Professor Zamorra

Band 679: "Der Schrecken von Botany Bay"

Der Fälscher Thomas Waitling kann durch zufällig gefundene Regenbogenblumen aus dem Australien des Jahres 1794 ins Frankreich des Jahres 2000 flüchten, weil er sich gerade eine Umgebung vorstellt, wie sie im Chateau Montagne gegeben ist - in dessen Keller Regenbogenblumen wachsen.
Zeitgleich mit der Ankunft des Mannes kommt es jedoch zu einem Zeitparadoxon. Gulajahli, ein Aborigine, hatte die Pfade der Traumzeit beschritten und mit deren Kraft die Schöpfung beeinflußt. In der neuen Geschichtsschreibung wurde Australien nie entdeckt, also 200 Jahre Geschichte 'neu geschrieben'.
Die Änderung ist so perfekt, daß niemand sie bemerkt, Zamorra und Nicole z. B. weder Australien kennen noch Waitling glauben. Auch Sara Moon kann den Gedanken, daß etwas falsch ist, nur kurz fassen - lediglich Merlin beginnt aktiv zu werden.
Thomas Waitling will zurück, erreicht durch die Blumen jedoch ein anderes Ziel. Nicole folgt ihm, während sich Zamorra auf den Herkunftsort Waitlings konzentriert und in Australien ankommt.
Ein unsichtbarer Aborigine, der Waitling aus Australien gefolgt war, bleibt auch bei ihm, als dieser in seiner Heimat England eintrifft. Dort herrschen jedoch chaotische Zustände, wie die ebenfalls dort eintreffende Nicole Duval natürlich weiß. England ist eine Gefängnisinsel, und besonders schlimm wird es, als sie von einer Gruppe Leprakranker gefangengenommen werden.
In Australien bekommt es derweil Zamorra mit einem Werwolf zu tun, der Jagd auf Eingeborene macht, es diesmal aber auf Waitling abgesehen hat. Der Werwolf ist Captain Grose, der des nachts von seinem Untergebenen MacArthur durch eine Treibjagd unterstützt wird.
Und er ist es auch, der auf Zamorra schießt, woraufhin dieser tödlich getroffen zusammenbricht...

Selten habe ich eine Rezi so lange hinausgezögert wie diesmal - was an zwei Punkten lag. Zunächst mal an der "Rota"-Seite, an der ich zwei, drei Tage geknabbert hatte. Fehlt dort doch tatsächlich ein Wort ("in" g), und sie ist uninteressant und langweilig wie selten.
Entschädigt wird man, blättert man doch um. Und liest vor allen Dingen weiter. Von da an bis zum Ende bekommt man - mal wieder (man kann sich dran gewöhnen) - einen erstklassigen Roman. Einen Rückschlag gibt's dann am Ende: Die ganze Zeit über wartet man auf dieses See-Ungeheuer vom Titelbild - und dann ist der "Schrecken" ein stinknormaler Werwolf?!
Sieht man von der Rota-Seite und dem nicht zum Roman passenden Titelbild ab - wobei die Frage ist, wen's interessiert, ob das Bild zum Roman paßt - 13 Punkte. Wie immer bei Zweiteilern gehe ich beim nächsten Mal näher auf die Handlung ein.

Guido Latz

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