Gregory Benford:

"Cosm"

OT: COSM
Ü: Irene Holicki
USA 1998
(511 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6356, ISBN 3-453-17087-3, DM 17,90)
- erschienen: Mai 2000 -

Während eines Experiments mit dem Teilchenbeschleuniger der Broockhaven National Laboratory - das dazu dienen soll, dem Quark-Gluon-Plasma auf die Spur zu kommen - läuft etwas schief. Der Teilchenbeschleuniger explodiert regelrecht. Bei den Aufräumarbeiten entdeckt die Wissenschaftlerin Alicia Butterworth eine glänzende Kugel, so groß wie eine Bowlingkugel. Aus wissenschaftlicher Neugier entwendet sie die Kugel aus dem Laboratory, um sie an der University of California zu untersuchen.
Nach zahlreichen Tests weiß Alicia immer noch nicht, was diese Kugel eigentlich ist; sie zieht den Fachwissenschaftler Max Jalon hinzu. Max entdeckt, daß die Kugel ein eigenes Universum ist, dessen Zeit um etliches schneller abläuft als die des normalen Kosmos.
Als ein Assistent bei der Erforschung des Cosm - wie Max die Kugel tauft - stirbt, kann Alicia ihre Entdeckung nicht mehr geheimhalten. Auf einen Schlag steht sie im Licht der Öffentlichkeit - und in einem Rechtsstreit mit dem Brookhaven Laboratory, das seine Ansprüche auf die Kugel anmeldet.
Während Alicia weiterforscht, entsteht eine Beziehung zwischen ihr und Max. Schließlich muß sie es sich eingestehen: Sie ist in ihn verliebt.
Als sich der Cosm verändert und der Rechtsstreit sich zuspitzt, faßt Alicia einen Entschluß, der ihr Leben verändern wird...

Daß Gregory Benford von Haus aus Physiker ist, merkt man diesem Roman an vielen Stellen an. Er spickt die Geschichte mit physikalischen Theorien und versucht, dem Cosm einen theoretischen Unterbau zu liefern - was das Lesen des ersten Drittels natürlich etwas erschwert.
Danach jedoch gewinnt die Geschichte durch eine spannende Handlung, durch die Dialoge, die die Personen untereinander führen, und durch die Liebesgeschichte. Leider bleiben Alicia und die anderen Charaktere etwas farblos. Sie sind ein wenig zu blaß, um richtig lebendig zu wirken.
Merkwürdigerweise tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch, da die Entwicklung des Cosm und die Begleitumstände den Leser in ihren Bann ziehen. Kein Wunder, daß der Roman demnächst verfilmt werden soll.
Ein weiterer Pluspunkt für diesen Roman ist das ausführliche Nachwort von Linus Hauser, auch wenn dieses mehr ein wissenschaftlich angehauchter Essay ist. Hauser ist ein Universitätswissenschaftler, der sich mit der SF befaßt hat. Mit seinem Nachwort beleuchtet er den Roman von einer anderen Warte aus und bemüht sich, die wissenschaftlichen Grundlagen zu erläutern.

Fazit:
Alles in allem ein gut erzählter und spannender Roman, dessen Figuren zwar etwas blaß sind, der aber hervorragend unterhält.
11 Punkte

Christian Spließ


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