Professor Zamorra

Band 677: "Yaga, die Hexe"

Der Zauberer Merlin taucht im Chateau Montagne auf und will Zamorra und Nicole damit beauftragen, im Jahr 1440 zu verhindern, daß Baba Yaga den Wandteppich der Puppenspielerin in die Hände bekommt.
Zamorra will ablehnen; er erhebt schwere Vorwürfe gegen Merlins Verhalten in den letzten Jahren, und Nicole stimmt ihrem Chef zu. Kurzerhand ruft Merlin das Amulett, MERLINS STERN, zu sich, um es aus Zamorras Besitz zu nehmen.
Außer sich vor Wut stimmen die beiden dann doch zu und werden von Merlin in die Vergangenheit geschickt, wo sie auf einer Burg eine Zeitlang niedere Arbeiten verrichten; sie sehen heruntergekommen aus, haben kein Geld, wissen aber, daß sich auf dieser Burg die Puppenspielerin aufhalten muß.
Auch die Hexe, nach dem Bad in Merlins Jungbrunnen wieder eine junge Frau, hält sich auf der Burg auf. Sie erkennt Zamorra und Nicole; diese jedoch können mit der jungen Frau nichts anfangen.
Die Frau des Herzogs ist die Puppenspielerin. Über Teppiche an den Wänden kann sie sehen, was auf der Burg vor sich geht, und über die Teppiche manipuliert sie die Menschen.
Yaga erinnert derweil der Aufenthalt auf der Burg an jene Zeit, als sie damals in das kleine Dorf im fernen Rußland kam, zusammen mit ihrem Einhorn, um dort unter den Menschen zu leben. Sie half ihnen mit ihren magischen Kräften, hatte jedoch in Sergej, einem Druiden vom Silbermond, einen Konkurrenten, der sich als Priester ausgab; er war bereits vor ihr in dem Dorf gewesen und hatte den Menschen heimlich geholfen. Vom Neid zerfressen, daß die Menschen bei Problemen zur Yaga gingen und nicht zu ihm, säte er Haß und Zwietracht, um die Dörfler aufzuwiegeln. Und in der Tat stand am Ende einer langen Kette von Aktivitäten der Menschen gegen die Yaga der Mord an dem Einhorn, was die Yaga zur Raserei trieb. Sie trank das Blut des Einhorns und aß sein Herz. Aus der Rüstung des Fürsten Wladimir, in der sie schon bei ihrer Ankunft eine seltsame Kraft spürte, formte Yaga in der Schmiede einen Ofen und aus einem Hufeisen des Tieres ein Fangeisen. Auf ihrem Ofen durch das Dorf reitend und das Fangeisen als Waffe einsetzend, löschte sie dann die Bevölkerung des Dorfes aus.
Ihren letzten Gegner, den Druiden Sergej, besiegte sie vernichtend, verschonte ihn aber, damit er - als Silbermonddruide praktisch unsterblich - für den Rest seiner Zeit an seine Taten und diesen Tag erinnert werden würde.
Auf der Burg schafft Yaga es, sich zur Kammerzofe der Puppenspielerin hochzudienen, mit dem Nachteil, daß der Herzog es eines Nachts auf sie abgesehen hat, zu den beiden aber noch die Puppenspielerin stößt und die Yaga später weiß, daß sie ein Kind bekommen wird.
Im Keller der Burg nehmen Zamorra und Nicole die Verfolgung der Frau des Herzogs auf, wobei diese drei von der Yaga verfolgt werden, die den Herzog erschlagen hat, weil sie bei ihm nicht den verlorenen Mondstein finden konnte, den sie braucht, um in ihre Zeit zurückkehren zu können. Daß Nicole diesen zufällig gefunden hat, kann sie nicht wissen.
In einer Höhle im Wald trifft die Puppenspielerin als erste ein. Auf einem Altar liegt ein Teppich, und darauf steht die menschengroße, mit dunkler Farbe bemalte Skulptur der "Dunklen Madonna" - ein genaues Abbild der Puppenspielerin. Aber eigentlich ist es andersherum: Der menschliche Körper diente als Werkzeug der Skulptur.
Die Dunkle Madonna ist uralt. Sie floh damals zusammen mit Maria Magdalena aus Jerusalem und fand im heutigen Frankreich Zuflucht.
Und sie kannte nicht nur Maria Magdalena - und wohl die erste - sondern auch die Ritter des Drachensohns und somit die Mitglieder der zweiten Tafelrunde unter Artus. Ähnlich wie Zamorra und Nicole sieht sie in dem Zauberer einen alten Narr, einen Idealisten und Träumer.
Vor der Höhle treffen derweil die drei anderen aufeinander, und die Yaga sieht, daß Nicole den Mondstein hat. Der Streit wird jedoch unterbrochen, als die Yaga den Eingang zur Grotte sieht.
Sie attackiert die Puppenspielerin, und auch die beiden Dämonenjäger versuchen einzugreifen. Nicole wird jedoch von der umstürzenden Statue am Kopf verletzt. Zamorra versucht, sie aus dem Gefahrenbereich der beiden kämpfenden Furien zu retten und verwandelt sich für kurze Zeit, so sein Empfinden, in ein Tier.
Die Puppenspielerin verliert den Kampf. Und doch geht der Plan der Dunklen Madonna auf, denn ihr Scheinkörper wird ja vernichtet.
Yaga nimmt den Wandteppich, und mit dem Mondstein kehrt nicht nur sie zurück. Sie nimmt Zamorra und Nicole mit - während sich in der Grotte ein neuer Körper der Puppenspielerin formt, deren Plan aufgegangen ist.
Im Jahr 2000 bedroht Zamorra mit einem Blaster in der Hand Merlin; dieser verschwindet aus dem Schloß, ehe der Dämonenjäger ihn töten kann.
Auf dem Blocksberg taucht derweil Yaga auf und gibt sich dort dem Treiben hin. Überrascht stellt sie fest, daß auch Asmodis anwesend ist. Bei einem zufällig mitgehörten Gespräch äußert sich der ehemalige Fürst abfällig über Frauen, besonders über Hexen. Yaga beschließt, ihm eine Lektion zu erteilen.

Oh je - wo soll das denn bitte enden? Giesa und Kern wollen sich anscheinend gegenseitig übertrumpfen - argh! Mal vom Zweiteiler 672/673 abgesehen, schrauben sich die Romane qualitätsmäßig ziemlich rasant nach oben.
Der Herzog. Da Yaga eine Zeitlang glaubt, er habe ein stattliches Äußeres, dürfte Magie im Spiel sein. Merlin ist der Vater von "Eva". Jetzt bekommt Yaga auch ein Kind, sie soll jedoch nicht die Mutter der "Eva" sein - 1140 war Asmodis definitiv noch Fürst der Finsternis - ob er der Vater des Kindes ist, also für eine Nacht die Gestalt des Herzogs annahm? Eher unwahrscheinlich, daß Merlin dessen Gestalt annahm, zumal es ja heißt, er sei nicht der Vater. Wenn jetzt doch - mit dem Hinweis "aber im Körper des Herzogs" - wäre dies Haarspalterei.
Die Puppenspielerin. Uralt, eigentlich eine "Holofigur", die Scheinfigur einer Statue, die zusammen mit Maria Magdalena aus Jerusalem floh - jetzt fangen wir (ich) mal an zu spekulieren. Es gibt Historiker, die behaupten, Maria Magdalena und Jesus seien verheiratet gewesen. Da Jesus als Oberhaupt der ersten Tafelrunde gilt, dürfte/könnte auch Maria Magdalena dazugehört haben. (Ob man auf Maria Magdalena noch mal zurückkommt, ist die zweite Frage.)
Die Puppenspielerin. Bekannt mit Maria Magdalena, ihre Freundin sogar. Zamorra bezeichnet sie auch als "Zauberer", einen direkten Gegner sieht sie nicht in ihm. Daß sie Menschen manipuliert, bedeutet nicht, daß sie zur Dunklen Seite der Macht gehört - sie kannte die ersten beiden Tafelrunden. Wieso sie im Jahr 2000 noch nicht zur Sprache kam, bleibt abzuwarten.
Yaga. Eine sehr interessante Lebensgeschichte; auch sie also eigentlich nicht "böse", sondern nach einem Schicksalsschlag... übergeschnappt?
Merlin. Endlich hat er mal eins vor den Bug bekommen. Vermißt habe ich am Ende nur der Hinweis, daß Zamorra MERLINS STERN zurückerhält. Am Anfang sollen die beiden den Auftrag ausführen; Merlin hat das Amulett. Als sie in das Jahr 2000 zurückkommen, erhalten sie es nicht zurück.
Im Band 678 ist es jedoch wieder im Einsatz...

Der Roman war sehr spannend, was aber an der Handlung, dem Geschehen lag und weniger an der Action. Gerade die Szenen im russischen Dorf fand ich sehr gut.

Punkte: Verteile ich in letzter Zeit immer weniger gerne. Herrgott, 13 für 676, 14 für 678 - geben wir noch mal 13 Punkte ;-)

Guido Latz
<iI

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