Nach
außen hin ist Micro Trivielle einer der erfolgreichsten
Händler der Swoon, und nach außen hin ist Lokmar Lokink
sein unfähiger Lehrling, der ihm ein Geschäft nach dem
anderen verdirbt und ihn immer wieder bis zur Weißglut treibt.
In Wirklichkeit aber sind die beiden USO-Agenten - wenn auch das
Verhältnis der beiden dadurch nicht besser wird.
Egal, in welcher Identität sie sich gerade befinden, immer
halten sie die Augen offen. So erfahren sie, daß die Arkoniden
eine große Ladung positronisch-syntronische Steuerchips kaufen
wollen, die man normalerweise benötigt, um planetengebundene
Transformgeschütze zu bestücken - zudem wollen sie
dafür einen höllenmäßigen Preis zahlen.
Als die erste Lieferung der Chips anrauscht, stehen die beiden
USO-Agenten Gewehr bei Fuß und machen sich auf, um
herauszufinden, wozu die Ladung benutzt werden soll. Sie schleusen
sich in die Transportbehälter ein und landen - auf der
GILGAMESCH. Hier wird klar, daß die Arkoniden den Raumer in
eine gigantische Kampfstation verwandeln wollen und auf diese Weise
eine Waffe haben würden, die in der Galaxis ihresgleichen sucht.
Der Imperator persönlich inspiziert die GILGAMESCH, und in einer
Rede an seine Soldaten kündigt er den ersten Einsatz des
umgerüsteten Raumschiffes an, der in vier Wochen stattfinden
soll.
Die beiden Swoon bekommen alles haarfein mit, haben aber ein Problem:
Sie kommen wohl kaum wieder unerkannt von der GILGAMESCH hinunter.
Die einzige Rettung ist ebenso dreist wie entwürdigend: Sie
verstecken sich im Salatbuffet des Imperators - als Gurken getarnt!
So gelingt es ihnen schließlich, zu entkommen, auch wenn sie in
Mirkandol in einer gesperrten Zone erwischt werden - und Papiere
haben sie ja nicht mehr dabei. Das führt zwar zu einigen
kleineren diplomatischen Verwicklungen, aber schließlich
erhalten sie ihre Freiheit zurück und haben nun endlich
Gelegenheit, dem USO-Hauptquartier von den unerfreulichen
Entwicklungen zu berichten.
Oh Nostalgie - oh süße, oh geliebte Nostalgie, welch ein
Duo hast du hier dem Leser zu Augen gebracht!
Anders kann ich mir die Schaffung von Micro Trivielle und Lokmar
Lokink nicht erklären. Ein kongeniales Duo, das sich eigentlich
mehr durch Chaos denn durch Übersicht und Können durch die
Handlung wurschtelt und dabei die ganze Zeit nur Blödsinn
labert. Eigentlich eine Sache, die so an sich völlig
überflüssig ist, oder?
Aber mal im Ernst: Hat nicht gerade dies die alten
Risiko-Einsätze so klasse gemacht? Wäre doch langweilig bis
zum Umfallen gewesen, wenn hier nur schnieke Marines auf die Jagd
nach den bösen Aliens gegangen wären. Vielmehr waren es
doch jene Charaktere, die die Gemüter der Leser und ebenso ihre
eigenen erhitzten. Anders wird es bei den beiden Gurken nicht
werden.
Also: Halten wir fest, daß zum einen die Kreation dieses Duos
eine klasse Sache ist und ich mir wirklich und zutiefst wünsche,
mehr von den beiden Gurken zu lesen zu bekommen. Auf der anderen
Seite ist es aber auch nur ein Schritt in die richtige Richtung
(Achtung, jetzt kommt das mit dem Erhitzen der Gemüter), denn
übertreiben kann man auch. Nach einer Weile ging das elende
Nachgeplapper von Micro mir nämlich so richtig auf die Nerven.
Es ist eine Sache, jemanden als ziemlich dämlich darzustellen,
eine andere, die Sache aber auch nicht zu übertreiben. Genau
dies passiert hier jedoch; und so steigert sich in der Mitte des
Romans das Geschwätz des USO-Majors bis an die Schmerzgrenze. Es
ist schon erstaunlich, wie jemand, der sich im Einsatz so
dämlich anstellt, sich in der USO bis zum Major durchwursteln
kann. Aber... Moment, was rede ich hier denn: War das früher
nicht genauso? Naja, vielleicht kann man sich darauf einigen,
daß - wenn die Schummel-Arkoniden sich schon so durchmogeln
dürfen - auch mal die "Guten" ein wenig Dusel verdient haben,
und auf der Positivseite steht der Einsatz der beiden Swoon
allemal.
Dennoch hab ich noch eine Episode, die mir doch sehr
aufgestoßen ist, und zwar ab Seite 53, als sie sich in dem
arkonidischen Psycho-Verhör behaupten müssen. Kann mir mal
einer erklären, wie dämlich sich die Arkoniden noch
anstellen wollen? Hier ist eine Steigerung ja kaum noch möglich,
und Madame Uschzitsch (* ? ;-) Heike) bringt den Arkoniden
alles mögliche außer Ruhm oder Ehre ein. Ich will in
diesem Zusammenhang bei der Namensgebung der Ärztin dem Autoren
eher Humor (* ! :-) Heike) denn böse Absicht
unterstellen.
Zum Schluß will ich aber mal eine kleine Neuheit bringen. Ich
sage hier ja wirklich ganz selten was über Titelbilder, aber mit
diesem hat sich Sven Papenbrock endgültig in meinen eigenen
kleinen Olymp gezeichnet. In meinen Augen ein Cover, das sich und den
Roman zum Kult machen wird. Die beiden Swoon sind in meinen Augen
einfach nur noch Legende!!! (* Du wirst so freundlich sein und
mich irgendwann erhellen, warum? ;-) Das sind doch keine Gurken, das
sind unreife Bananen... Fehlen nur noch die Schirmmützen mit den
jeweiligen Aufschriften 'B1' und B2'... >:-) (nichts für
ungut, Sven) Heike) (**Korrektorin wurde soeben von der
frischgegründeten "Bananas in Pyjamas-Fan-Bewegung" zwecks Rache
für diese Äußerung ins Planschbecken geworfen, was
fatal enden könnte, da sie noch nicht mal 'Seepferdchen'
hat**)
Fazit:
Ein Roman, wie ihn die Serie braucht. Etwas, an dem sich vermutlich
die Gemüter reiben werden und von dem unbedingt mehr geschrieben
werden müßte. Ich wäre gern euphorischer; dennoch
gibt's von mir für den Nerv-Faktor und die Arkonidenpsychologin
Punktabzüge.
10 Punkte
Oh, ein Roman, der einen Aspekt des großen
Handlungsbogens ein wenig weiterbringt! So manchmal kann man
für solche Romane ja wirklich dankbar sein - auch wenn
sie insgesamt nicht besonders viel auszusagen haben.
Aber was für einen "Fast-Füllroman" hat Horst
Hoffmann hier abgeliefert!
"Heiße Fracht für Arkon" erweist sich als der
wirklich würdige Nachfolger der "Kaffeekannen-Romane"
der alten Zeit. Der Leser spürt förmlich die
Anwesenheit von a Hainu und Rorvic - die hinter jeder Seite
hervorzuschauen scheinen. Die Kabbeleien zwischen den beiden
"Gürkchen" erweisen sich zwar teilweise als recht
platt, ansonsten jedoch äußerst amüsant.
Daß es Hoffmann dabei gelingt, diese recht
komiklastige Handlung in einen recht spannenden Romane zu
fassen - darauf haben wir inzwischen schon länger
gewartet. Wenn schon ziemlich uninteressante Handlung im
"großen" Bereich, dann wenigstens wirklich gute
Romane.
Wir wissen zwar, daß Hoffmann den (zwar nicht
unbedingt wirklich niveauvollen, dafür für
denjenigen, der ihn zu genießen weiß, durchaus
unterhaltsamen) Humor schreiben kann (Beispiele hierfür
haben wir wohl schon genügend gelesen), doch hier
übertrifft sich "HoHo" fast schon selber. Die
Reminiszenzen an die alten PR-Romane sind hier
unübersehbar. Wenn der Leser je nach einer
Wiederbelebung der alten (Einzel-)Romane geschrien hat:
Horst Hoffmann ist dies seit langer Zeit zum ersten Mal
wieder gelungen. Ein wirklich amüsanter und flott zu
lesender Roman, den er hier vorgelegt hat!
Was soll man sonst dazu schreiben? Die GILGAMESCH soll
aufgerüstet werden - damit war wohl zu rechnen. Und
sonst? Eigentlich nichts... Schade eigentlich. Denn sonst
hätte dieser Roman noch einen Punkt mehr bekommen
können. Allerdings muß man den Humor dieses
Romans mögen, um ihn wirklich schätzen zu
können. Dieser ist sicherlich recht platt, doch wirkt
Situationskomik manchmal wirklich gut - vor allem in diesem
Roman!
Fazit:
Die Kaffeekanne schlägt wieder zu! Es passiert zwar
nicht viel Wichtiges, doch Horst Hoffmann gelingt es mit
seinem humoristischen Roman, das Wort "Füllroman"
wieder mit einem wirklich positiven Aspekt zu belegen.
Für "Kaffeekannenliebhaber" eine wahre Freude - und
nebenbei auch die (hoffentliche) Wiederbelebung der alten
USO-Einsätze - für deren Hasser aber wohl nicht
unbedingt zu empfehlen...
13 Punkte.
Und wieder greift die Neue USO ein.
Vom TLD, dem Geheimdienst der LFT, hört man
passenderweise in diesem Zyklus überhaupt nichts mehr.
Der gute alte Allan D. Mercant und auch Galbraith Deighton
würden sich bei solcher Inkompetenz wohl im Grabe
umdrehen. Doch auch der arkonidische Geheimdienst ist
bekanntermaßen zu allem fähig, aber zu nichts
wirklich zu gebrauchen - da gleicht sich alles wieder
aus.
Wie gut also, daß es wieder eine USO gibt, die in die
Bresche springen kann.
Doch auch bei der USO werden die Siganesen knapp, also setzt
Monkey zwei Swoon als Agenten ein. JA: Der Plural ist
"Swoon" (* Ganz genau! Heike), nicht "Swoons".
Vergleichen wir hierzu das erste (einbändige)
PR-Lexikon auf Seite 251, linke Spalte, unter dem Begriff
"Swoofon". (* Und wenn man nach der entsprechenden
Fundstelle im fünfbändigen Lexikon suchen sollte -
diese habe ich bereits vor rund einem Jahr herausgesucht und
in einer Rezension erwähnt - gefruchtet hat's dennoch
nicht... ;-) Winy)
Die Swoon sind auch nicht viel größer als
Siganesen und haben zudem noch den Vorteil einer
"natürlichen Tarnung": Sie sehen wie Gurken aus und
können sich ohne großen Aufwand auch schon einmal
als Gemüse ausgeben (was sie dann auch tun). (* Auf
Arkon werden die Gurken also am Stück serviert? ;-)
Heike) Apropos: Wie sieht ein Swoon eigentlich korrekt
aus? Folgen wir dem Titelbild oder der stark davon
abweichenden Innen-Illustration??? (* Auf dem Titelbild
sind's definitiv Bananen - ich hätte sie mir noch
gelber und noch "gurkiger" vorgestellt... Heike)
Horst Hoffmanns humoristische Romane sind meist lesenswert,
und so ist es auch diesmal: Der Autor beherrscht die
humorige Schreibweise ebenso wie etwa Uwe Anton oder Andreas
Findig.
Der Roman nimmt sich offensichtlich selber nicht ganz so
ernst: Da wird an einem Space-Jet-Plastikmodellbausatz
gebastelt (offensichtliche Anspielung); die ständigen
Wortgefechte und Auseinandersetzungen der beiden Swoon
erinnern in bester Manier an die alten Einsätze mit
Melbar Kasom/Lemy Danger oder Dalaimoc Rorvic/Tatcher
à Hainu; eine arkonidische Ärztin namens
Uschzitsch taucht auf (Gibt es da nicht eine PR-Autorin, die
mit bürgerlichem Namen "Uschi Zietsch" heißt?)
(* Nööööööö, wie
kommst Du darauf? ;-) Heike); Micro Trivelle
befürchtet, als "Galaktische Gurke" verlacht zu werden
(eine Anspielung auf die gleichnamige PR-Parodie Parody R.
Hodan).
Es gibt bestimmt noch mehr Passagen, die in diese Richtung
gehen...
Die Swoon entkommen den Arkoniden schließlich in der
Früchteschale des Imbißstandes, den Imperator
Bostich mit sich führt (mampf). Leider dürften sie
dabei einige Probleme gehabt haben. Gehen wir davon aus,
daß die beiden Agenten wirklich ihre gesamte
Ausrüstung zurückgelassen haben, dann gehören
auch die Mikro-Gravitatoren dazu. (* Du meinst, sie haben
sich GANZ NACKIG in die Obstschale gelegt??? Huch...!!! ;-)
Heike) Swoofon hat eine Schwerkraft von 0,25 Gravos,
Arkon I etwa 1,05 Gravos (das ist immerhin mehr als das
Vierfache des gewohnten Wertes). Wie fühlen sich
Terraner, die ohne Mikrogravitator auf Oxtorne zu Fuß
unterwegs sind? Wir wünschen den beiden Gürkchen
viel Spaß auf ihrem Heimweg.
Ernsthaft scheint hingegen zu sein, was die Arkoniden mit
der GILGAMESCH vorhaben. Das Kaliber und besonders die
Reichweite der Transform-Kanonen, die hier eingebaut werden,
geben zu denken. Und da die GILGAMESCH bald eingesetzt
werden soll, bliebe an sich nur eine logische
Verwendungsmöglichkeit: Das Schiff soll dazu dienen,
beim Angriff auf das Kreit-System die dort stationierten
terranischen WÄCHTER-Schiffe und damit die
schützende Aagenfelt-Barriere aus sicherer Distanz
auszuschalten. Dann hat die LFT ernsthaftere Probleme, als
bisher abzusehen war.
Der Leser hätte auf der GILGAMESCH wohl auch noch
einige versteckte Überraschungen für die Arkoniden
erwartet. Leider kam da bisher nichts. (* Sowas
hätte doch sofortigst zum Abbruch aller mehr oder
weniger diplomatischen Beziehungen geführt!
Schließlich kann man den Arkoniden wohl kaum
erzählen, irgend jemand Unbekanntes wäre
dafür verantwortlich... so dumm sind selbst die
nicht... Heike) Sollten die Terraner das Schiff
tatsächlich (nur) ausgeschlachtet haben? An anderer
Stelle heißt es dann, das hätte die USO besorgt.
Da hätte man doch ein Not-Depot für Agenten
anlegen müssen... Auch die NUSO ist also nicht
perfekt.
Fazit:
Humoriger Agenten-Einsatz. Die NUSO als wahre Gurkentruppe.
(* Ja, die beiden sind ziemlich rumgegurkt... ;-)))
Heike) Derartige Einlagen können die PR-Serie nur
auflockern (sie kommen ja dosiert und nicht
ständig).
11 Punkte