Band 2025: "Heiße Fracht für Arkon"

Autor: Horst Hoffmann

Nach außen hin ist Micro Trivielle einer der erfolgreichsten Händler der Swoon, und nach außen hin ist Lokmar Lokink sein unfähiger Lehrling, der ihm ein Geschäft nach dem anderen verdirbt und ihn immer wieder bis zur Weißglut treibt. In Wirklichkeit aber sind die beiden USO-Agenten - wenn auch das Verhältnis der beiden dadurch nicht besser wird.
Egal, in welcher Identität sie sich gerade befinden, immer halten sie die Augen offen. So erfahren sie, daß die Arkoniden eine große Ladung positronisch-syntronische Steuerchips kaufen wollen, die man normalerweise benötigt, um planetengebundene Transformgeschütze zu bestücken - zudem wollen sie dafür einen höllenmäßigen Preis zahlen.
Als die erste Lieferung der Chips anrauscht, stehen die beiden USO-Agenten Gewehr bei Fuß und machen sich auf, um herauszufinden, wozu die Ladung benutzt werden soll. Sie schleusen sich in die Transportbehälter ein und landen - auf der GILGAMESCH. Hier wird klar, daß die Arkoniden den Raumer in eine gigantische Kampfstation verwandeln wollen und auf diese Weise eine Waffe haben würden, die in der Galaxis ihresgleichen sucht. Der Imperator persönlich inspiziert die GILGAMESCH, und in einer Rede an seine Soldaten kündigt er den ersten Einsatz des umgerüsteten Raumschiffes an, der in vier Wochen stattfinden soll.
Die beiden Swoon bekommen alles haarfein mit, haben aber ein Problem: Sie kommen wohl kaum wieder unerkannt von der GILGAMESCH hinunter. Die einzige Rettung ist ebenso dreist wie entwürdigend: Sie verstecken sich im Salatbuffet des Imperators - als Gurken getarnt! So gelingt es ihnen schließlich, zu entkommen, auch wenn sie in Mirkandol in einer gesperrten Zone erwischt werden - und Papiere haben sie ja nicht mehr dabei. Das führt zwar zu einigen kleineren diplomatischen Verwicklungen, aber schließlich erhalten sie ihre Freiheit zurück und haben nun endlich Gelegenheit, dem USO-Hauptquartier von den unerfreulichen Entwicklungen zu berichten.

Oh Nostalgie - oh süße, oh geliebte Nostalgie, welch ein Duo hast du hier dem Leser zu Augen gebracht!
Anders kann ich mir die Schaffung von Micro Trivielle und Lokmar Lokink nicht erklären. Ein kongeniales Duo, das sich eigentlich mehr durch Chaos denn durch Übersicht und Können durch die Handlung wurschtelt und dabei die ganze Zeit nur Blödsinn labert. Eigentlich eine Sache, die so an sich völlig überflüssig ist, oder?
Aber mal im Ernst: Hat nicht gerade dies die alten Risiko-Einsätze so klasse gemacht? Wäre doch langweilig bis zum Umfallen gewesen, wenn hier nur schnieke Marines auf die Jagd nach den bösen Aliens gegangen wären. Vielmehr waren es doch jene Charaktere, die die Gemüter der Leser und ebenso ihre eigenen erhitzten. Anders wird es bei den beiden Gurken nicht werden.
Also: Halten wir fest, daß zum einen die Kreation dieses Duos eine klasse Sache ist und ich mir wirklich und zutiefst wünsche, mehr von den beiden Gurken zu lesen zu bekommen. Auf der anderen Seite ist es aber auch nur ein Schritt in die richtige Richtung (Achtung, jetzt kommt das mit dem Erhitzen der Gemüter), denn übertreiben kann man auch. Nach einer Weile ging das elende Nachgeplapper von Micro mir nämlich so richtig auf die Nerven. Es ist eine Sache, jemanden als ziemlich dämlich darzustellen, eine andere, die Sache aber auch nicht zu übertreiben. Genau dies passiert hier jedoch; und so steigert sich in der Mitte des Romans das Geschwätz des USO-Majors bis an die Schmerzgrenze. Es ist schon erstaunlich, wie jemand, der sich im Einsatz so dämlich anstellt, sich in der USO bis zum Major durchwursteln kann. Aber... Moment, was rede ich hier denn: War das früher nicht genauso? Naja, vielleicht kann man sich darauf einigen, daß - wenn die Schummel-Arkoniden sich schon so durchmogeln dürfen - auch mal die "Guten" ein wenig Dusel verdient haben, und auf der Positivseite steht der Einsatz der beiden Swoon allemal.
Dennoch hab ich noch eine Episode, die mir doch sehr aufgestoßen ist, und zwar ab Seite 53, als sie sich in dem arkonidischen Psycho-Verhör behaupten müssen. Kann mir mal einer erklären, wie dämlich sich die Arkoniden noch anstellen wollen? Hier ist eine Steigerung ja kaum noch möglich, und Madame Uschzitsch (* ? ;-) Heike) bringt den Arkoniden alles mögliche außer Ruhm oder Ehre ein. Ich will in diesem Zusammenhang bei der Namensgebung der Ärztin dem Autoren eher Humor (* ! :-) Heike) denn böse Absicht unterstellen.

Zum Schluß will ich aber mal eine kleine Neuheit bringen. Ich sage hier ja wirklich ganz selten was über Titelbilder, aber mit diesem hat sich Sven Papenbrock endgültig in meinen eigenen kleinen Olymp gezeichnet. In meinen Augen ein Cover, das sich und den Roman zum Kult machen wird. Die beiden Swoon sind in meinen Augen einfach nur noch Legende!!! (* Du wirst so freundlich sein und mich irgendwann erhellen, warum? ;-) Das sind doch keine Gurken, das sind unreife Bananen... Fehlen nur noch die Schirmmützen mit den jeweiligen Aufschriften 'B1' und B2'... >:-) (nichts für ungut, Sven) Heike) (**Korrektorin wurde soeben von der frischgegründeten "Bananas in Pyjamas-Fan-Bewegung" zwecks Rache für diese Äußerung ins Planschbecken geworfen, was fatal enden könnte, da sie noch nicht mal 'Seepferdchen' hat**)

Fazit:
Ein Roman, wie ihn die Serie braucht. Etwas, an dem sich vermutlich die Gemüter reiben werden und von dem unbedingt mehr geschrieben werden müßte. Ich wäre gern euphorischer; dennoch gibt's von mir für den Nerv-Faktor und die Arkonidenpsychologin Punktabzüge.
10 Punkte

Alexander Haas

Oh, ein Roman, der einen Aspekt des großen Handlungsbogens ein wenig weiterbringt! So manchmal kann man für solche Romane ja wirklich dankbar sein - auch wenn sie insgesamt nicht besonders viel auszusagen haben.
Aber was für einen "Fast-Füllroman" hat Horst Hoffmann hier abgeliefert!
"Heiße Fracht für Arkon" erweist sich als der wirklich würdige Nachfolger der "Kaffeekannen-Romane" der alten Zeit. Der Leser spürt förmlich die Anwesenheit von a Hainu und Rorvic - die hinter jeder Seite hervorzuschauen scheinen. Die Kabbeleien zwischen den beiden "Gürkchen" erweisen sich zwar teilweise als recht platt, ansonsten jedoch äußerst amüsant.
Daß es Hoffmann dabei gelingt, diese recht komiklastige Handlung in einen recht spannenden Romane zu fassen - darauf haben wir inzwischen schon länger gewartet. Wenn schon ziemlich uninteressante Handlung im "großen" Bereich, dann wenigstens wirklich gute Romane.
Wir wissen zwar, daß Hoffmann den (zwar nicht unbedingt wirklich niveauvollen, dafür für denjenigen, der ihn zu genießen weiß, durchaus unterhaltsamen) Humor schreiben kann (Beispiele hierfür haben wir wohl schon genügend gelesen), doch hier übertrifft sich "HoHo" fast schon selber. Die Reminiszenzen an die alten PR-Romane sind hier unübersehbar. Wenn der Leser je nach einer Wiederbelebung der alten (Einzel-)Romane geschrien hat: Horst Hoffmann ist dies seit langer Zeit zum ersten Mal wieder gelungen. Ein wirklich amüsanter und flott zu lesender Roman, den er hier vorgelegt hat!
Was soll man sonst dazu schreiben? Die GILGAMESCH soll aufgerüstet werden - damit war wohl zu rechnen. Und sonst? Eigentlich nichts... Schade eigentlich. Denn sonst hätte dieser Roman noch einen Punkt mehr bekommen können. Allerdings muß man den Humor dieses Romans mögen, um ihn wirklich schätzen zu können. Dieser ist sicherlich recht platt, doch wirkt Situationskomik manchmal wirklich gut - vor allem in diesem Roman!

Fazit:
Die Kaffeekanne schlägt wieder zu! Es passiert zwar nicht viel Wichtiges, doch Horst Hoffmann gelingt es mit seinem humoristischen Roman, das Wort "Füllroman" wieder mit einem wirklich positiven Aspekt zu belegen. Für "Kaffeekannenliebhaber" eine wahre Freude - und nebenbei auch die (hoffentliche) Wiederbelebung der alten USO-Einsätze - für deren Hasser aber wohl nicht unbedingt zu empfehlen...
13 Punkte.

Winfried Brand

Und wieder greift die Neue USO ein.
Vom TLD, dem Geheimdienst der LFT, hört man passenderweise in diesem Zyklus überhaupt nichts mehr. Der gute alte Allan D. Mercant und auch Galbraith Deighton würden sich bei solcher Inkompetenz wohl im Grabe umdrehen. Doch auch der arkonidische Geheimdienst ist bekanntermaßen zu allem fähig, aber zu nichts wirklich zu gebrauchen - da gleicht sich alles wieder aus.
Wie gut also, daß es wieder eine USO gibt, die in die Bresche springen kann.
Doch auch bei der USO werden die Siganesen knapp, also setzt Monkey zwei Swoon als Agenten ein. JA: Der Plural ist "Swoon" (* Ganz genau! Heike), nicht "Swoons". Vergleichen wir hierzu das erste (einbändige) PR-Lexikon auf Seite 251, linke Spalte, unter dem Begriff "Swoofon". (* Und wenn man nach der entsprechenden Fundstelle im fünfbändigen Lexikon suchen sollte - diese habe ich bereits vor rund einem Jahr herausgesucht und in einer Rezension erwähnt - gefruchtet hat's dennoch nicht... ;-) Winy)
Die Swoon sind auch nicht viel größer als Siganesen und haben zudem noch den Vorteil einer "natürlichen Tarnung": Sie sehen wie Gurken aus und können sich ohne großen Aufwand auch schon einmal als Gemüse ausgeben (was sie dann auch tun). (* Auf Arkon werden die Gurken also am Stück serviert? ;-) Heike) Apropos: Wie sieht ein Swoon eigentlich korrekt aus? Folgen wir dem Titelbild oder der stark davon abweichenden Innen-Illustration??? (* Auf dem Titelbild sind's definitiv Bananen - ich hätte sie mir noch gelber und noch "gurkiger" vorgestellt... Heike)
Horst Hoffmanns humoristische Romane sind meist lesenswert, und so ist es auch diesmal: Der Autor beherrscht die humorige Schreibweise ebenso wie etwa Uwe Anton oder Andreas Findig.
Der Roman nimmt sich offensichtlich selber nicht ganz so ernst: Da wird an einem Space-Jet-Plastikmodellbausatz gebastelt (offensichtliche Anspielung); die ständigen Wortgefechte und Auseinandersetzungen der beiden Swoon erinnern in bester Manier an die alten Einsätze mit Melbar Kasom/Lemy Danger oder Dalaimoc Rorvic/Tatcher à Hainu; eine arkonidische Ärztin namens Uschzitsch taucht auf (Gibt es da nicht eine PR-Autorin, die mit bürgerlichem Namen "Uschi Zietsch" heißt?) (* Nööööööö, wie kommst Du darauf? ;-) Heike); Micro Trivelle befürchtet, als "Galaktische Gurke" verlacht zu werden (eine Anspielung auf die gleichnamige PR-Parodie Parody R. Hodan).
Es gibt bestimmt noch mehr Passagen, die in diese Richtung gehen...
Die Swoon entkommen den Arkoniden schließlich in der Früchteschale des Imbißstandes, den Imperator Bostich mit sich führt (mampf). Leider dürften sie dabei einige Probleme gehabt haben. Gehen wir davon aus, daß die beiden Agenten wirklich ihre gesamte Ausrüstung zurückgelassen haben, dann gehören auch die Mikro-Gravitatoren dazu. (* Du meinst, sie haben sich GANZ NACKIG in die Obstschale gelegt??? Huch...!!! ;-) Heike) Swoofon hat eine Schwerkraft von 0,25 Gravos, Arkon I etwa 1,05 Gravos (das ist immerhin mehr als das Vierfache des gewohnten Wertes). Wie fühlen sich Terraner, die ohne Mikrogravitator auf Oxtorne zu Fuß unterwegs sind? Wir wünschen den beiden Gürkchen viel Spaß auf ihrem Heimweg.
Ernsthaft scheint hingegen zu sein, was die Arkoniden mit der GILGAMESCH vorhaben. Das Kaliber und besonders die Reichweite der Transform-Kanonen, die hier eingebaut werden, geben zu denken. Und da die GILGAMESCH bald eingesetzt werden soll, bliebe an sich nur eine logische Verwendungsmöglichkeit: Das Schiff soll dazu dienen, beim Angriff auf das Kreit-System die dort stationierten terranischen WÄCHTER-Schiffe und damit die schützende Aagenfelt-Barriere aus sicherer Distanz auszuschalten. Dann hat die LFT ernsthaftere Probleme, als bisher abzusehen war.
Der Leser hätte auf der GILGAMESCH wohl auch noch einige versteckte Überraschungen für die Arkoniden erwartet. Leider kam da bisher nichts. (* Sowas hätte doch sofortigst zum Abbruch aller mehr oder weniger diplomatischen Beziehungen geführt! Schließlich kann man den Arkoniden wohl kaum erzählen, irgend jemand Unbekanntes wäre dafür verantwortlich... so dumm sind selbst die nicht... Heike) Sollten die Terraner das Schiff tatsächlich (nur) ausgeschlachtet haben? An anderer Stelle heißt es dann, das hätte die USO besorgt. Da hätte man doch ein Not-Depot für Agenten anlegen müssen... Auch die NUSO ist also nicht perfekt.

Fazit:
Humoriger Agenten-Einsatz. Die NUSO als wahre Gurkentruppe. (* Ja, die beiden sind ziemlich rumgegurkt... ;-))) Heike) Derartige Einlagen können die PR-Serie nur auflockern (sie kommen ja dosiert und nicht ständig).
11 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

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