Während
eines Experiments mit dem Teilchenbeschleuniger der Broockhaven
National Laboratory - das dazu dienen soll, dem Quark-Gluon-Plasma
auf die Spur zu kommen - läuft etwas schief. Der
Teilchenbeschleuniger explodiert regelrecht. Bei den
Aufräumarbeiten entdeckt die Wissenschaftlerin Alicia
Butterworth eine glänzende Kugel, so groß wie eine
Bowlingkugel. Aus wissenschaftlicher Neugier entwendet sie die Kugel
aus dem Laboratory, um sie an der University of California zu
untersuchen.
Nach zahlreichen Tests weiß Alicia immer noch nicht, was diese
Kugel eigentlich ist; sie zieht den Fachwissenschaftler Max Jalon
hinzu. Max entdeckt, daß die Kugel ein eigenes Universum ist,
dessen Zeit um etliches schneller abläuft als die des normalen
Kosmos.
Als ein Assistent bei der Erforschung des Cosm - wie Max die Kugel
tauft - stirbt, kann Alicia ihre Entdeckung nicht mehr geheimhalten.
Auf einen Schlag steht sie im Licht der Öffentlichkeit - und in
einem Rechtsstreit mit dem Brookhaven Laboratory, das seine
Ansprüche auf die Kugel anmeldet.
Während Alicia weiterforscht, entsteht eine Beziehung zwischen
ihr und Max. Schließlich muß sie es sich eingestehen: Sie
ist in ihn verliebt.
Als sich der Cosm verändert und der Rechtsstreit sich zuspitzt,
faßt Alicia einen Entschluß, der ihr Leben verändern
wird...
Daß Gregory Benford von Haus aus Physiker ist, merkt man diesem
Roman an vielen Stellen an. Er spickt die Geschichte mit
physikalischen Theorien und versucht, dem Cosm einen theoretischen
Unterbau zu liefern - was das Lesen des ersten Drittels
natürlich etwas erschwert.
Danach jedoch gewinnt die Geschichte durch eine spannende Handlung,
durch die Dialoge, die die Personen untereinander führen, und
durch die Liebesgeschichte. Leider bleiben Alicia und die anderen
Charaktere etwas farblos. Sie sind ein wenig zu blaß, um
richtig lebendig zu wirken.
Merkwürdigerweise tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch,
da die Entwicklung des Cosm und die Begleitumstände den Leser in
ihren Bann ziehen. Kein Wunder, daß der Roman demnächst
verfilmt werden soll.
Ein weiterer Pluspunkt für diesen Roman ist das
ausführliche Nachwort von Linus Hauser, auch wenn dieses mehr
ein wissenschaftlich angehauchter Essay ist. Hauser ist ein
Universitätswissenschaftler, der sich mit der SF befaßt
hat. Mit seinem Nachwort beleuchtet er den Roman von einer anderen
Warte aus und bemüht sich, die wissenschaftlichen Grundlagen zu
erläutern.
Fazit:
Alles in allem ein gut erzählter und spannender Roman, dessen
Figuren zwar etwas blaß sind, der aber hervorragend
unterhält.
11 Punkte