Flotten des
Dominion und der mit ihm verbündeten Cardassianer greifen Deep
Space Nine an. Kommandant Benjamin Sisko weiß, daß die
Raumstation gegen diese Übermacht nicht zu halten ist, doch er
versucht Zeit zu gewinnen, damit die DEFIANT das Wurmloch in den
Gamma-Quadranten, durch welches das Dominion seinen Nachschub
heranführt, mit selbstreplizierenden Raum-Minen unpassierbar
machen kann. Deep Space Nine wird schließlich von der
Föderation evakuiert. Nach Aktivierung des Minenfeldes tritt die
DEFIANT mit Sisko an Bord den Rückzug an, während die
Angreifer trotz schwerer Verluste die Station erobern und besetzen.
Zurück auf DS9 bleiben so bekannte Personen wie der
Gestaltwandler Odo, die Bajoranerin Kira Nerys, der Ferengi Quark und
Jake Sisko. Auf der Seite der Cardassianer taucht Gul Dukat wieder
auf der Station auf; er übernimmt dort (zusammen mit einem
Repräsentaten des Dominion, einem Vorta) das Kommando.
(Diese Eingangssequenz spielt sich, chronologisch gesehen, vor den
Ereignissen des Romans "Dominion-Krieg 1, Star Trek - The Next
Generation, Hinter feindlichen Linien", ab. Sie findet hier nur
deshalb Erwähnung, weil der genannte Roman nur vor diesem
Hintergrund plausibel ist. Leider läßt der TNG-Roman den
Leser hier weitgehend im Dunkeln).
In den darauffolgenden Monaten führt die Föderation einen
verzweifelten Abwehrkampf gegen die Invasoren. Ganze Flotten werden
vernichtet. Das Dominion ist über die Flottenbewegungen der
Föderation offenbar bestens informiert. Während man im
Hauptquartier der Föderation der Meinung ist, die
Führungsstäbe seien von Gestaltwandlern unterwandert,
verfolgt Benjamin Sisko eine andere Theorie. Er glaubt, das Dominion
habe weitreichende Sensoren installiert und zu einer Phalanx
gekoppelt, um damit den Feind zu überwachen. Er will sich mit
der DEFIANT zu einer Spezialmission abkommandieren lassen, um seine
Hypothese zu überprüfen. Statt dessen erhält er den
Befehl über ein erbeutetes Jem'Hadar-Schiff. Er soll ein
großes Lager für Ketracel-Weiß zerstören, jene
Droge, ohne die die Soldaten des Dominion binnen kurzer Zeit
sterben.
Mit Hilfe einer in das Lager gebeamten Bombe gelingt der Einsatz,
doch das Schiff wird von angreifenden Jem'Hadar-Kampfeinheiten so
stark beschädigt, daß es sich gerade noch in einen
nahegelegenen Nebel retten kann, um dort auf einem Planeten
abzustürzen.
Unglücklicherweise ist auf dieser Welt auch ein Schiff der
Jem'Hadar notgelandet, das während des vorherigen Kampfes
ebenfalls schwer beschädigt wurde. So kommt es kurze Zeit
später zur ersten Gefechtsberührung der beiden Gruppen. Die
überlebenden Jem'Hadar werden ausgeschaltet, und Sisko und seine
Crew werden von dem klingonischen Schiff ROTARRAN unter General
Martok gerettet.
Auf DS 9 bereiten Kira Nerys und Odo währenddessen den Kampf
gegen die Besatzer vor.
Der Roman ist nicht in sich abgeschlossen; vielmehr werden hier
verschiedene Handlungskomplexe vorbereitet, die erst in dem Roman
"Dominion-Krieg 4, Star Trek - Deep Space 9, Beendet den Krieg!" ihre
Auflösung finden werden. Eine Wertung gestaltet sich daher
schwierig. Immerhin tauchen eine Vielzahl bekannter Figuren auf.
So gehören zur Besatzung der ROTARRAN Worf und sein Sohn
Alexander Rozhenko, deren Verhältnis äußerst gespannt
ist. Hier kommt es gegen Ende mehrfach zu heftigen
Auseinandersetzungen. Worf wiederum will noch einmal heiraten (Dax!),
wovon sein Sohn nichts weiß. Auf DS 9 schwanken Odo und Kira
Nerys stark, wie sie dem Dominion begegnen sollen (wobei sich beide
letztlich zum Widerstand entschließen).
Der Schwerpunkt liegt daher eher auf der Interaktion der aus der
Serie bekannten Charaktere als auf action-betonter Handlung, wobei
allerdings auch letztere nicht zu kurz kommt.
Die Personen halten sich allerdings innerhalb der bereits bekannten
Handlungsschemata. So werden die Protagonisten sehr klischeehaft, d.
h. beinahe durchgehend positiv dargestellt, sind ethisch hochstehend
und besitzen kaum Schwächen. Besonders Benjamin Sisko zeigt sich
überaus moralisch, nach der Devise: Lieber dreimal fragen als
einmal schießen (auch wenn das eigene Leben bedroht ist). Das
schlägt sich sich dann in Szenen nieder, wie sie auch in keiner
Star Trek-Folge fehlen dürfen: Die notgelandeten Jem'Hadar
verfügen über kein Ketracel-Weiß mehr und werden von
ihrem vorgesetzten Vorta hintergangen, weil dieser sein eigenes Leben
retten will. Obwohl Sisko die Gelegenheit erhält, alle Jem'Hadar
ohne eigene Verluste zu töten, verhandelt er erst einmal unter
Einsatz seines eigenen Lebens. Da wird der Zeigefinger zu sehr
erhoben.
Neues wird ansonsten eigentlich nicht geboten, doch der Roman liest
sich angenehm, und die angelegten Plots sind ausbaufähig.
Fazit:
Gehobene Serienkost; gut geschrieben. Alles Weitere bleibt
abzuwarten. Dafür gibt es erst einmal
9 Punkte