Band 9: "Die Schlange im Paradies"

Autor: Michael J. Parrish

Maddrax und Aruula sind mittlerweile in Deutschland angekommen. Unterwegs treffen sie auf Lakan, der mit seinen bisherigen Dorfbewohnern auf dem Weg nach Ethera ist. Ethera ist in der Überlieferung der Völker das Paradies. Während Aruula sofort Feuer und Flamme ist, bleibt Matt skeptisch - bis sie tatsächlich Ethera erreichen.
Das Paradies stellt sich als die Stadt München heraus - die wundersamerweise noch genauso aussieht wie vor dem Einschlag des Kometen. Während Matt und Aruula staunend durch die Stadt laufen, stellt Matt fest, daß sich die Stadt überhaupt nicht verändert hat.
Während Matt das Leben in Ethera immer noch skeptisch beäugt, beginnt Aruula merkwürdige Dinge zu sehen - und erregt mit ihrem Talent offensichtlich die Aufmerksamkeit derjenigen, die über die Stadt herrschen. Der Mönch Maatin scheint zu ihnen zu gehören. Als Aruula eines Tages mitten in der Nacht erwacht, streichen seltsame Gestalten durch die Straßen. Sie folgt ihnen und betritt bald den verbotenen Tempel Wutans.
Als Matt entdeckt, daß Aruula verschwunden ist, macht er sich auf die Suche nach ihr und findet sie als Geweihte Wutans. Doch als Matt sie nach ihren Gründen fragt, greift Aruula ihn an. Matt muß sie töten - oder vielmehr das Wesen, das ihre Gestalt angenommen hat. Kurze Zeit darauf ruft der Herrscher von Ethera die Bewohner zu sich. Eine Hexenverbrennung soll stattfinden. Und Aruula soll diese Hexe sein. Matt gerät in den merkwürdigen Bann, der die Menge befällt. Erst als Aruula einen kräftigen telepathischen Hilfeschrei ausstößt, kann er sie befreien. Auf der Flucht vor den reptilischen Wesen, die in der Maske der Mönche auftreten, geraten sie in den Untergrund des Tempels.
Sie treffen dort auf eine riesige Schlange, die sich offensichtlich von den Bewohnern der Stadt ernährt hat. Sie sorgt mit ihren telepathischen Fähigkeiten für stetigen Nachwuchs, indem sie den Menschen einredet, daß sie Auserwählte Wutans seien. Ein grünlicher Schleim sorgt dafür, daß die Bewohner nicht fliehen, und hält sie unter Kontrolle.
Es gelingt Matt schließlich, die Schlange zu besiegen. Das wirkliche München entpuppt sich als Ruinenstadt. Matt und Aruula ziehen weiter in Richtung Berlin.

Nun ja. Schon auf den ersten Seiten dieses Romans stellte sich die Erinnerung an einen H.G. Wells-Roman ein. Wir erinnern uns an die Zukunft, in der es eine paradiesische Oberwelt und eine monströse Unterwelt gibt. Richtig - der Roman heißt "Die Zeitmaschine". Und je mehr Seiten man hinter sich gebracht hat, desto mehr wird klar, daß die Geschichte wirklich von diesem Roman beeinflußt worden ist.
Das ist an sich ja nichts Schlechtes, und derjenige, der den Roman nicht kennt, könnte sich auch unterhalten fühlen. Parrish gelingt es jedoch leider nicht, Höhepunkte in diese Geschichte einzubauen. Zu durchsichtig ist die Konstruktion; zu früh bemerkt man, daß Ethera nicht das Paradies ist, das Aruula sich erhofft. Man bekommt zwar einen netten Einblick in das München des 21. Jahrhunderts - vielmehr das Bild, das Matt sich von der Stadt bewahrt hat.
Während der Stil des Autors sehr angenehm zu lesen ist, bleibt die Geschichte des Romans öde und farblos. Schade, aber aus dem Plot hätte man sicherlich einiges mehr machen können.

Fazit:
Trotz des angenehmen Stils, den Parrish hat, ein durchschnittlicher Maddrax-Roman.
8 Punkte

Christian Spließ

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