Diane Carey:

"Verlorener Friede"

(Der Dominion-Krieg 2)
(Star Trek: Deep Space Nine - Band 27)
(250 Seiten, Taschenbuch, Heyne 5727, ISBN 3-453-17090-3, DM 14,90)
- erschienen: Mai 2000 -

Flotten des Dominion und der mit ihm verbündeten Cardassianer greifen Deep Space Nine an. Kommandant Benjamin Sisko weiß, daß die Raumstation gegen diese Übermacht nicht zu halten ist, doch er versucht Zeit zu gewinnen, damit die DEFIANT das Wurmloch in den Gamma-Quadranten, durch welches das Dominion seinen Nachschub heranführt, mit selbstreplizierenden Raum-Minen unpassierbar machen kann. Deep Space Nine wird schließlich von der Föderation evakuiert. Nach Aktivierung des Minenfeldes tritt die DEFIANT mit Sisko an Bord den Rückzug an, während die Angreifer trotz schwerer Verluste die Station erobern und besetzen. Zurück auf DS9 bleiben so bekannte Personen wie der Gestaltwandler Odo, die Bajoranerin Kira Nerys, der Ferengi Quark und Jake Sisko. Auf der Seite der Cardassianer taucht Gul Dukat wieder auf der Station auf; er übernimmt dort (zusammen mit einem Repräsentaten des Dominion, einem Vorta) das Kommando.
(Diese Eingangssequenz spielt sich, chronologisch gesehen, vor den Ereignissen des Romans "Dominion-Krieg 1, Star Trek - The Next Generation, Hinter feindlichen Linien", ab. Sie findet hier nur deshalb Erwähnung, weil der genannte Roman nur vor diesem Hintergrund plausibel ist. Leider läßt der TNG-Roman den Leser hier weitgehend im Dunkeln).
In den darauffolgenden Monaten führt die Föderation einen verzweifelten Abwehrkampf gegen die Invasoren. Ganze Flotten werden vernichtet. Das Dominion ist über die Flottenbewegungen der Föderation offenbar bestens informiert. Während man im Hauptquartier der Föderation der Meinung ist, die Führungsstäbe seien von Gestaltwandlern unterwandert, verfolgt Benjamin Sisko eine andere Theorie. Er glaubt, das Dominion habe weitreichende Sensoren installiert und zu einer Phalanx gekoppelt, um damit den Feind zu überwachen. Er will sich mit der DEFIANT zu einer Spezialmission abkommandieren lassen, um seine Hypothese zu überprüfen. Statt dessen erhält er den Befehl über ein erbeutetes Jem'Hadar-Schiff. Er soll ein großes Lager für Ketracel-Weiß zerstören, jene Droge, ohne die die Soldaten des Dominion binnen kurzer Zeit sterben.
Mit Hilfe einer in das Lager gebeamten Bombe gelingt der Einsatz, doch das Schiff wird von angreifenden Jem'Hadar-Kampfeinheiten so stark beschädigt, daß es sich gerade noch in einen nahegelegenen Nebel retten kann, um dort auf einem Planeten abzustürzen.
Unglücklicherweise ist auf dieser Welt auch ein Schiff der Jem'Hadar notgelandet, das während des vorherigen Kampfes ebenfalls schwer beschädigt wurde. So kommt es kurze Zeit später zur ersten Gefechtsberührung der beiden Gruppen. Die überlebenden Jem'Hadar werden ausgeschaltet, und Sisko und seine Crew werden von dem klingonischen Schiff ROTARRAN unter General Martok gerettet.
Auf DS 9 bereiten Kira Nerys und Odo währenddessen den Kampf gegen die Besatzer vor.

Der Roman ist nicht in sich abgeschlossen; vielmehr werden hier verschiedene Handlungskomplexe vorbereitet, die erst in dem Roman "Dominion-Krieg 4, Star Trek - Deep Space 9, Beendet den Krieg!" ihre Auflösung finden werden. Eine Wertung gestaltet sich daher schwierig. Immerhin tauchen eine Vielzahl bekannter Figuren auf.
So gehören zur Besatzung der ROTARRAN Worf und sein Sohn Alexander Rozhenko, deren Verhältnis äußerst gespannt ist. Hier kommt es gegen Ende mehrfach zu heftigen Auseinandersetzungen. Worf wiederum will noch einmal heiraten (Dax!), wovon sein Sohn nichts weiß. Auf DS 9 schwanken Odo und Kira Nerys stark, wie sie dem Dominion begegnen sollen (wobei sich beide letztlich zum Widerstand entschließen).
Der Schwerpunkt liegt daher eher auf der Interaktion der aus der Serie bekannten Charaktere als auf action-betonter Handlung, wobei allerdings auch letztere nicht zu kurz kommt.
Die Personen halten sich allerdings innerhalb der bereits bekannten Handlungsschemata. So werden die Protagonisten sehr klischeehaft, d. h. beinahe durchgehend positiv dargestellt, sind ethisch hochstehend und besitzen kaum Schwächen. Besonders Benjamin Sisko zeigt sich überaus moralisch, nach der Devise: Lieber dreimal fragen als einmal schießen (auch wenn das eigene Leben bedroht ist). Das schlägt sich sich dann in Szenen nieder, wie sie auch in keiner Star Trek-Folge fehlen dürfen: Die notgelandeten Jem'Hadar verfügen über kein Ketracel-Weiß mehr und werden von ihrem vorgesetzten Vorta hintergangen, weil dieser sein eigenes Leben retten will. Obwohl Sisko die Gelegenheit erhält, alle Jem'Hadar ohne eigene Verluste zu töten, verhandelt er erst einmal unter Einsatz seines eigenen Lebens. Da wird der Zeigefinger zu sehr erhoben.
Neues wird ansonsten eigentlich nicht geboten, doch der Roman liest sich angenehm, und die angelegten Plots sind ausbaufähig.

Fazit:
Gehobene Serienkost; gut geschrieben. Alles Weitere bleibt abzuwarten. Dafür gibt es erst einmal
9 Punkte

Hans-Joachim Kleimann


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.


home...