganze Arbeit auch gleich wieder aus? Das ergibt nun überhaupt keinen Sinn. Auch wenn man ausschließen will, daß die eigenen Truppen sich gegen einen wenden, bringt man doch zur Sicherheit nicht gleich die Truppen um - oder verstehen ich hier etwas falsch?!? Wie sollen die denn dann jemals irgendwie der ihnen zugedachten Aufgabe zukommen, wenn sie gleich das Zeitliche segnen, sobald sie für die Aufgabe geeignet sind? Also, sorry, so dämlich ist Monos nun wirklich nicht gewesen...
Ansonsten weist dieser Roman jedoch nur wenig Schwächen auf. Wäre da nicht das Grundproblem in Form des Expos, wäre dies ein wirklich guter Roman geworden. Da haben wir insgesamt durchaus eine ähnliche Situation wie auch bei Uwe Antons Vorgänger-Roman. Im Gegensatz zu diesem muß man hier jedoch den großen Handlungsbogen mit in die Bewertung einfließen lassen, da hier ein grundsätzliches Problem der Expo-Factory vorliegt, das man nicht so einfach übergehen kann. Es ergibt sich also das folgende

Fazit:
Ein wirklich guter Roman wird durch die Expo-Vorgabe, vor allem in Hinsicht auf die zu erwartende weitere Verwendung der Monochrom-Mutanten, schlicht und ergreifend zugrundegerichtet. Arndt Ellmer hat hier mehr als nur befriedigende Arbeit geleistet, doch die dämliche Idee der Ex und Hopp-Mutanten zur einfachen Problemlösung reißt das Heft in den Keller. Ohne Arndt Ellmers Leistung drumherum wäre dies durchaus in die Nähe einer glatten Nullnummer gekommen; so rettet er jedoch wenigstens noch
4 Punkte.

Winfried Brand

Und wieder einmal die Mutanten... und der zweite Roman in einem Viererblock, der sich mit diesem Thema beschäftigt.
Hier hat sich (jedenfalls nach meiner Ansicht, und damit stehe ich wohl nicht allein da) das Autoren-Team im laufenden Zyklus bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dementsprechend habe ich diesem Roman mit einer gewissen Skepsis entgegengesehen. Glücklicherweise zu Unrecht.
Arndt Ellmer liefert einen klassischen Spannungsaufbau. Mehrere Monochrom-Mutanten sterben eines mysteriösen Todes. Geschickt werden Andeutungen eingestreut, und das Rätsel wird konsequenterweise erst gegen Ende des Romans gelöst. Der Leser hat also etwas, worüber er während der Lektüre grübeln kann. Die sich verstärkenden Spannungen zwischen den Mutanten und den Normal-Menschen werden überzeugend dargestellt. Jede Seite hat eine undefinierbare Furcht vor der anderen. Die Ausgrenzung und Diskriminierung der Mutanten führt logischerweise dazu, daß diese sich zu organisieren beginnen.
Pikante Andeutung am Rande: Auch Perry Rhodans Sohn Delorian ist ein Monochrom-Mutant...
Dann kommt es schließlich heraus: Alle Monochrom-Mutanten sind durch eine genetisch bedingte "Programmierung", die noch durch Monos veranlaßt wurde, dem Tod geweiht. Auch ein möglicher Grund, der zu ihrer Entstehung führte, wird gleich mitgeliefert: ein Hypersturm, der in jüngerer Vergangenheit in der Milchstraße tobte. Und damit man dieses Problem so wasserdicht abhandeln kann, daß garantiert keine "Spätfolgen" für künftige Zyklen bleiben, wird noch eines draufgesetzt. Sämtliche Mutanten sind unfruchtbar. Aber man könnte es ja einmal mit Cloning versuchen...
'Nimmt man allein die PR-Historie als Ausgangspunkt, klingt das alles logisch und in sich geschlossen.
Doch als Leser fragt man nach den Absichten des Autoren-Teams: Baut man wirklich erst eine riesige Mutantenarmee auf, um sie nur einen halben Zyklus später sang- und klanglos abzuservieren? Das Ganze erinnert frappant an das Auftauchen des Homo superior im Schwarm-Zyklus und dessen großes Sterben (PR 525). Doch das wäre dann wirklich "Aktion Sinnlos".
Da gibt es dann mehrere Möglichkeiten: Entweder hat man erkannt, daß man mit den Mutanten, die man hier in so großer Zahl aufgebaut hat, nichts wirklich Weitergehendes mehr erreichen kann. Das hieße dann: Halt, stop, Irrtum - alles zurück, redaktionelle Notbremse ziehen. Oder aber man hat die Psioniker schon im Vorfeld geschaffen, um sie z. B. am Ende dieses Zyklus als Lösung für ein GROSSES Problem zu verwenden. Da tippen wir etwa auf Morkhero Seelenquell. Aber auch das hieße: Problem aufgebaut, Lösung gleich mitgeliefert, beides ex und hopp. Beide Ergebnisse sind gleichsam unbefriedigend wie einfallslos. "Deus ex machina" nennt man das wohl.
Warten wir die weitere Entwicklung ab. Auf den Roman wirkt es sich ohnehin nur am Rande aus. Arndt Ellmer beweist hier jedenfalls einmal mehr, daß er kann, wenn er will.
Zwischendurch taucht auch der gerettete Reginald Bull wieder auf. Nett. Mein Wunsch wäre, Bull umgehend wieder einzusetzen. Der Mann dürfte einen gesunden Groll gegen die Arkoniden hegen und wäre schon deshalb motiviert, etwas gegen das Kristallimperium zu unternehmen. (* Könnte aber sein, daß wir dann nicht mehr allzulange besonders viele Arkoniden haben... öhm... ;-) Heike)
Ein weiteres Kapitel beschert uns - ebenfalls eher nebenbei - einen Ausblick auf die derzeitige Lage in den anderen Thoregon-Galaxien. Nach dem Rückzug der Superintelligenzen in den PULS herrscht überall ein Machtvakuum. Parallelen zu Segafrendo sind erkennbar. Ist es nun ein Zufall, daß in - nach kosmischen Maßstäben - eher kurzer Zeit in allen Thoregon-Galaxien fremde Mächte auf dem Vormarsch sind? Das Ganze weist dazu zu viele Übereinstimmungen auf. Die Feinde der Thoregon-Völker haben sich viel zu schnell organisiert und sind ÜBERALL aktiv geworden. Alles deutet auf einen einzigen Gegner im Hintergrund hin. Sollte auch das Arkon-Imperium und sein plötzlicher Expansionsdrang fremdgesteuert sein?
Nicht, daß ein Rezensent immer etwas zu nörgeln haben muß, aber der Roman weist auch einige wenig durchdachte Passagen auf. Die wichtigste sei angeführt:
Mit ziemlichem Erstaunen liest man, daß PR den Galornen eine Hilfsflotte aus 100.000 (!!!) Posbi-Raumschiffen anbietet. Haben die Terraner für eine solche Flotte angesichts der derzeitigen Lage in der Milchstraße keine bessere Verwendung??? Man muß sich das einmal vorstellen: Da steht das arkonidische Kristall-Imperium mit erschreckend starken Streitkräften als böser Feind quasi an den Grenzen der LFT, und deren wichtigster politischer Repräsentant hat nichts besseres zu tun, als dringend benötigte Einheiten der verbündeten Posbis jemandem aus einer weit entfernten Galaxis anzubieten! Daß die Arkoniden eigentlich keine ernsthafte Bedrohung für die Terraner darstellen, kann angesichts der Lage in der Milchstraße nur als krasse Fehleinschätzung angesehen werden. Und daß eine solche Verantwortungslosigkeit dann noch einem so erfahrenen Mann wie dem Serienhelden himself unterläuft, ist eigentlich nicht zu glauben. Für eine derartige Sicherheitspolitik gehörte selbst PR abgesetzt. Das kann man doch wirklich keinem Leser als plausibel verkaufen. Okay, wir kennen die Flottenstärke der Posbis nicht, aber wenn die wirklich derart stark wären, hätte man mit den Arkoniden wohl kaum ein Problem. Hinzu kommt: Weshalb hat man diese Einheiten (oder wenigstens einen Teil davon) nicht bereits gegen MATERIA aufgeboten (* Huch??? Man hat nicht? Hab ich das jetzt falsch in der Erinnerung? Heike) oder sie zusammen mit der GILGAMESCH nach Chearth geschickt??? (Erinnern wir uns: In beiden Fällen suchte PR HÄNDERINGEND nach jedem Raumer, den er auftreiben konnte.) (* Aber im ersten Fall meine ich mich doch ganz eindeutig an Posbis zu erinnern...? Heike, grübelnd)
Gleichzeitig bietet dann die Galornin Druu Katsyria Perry Rhodan eine Shifting-Flotte für die Milchstraße an. Haben die Galornen nicht auch genug eigene Probleme UND nicht genügend eigene Schiffe? So bedeutend können die Bedrohungen von außen dann doch nicht sein.
Darüber, wie stark die Fähigkeiten der Mutanten denn nun wirklich sind, sollte man sich auch einmal Gedanken machen.
Kommen wir zum

Fazit:
Bis auf einige störende Kleinigkeiten ein guter Roman, dessen Enthüllungen auch für den weiteren Zyklus nicht unwichtig sein dürften.
10 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

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