Der
Zentaur Bradwarden ist aus den Fängen der Abelikaner Mönche
befreit worden, und diese haben den guten Meister Jojonah als Ketzer
verbrannt. Gemeinsam mit ihrem Freund fliehen Elbryan und Pony in die
Wildnis des Nordens. Hier wollen sie helfen, ihre zerstörten
Heimatstädte wieder aufzubauen und die Siedler vor streunenden
Pauris und Goblins zu beschützen. Dabei arbeiten sie eng mit den
Soldaten des Königs zusammen.
Währenddessen ist der wahnsinnige Abt von St. Mere-Abelle noch
lange nicht am Ende. Es gelingt ihm, einen seiner Jünger zum
Bischof von Palmaris zu machen und auf diese Weise große Teile
des Bärenreiches unter seine Kontrolle zu bringen. Über
diese weltliche Macht erfährt er aber auch, daß Elbryan
und Pony sich in seinem Machtbereich aufhalten...
Band 5 der "Dämonendämmerung" bringt Business as usual, und
wieder kommt sie in geteilten Stücken - einmal eine Serie
gesplittet, bleibt das auch dabei.
Genauso, wie die Geschichte im letzten Band endete, geht es hier
weiter. Die Charaktere halten sich fern von jeglichem Tiefgang, und
eine Weiterentwicklung steht sowieso nicht zur Debatte. In diesem
Fall müßte die Handlung sich ja von der Aneinanderreihung
der Metzeleien wegbewegen, wie es im "Steinernden Arm" einmal mehr
geschieht.
Allerdings gibt es tatsächlich eine Neuerung, auf die ich
allerdings wirklich gerne verzichtet hätte. Diesmal versucht
Salvatore, die Handlungsweisen seiner Protagonisten zu erklären
bzw. zu rechtfertigen, indem er den Lesern einen Einblick in die
Gedankenwelt von Elbryan und Pony gewährt. Ich will hier ja gar
nicht den oft gebrauchten und noch viel öfter mißbrauchten
Begriff der Gewaltverherrlichung herbeizitieren, aber wenn ein
gnadenloses und verachtendes Abschlachten eines Gegners nur die
Begründung hat, daß die "Heldin" sich von ihren Problemen
abreagieren und damit den Tod ihrer Eltern verarbeiten muß,
dann finde ich das weder glaubhaft noch gut - besonders, da die
Goblins, die Ms. Pony da über den Weg gelaufen sind, mit dem Tod
der besagten Eltern absolut nichts zu tun hatten, sondern jemand ganz
anders dafür verantwortlich war.
Dennoch geht es in diesem Stil fleißig weiter. Je mehr Gedanken
zum Zuge kommen, desto abstruser wird die Geschichte.
Auf der anderen Ebene soll neben dem Schlachten im Norden wohl auch
noch ein wenig an der Intrigen-Seite des Südens gearbeitet
werden. Doch auch hier verkommt die Handlung immer mehr zu einem
langweiligen Streit zwischen Kirche und Staat um die Macht im Reich.
Anstatt hier so eine Art Gegengewicht zu der oberflächlichen
Story der anderen Ebene zu schaffen, benutzt der Autor die gleichen
Elemente: Oberflächlichkeit (statt Gefühlsduselei geht es
hier allerdings in Richtung Geheimniskrämerei und Drohungen) und
Gewalt (es ist schon schön zu sehen, wie der frischernannte
Bischof eigenhändig ein paar kämpfende Hunde aus dem Weg
räumt, daß seiner "Leibwache" Hören und Sehen
vergeht).
Durch diese Aufteilung kommen mal wieder nur die Splatterfans auf
ihre Kosten, und das wirklich nicht zu knapp. Ich will Salvatore
lassen, daß er es wirklich versteht, einen Kampf zu schildern,
wie es besser kaum geht, aber was hier halt stört, ist das
bißchen Geschichte zwischen den Kämpfen.
Was bleibt, ist eine Mischung aus städtischer Intrige und den
Kämpfen auf dem Land, die weder mitreißend noch spannend
noch schön geschrieben ist.
Fazit:
Hier wird eine Handlung in die Länge gezogen, die man besser in
einem Roman und nicht in einem ganzen Zyklus abgehandelt hätte.
Vielleicht sollte man Salvatore eine Kurzgeschichten-Sammlung
empfehlen, dann müßte er sich nicht so sehr mit der
überflüssigen Handlung beschäftigen.
4 Punkte
