Maddrax und
Aruula sind mittlerweile in Deutschland angekommen. Unterwegs treffen
sie auf Lakan, der mit seinen bisherigen Dorfbewohnern auf dem Weg
nach Ethera ist. Ethera ist in der Überlieferung der Völker
das Paradies. Während Aruula sofort Feuer und Flamme ist, bleibt
Matt skeptisch - bis sie tatsächlich Ethera erreichen.
Das Paradies stellt sich als die Stadt München heraus - die
wundersamerweise noch genauso aussieht wie vor dem Einschlag des
Kometen. Während Matt und Aruula staunend durch die Stadt
laufen, stellt Matt fest, daß sich die Stadt überhaupt
nicht verändert hat.
Während Matt das Leben in Ethera immer noch skeptisch
beäugt, beginnt Aruula merkwürdige Dinge zu sehen - und
erregt mit ihrem Talent offensichtlich die Aufmerksamkeit derjenigen,
die über die Stadt herrschen. Der Mönch Maatin scheint zu
ihnen zu gehören. Als Aruula eines Tages mitten in der Nacht
erwacht, streichen seltsame Gestalten durch die Straßen. Sie
folgt ihnen und betritt bald den verbotenen Tempel Wutans.
Als Matt entdeckt, daß Aruula verschwunden ist, macht er sich
auf die Suche nach ihr und findet sie als Geweihte Wutans. Doch als
Matt sie nach ihren Gründen fragt, greift Aruula ihn an. Matt
muß sie töten - oder vielmehr das Wesen, das ihre Gestalt
angenommen hat. Kurze Zeit darauf ruft der Herrscher von Ethera die
Bewohner zu sich. Eine Hexenverbrennung soll stattfinden. Und Aruula
soll diese Hexe sein. Matt gerät in den merkwürdigen Bann,
der die Menge befällt. Erst als Aruula einen kräftigen
telepathischen Hilfeschrei ausstößt, kann er sie befreien.
Auf der Flucht vor den reptilischen Wesen, die in der Maske der
Mönche auftreten, geraten sie in den Untergrund des Tempels.
Sie treffen dort auf eine riesige Schlange, die sich offensichtlich
von den Bewohnern der Stadt ernährt hat. Sie sorgt mit ihren
telepathischen Fähigkeiten für stetigen Nachwuchs, indem
sie den Menschen einredet, daß sie Auserwählte Wutans
seien. Ein grünlicher Schleim sorgt dafür, daß die
Bewohner nicht fliehen, und hält sie unter Kontrolle.
Es gelingt Matt schließlich, die Schlange zu besiegen. Das
wirkliche München entpuppt sich als Ruinenstadt. Matt und Aruula
ziehen weiter in Richtung Berlin.
Nun ja. Schon auf den ersten Seiten dieses Romans stellte sich die
Erinnerung an einen H.G. Wells-Roman ein. Wir erinnern uns an die
Zukunft, in der es eine paradiesische Oberwelt und eine
monströse Unterwelt gibt. Richtig - der Roman heißt "Die
Zeitmaschine". Und je mehr Seiten man hinter sich gebracht hat, desto
mehr wird klar, daß die Geschichte wirklich von diesem Roman
beeinflußt worden ist.
Das ist an sich ja nichts Schlechtes, und derjenige, der den Roman
nicht kennt, könnte sich auch unterhalten fühlen. Parrish
gelingt es jedoch leider nicht, Höhepunkte in diese Geschichte
einzubauen. Zu durchsichtig ist die Konstruktion; zu früh
bemerkt man, daß Ethera nicht das Paradies ist, das Aruula sich
erhofft. Man bekommt zwar einen netten Einblick in das München
des 21. Jahrhunderts - vielmehr das Bild, das Matt sich von der Stadt
bewahrt hat.
Während der Stil des Autors sehr angenehm zu lesen ist, bleibt
die Geschichte des Romans öde und farblos. Schade, aber aus dem
Plot hätte man sicherlich einiges mehr machen können.
Fazit:
Trotz des angenehmen Stils, den Parrish hat, ein durchschnittlicher
Maddrax-Roman.
8 Punkte