Band 10: "Götter und Barbaren"

Autor: Jo Zybell

Matt und Aruula sind in einem Kanu unterwegs nach Leipzig. Als sie an Land gehen, um einige Stiere zu erlegen, hören sie fernen Geschützdonner. Matt ist neugierig, wer da auf wen schießt, und schleicht sich an die Szene heran. Aus der Ferne beobachtet er, daß einige wilde Barbaren - Wikinger, wie er später erfährt - ein metallenes Fluggerät erobern. Mehrere Gestalten mit Helm und Schutzanzug wehren sich mit hochmodernen Waffen gegen die Barbaren. zuletzt jedoch unterliegen sie. Matt entdeckt, daß ein Opfer noch lebt, und rettet es. Von ihm erfährt er, daß es eine Community London gibt.
Währenddessen wurde Eve Carlyle, der Commander des Fahrzeuges, gefangengenommen und in das Lager der Wikinger verschleppt. Der Anführer, Haidrik, ist offensichtlich auf die hochtechnisierten Waffen aus und will von Eve das Versteck der "Götter" wissen. Da Haidrik von einer telepathisch begabten Frau unterstützt wird, blockt Eve ihren Geist ab. Zudem weiß sie, daß sie innerhalb weniger Tage sterben wird. Die Bunkermenschen haben eine Immunschwäche entwickelt - betreten sie die Erde ohne Schutzanzug, müssen sie sterben.
Unterdessen betrachtet der junge König Lodar von Laabsisch das Streitheer der Wikinger mit großer Besorgnis. Er und seine Getreuen haben zwar alles getan, was in ihrer Macht steht, um sich gegen den Ansturm der Plünderer zu schützen, doch ob das alles halten wird, ist eine andere Frage.
Matt hat sich in das Lager der Wikinger geschlichen. In der Maske eines der ihren dringt er bis zu Eve vor - und erbeutet ihre Strahlenwaffe. Bei seinem Rückzug wird er von Lodars Männern gefangengenommen. Matt gelingt es, Lodar davon zu überzeugen, kein Spion der Wikinger zu sein.
Aruula, die auf Matt wartet, ist zunächst zum Zuschauen verdammt. Als jedoch die Wikinger die Stadt einnehmen, hofft sie, zu Matt stoßen zu können.
Kaum hat Matt Lodar auf seiner Seite, stürmen die Wikinger die Stadt. Zuerst scheint es noch, als könnten sich die Bewohner verteidigen, doch bald schon ziehen sie sich in ihre Notburgen und unterirdischen Gänge zurück. Matt und seine Streiter wagen einen Ausbruch - und werden durch Aruula unterstützt, die genau in diesem Moment in die Stadt eindringt.
Kurze Zeit später retten sie Eve aus den Händen der Wikinger, und Aruula steht einer Frau aus ihrem Volk gegenüber. Die Begegnung ist jedoch recht kurz: Eve erschießt diese Frau, da sie ihr das Geheimnis der Community London entlockt hat. Sie erklärt Matt, daß es in den Bunkern Überlebende der Katastrophe gegeben hat. In London und Salisbury haben die Wissenschaftler Forschungsteams aufs Festland entsandt, um herauszufinden, warum die Menschheit innerhalb so kurzer Zeit degeneriert ist.
Die Schlacht um Leipzig wird immer dramatischer. Als Matt zusammen mit Aruula und Eve eines der Wikingerdampfschiffe erobern kann, stellt Eve ihre Waffe auf den Selbstzerstörungsmodus ein. Ein gewagtes Unterfangen beginnt, wobei sich Lodar freiwillig für die Stadt opfert.
Es gelingt ihnen, die Wikinger zu besiegen. Matt und Aruula ziehen weiter nach Berlin.

Jo Zybell hat erneut einen sehr guten Maddrax geschrieben, wenn er auch nicht so ganz an seine bisherigen Romane heranreicht.
Das liegt wohl in der Tatsache begründet, daß Jo in den einzelnen Szenen zwar sehr perfekte Beschreibungen einbaut, es ihm jedoch nicht gelingt, die Szenen zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.
Die Schlachtbeschreibungen für sich genommen sind hervorragend. Man fühlt sich an alte Hollywood-Filme erinnert, in denen Schwerter mit lauten Geklirr aufeinanderprallen. Das ist wirklich Atmosphäre pur.
Auch die Charakterbeschreibung ist auf sehr hohem Niveau. Sowohl Matt als auch Aruula werden allmählich zu lebendigen, fühlbaren Personen. Und selbst die Nebencharaktere werden liebevoll nachgezeichnet.
Wie schon gesagt, die Einzelszenen an sich sind wunderbar - leider fügen sie sich nicht zu einem kompletten Ganzen zusammen. Zu abgehackt und zerrissen fliegen sie an den Augen des Lesers vorbei, der in diesem Wirrwarr sehr leicht die Orientierung verliert.
Und nach der ausführlichen Schilderung der Schlachtgefechte bald auch etwas müde wird - schließlich passiert auf weite Strecken hin ja nichts anderes.

Fazit:
Zwar kein herausragender Roman, aber er verstärkt die Tendenz der Serie, die von Roman zu Roman besser wird.
9 Punkte

Christian Spließ

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