Der
Zauberer Merlin taucht im Chateau Montagne auf und will Zamorra und
Nicole damit beauftragen, im Jahr 1440 zu verhindern, daß Baba
Yaga den Wandteppich der Puppenspielerin in die Hände
bekommt.
Zamorra will ablehnen; er erhebt schwere Vorwürfe gegen Merlins
Verhalten in den letzten Jahren, und Nicole stimmt ihrem Chef zu.
Kurzerhand ruft Merlin das Amulett, MERLINS STERN, zu sich, um
es aus Zamorras Besitz zu nehmen.
Außer sich vor Wut stimmen die beiden dann doch zu und werden
von Merlin in die Vergangenheit geschickt, wo sie auf einer Burg eine
Zeitlang niedere Arbeiten verrichten; sie sehen heruntergekommen aus,
haben kein Geld, wissen aber, daß sich auf dieser Burg die
Puppenspielerin aufhalten muß.
Auch die Hexe, nach dem Bad in Merlins Jungbrunnen wieder eine junge
Frau, hält sich auf der Burg auf. Sie erkennt Zamorra und
Nicole; diese jedoch können mit der jungen Frau nichts
anfangen.
Die Frau des Herzogs ist die Puppenspielerin. Über Teppiche an
den Wänden kann sie sehen, was auf der Burg vor sich geht, und
über die Teppiche manipuliert sie die Menschen.
Yaga erinnert derweil der Aufenthalt auf der Burg an jene Zeit, als
sie damals in das kleine Dorf im fernen Rußland kam, zusammen
mit ihrem Einhorn, um dort unter den Menschen zu leben. Sie half
ihnen mit ihren magischen Kräften, hatte jedoch in Sergej, einem
Druiden vom Silbermond, einen Konkurrenten, der sich als Priester
ausgab; er war bereits vor ihr in dem Dorf gewesen und hatte den
Menschen heimlich geholfen. Vom Neid zerfressen, daß die
Menschen bei Problemen zur Yaga gingen und nicht zu ihm, säte er
Haß und Zwietracht, um die Dörfler aufzuwiegeln. Und in
der Tat stand am Ende einer langen Kette von Aktivitäten der
Menschen gegen die Yaga der Mord an dem Einhorn, was die Yaga zur
Raserei trieb. Sie trank das Blut des Einhorns und aß sein
Herz. Aus der Rüstung des Fürsten Wladimir, in der sie
schon bei ihrer Ankunft eine seltsame Kraft spürte, formte Yaga
in der Schmiede einen Ofen und aus einem Hufeisen des Tieres ein
Fangeisen. Auf ihrem Ofen durch das Dorf reitend und das Fangeisen
als Waffe einsetzend, löschte sie dann die Bevölkerung des
Dorfes aus.
Ihren letzten Gegner, den Druiden Sergej, besiegte sie vernichtend,
verschonte ihn aber, damit er - als Silbermonddruide praktisch
unsterblich - für den Rest seiner Zeit an seine Taten und diesen
Tag erinnert werden würde.
Auf der Burg schafft Yaga es, sich zur Kammerzofe der Puppenspielerin
hochzudienen, mit dem Nachteil, daß der Herzog es eines Nachts
auf sie abgesehen hat, zu den beiden aber noch die Puppenspielerin
stößt und die Yaga später weiß, daß sie
ein Kind bekommen wird.
Im Keller der Burg nehmen Zamorra und Nicole die Verfolgung der Frau
des Herzogs auf, wobei diese drei von der Yaga verfolgt werden, die
den Herzog erschlagen hat, weil sie bei ihm nicht den verlorenen
Mondstein finden konnte, den sie braucht, um in ihre Zeit
zurückkehren zu können. Daß Nicole diesen
zufällig gefunden hat, kann sie nicht wissen.
In einer Höhle im Wald trifft die Puppenspielerin als erste ein.
Auf einem Altar liegt ein Teppich, und darauf steht die
menschengroße, mit dunkler Farbe bemalte Skulptur der "Dunklen
Madonna" - ein genaues Abbild der Puppenspielerin. Aber eigentlich
ist es andersherum: Der menschliche Körper diente als Werkzeug
der Skulptur.
Die Dunkle Madonna ist uralt. Sie floh damals zusammen mit Maria
Magdalena aus Jerusalem und fand im heutigen Frankreich Zuflucht.
Und sie kannte nicht nur Maria Magdalena - und wohl die erste -
sondern auch die Ritter des Drachensohns und somit die Mitglieder der
zweiten Tafelrunde unter Artus. Ähnlich wie Zamorra und Nicole
sieht sie in dem Zauberer einen alten Narr, einen Idealisten und
Träumer.
Vor der Höhle treffen derweil die drei anderen aufeinander, und
die Yaga sieht, daß Nicole den Mondstein hat. Der Streit wird
jedoch unterbrochen, als die Yaga den Eingang zur Grotte sieht.
Sie attackiert die Puppenspielerin, und auch die beiden
Dämonenjäger versuchen einzugreifen. Nicole wird jedoch von
der umstürzenden Statue am Kopf verletzt. Zamorra versucht, sie
aus dem Gefahrenbereich der beiden kämpfenden Furien zu retten
und verwandelt sich für kurze Zeit, so sein Empfinden, in ein
Tier.
Die Puppenspielerin verliert den Kampf. Und doch geht der Plan der
Dunklen Madonna auf, denn ihr Scheinkörper wird ja
vernichtet.
Yaga nimmt den Wandteppich, und mit dem Mondstein kehrt nicht nur sie
zurück. Sie nimmt Zamorra und Nicole mit - während sich in
der Grotte ein neuer Körper der Puppenspielerin formt, deren
Plan aufgegangen ist.
Im Jahr 2000 bedroht Zamorra mit einem Blaster in der Hand Merlin;
dieser verschwindet aus dem Schloß, ehe der
Dämonenjäger ihn töten kann.
Auf dem Blocksberg taucht derweil Yaga auf und gibt sich dort dem
Treiben hin. Überrascht stellt sie fest, daß auch Asmodis
anwesend ist. Bei einem zufällig mitgehörten Gespräch
äußert sich der ehemalige Fürst abfällig
über Frauen, besonders über Hexen. Yaga beschließt,
ihm eine Lektion zu erteilen.
Oh je - wo soll das denn bitte enden? Giesa und Kern wollen sich
anscheinend gegenseitig übertrumpfen - argh! Mal vom Zweiteiler
672/673 abgesehen, schrauben sich die Romane
qualitätsmäßig ziemlich rasant nach oben.
Der Herzog. Da Yaga eine Zeitlang glaubt, er habe ein stattliches
Äußeres, dürfte Magie im Spiel sein. Merlin ist der
Vater von "Eva". Jetzt bekommt Yaga auch ein Kind, sie soll jedoch
nicht die Mutter der "Eva" sein - 1140 war Asmodis definitiv noch
Fürst der Finsternis - ob er der Vater des Kindes ist, also
für eine Nacht die Gestalt des Herzogs annahm? Eher
unwahrscheinlich, daß Merlin dessen Gestalt annahm, zumal es ja
heißt, er sei nicht der Vater. Wenn jetzt doch - mit dem
Hinweis "aber im Körper des Herzogs" - wäre dies
Haarspalterei.
Die Puppenspielerin. Uralt, eigentlich eine "Holofigur", die
Scheinfigur einer Statue, die zusammen mit Maria Magdalena aus
Jerusalem floh - jetzt fangen wir (ich) mal an zu spekulieren. Es
gibt Historiker, die behaupten, Maria Magdalena und Jesus seien
verheiratet gewesen. Da Jesus als Oberhaupt der ersten Tafelrunde
gilt, dürfte/könnte auch Maria Magdalena dazugehört
haben. (Ob man auf Maria Magdalena noch mal zurückkommt, ist die
zweite Frage.)
Die Puppenspielerin. Bekannt mit Maria Magdalena, ihre Freundin
sogar. Zamorra bezeichnet sie auch als "Zauberer", einen direkten
Gegner sieht sie nicht in ihm. Daß sie Menschen manipuliert,
bedeutet nicht, daß sie zur Dunklen Seite der Macht gehört
- sie kannte die ersten beiden Tafelrunden. Wieso sie im Jahr 2000
noch nicht zur Sprache kam, bleibt abzuwarten.
Yaga. Eine sehr interessante Lebensgeschichte; auch sie also
eigentlich nicht "böse", sondern nach einem Schicksalsschlag...
übergeschnappt?
Merlin. Endlich hat er mal eins vor den Bug bekommen. Vermißt
habe ich am Ende nur der Hinweis, daß Zamorra MERLINS STERN
zurückerhält. Am Anfang sollen die beiden den Auftrag
ausführen; Merlin hat das Amulett. Als sie in das Jahr 2000
zurückkommen, erhalten sie es nicht zurück.
Im Band 678 ist es jedoch wieder im Einsatz...
Der Roman war sehr spannend, was aber an der Handlung, dem Geschehen
lag und weniger an der Action. Gerade die Szenen im russischen Dorf
fand ich sehr gut.
Punkte: Verteile ich in letzter Zeit immer weniger gerne. Herrgott,
13 für 676, 14 für 678 - geben wir noch mal 13 Punkte
;-)