Band 11: "Die Amazonen von Berlin"

Autorin: Claudia Kern

Matt und Aruula sind mittlerweile mit dem Floß bis kurz vor Berlin gekommen. Ihr herzhaftes Abendessen wird durch die Ankunft eines Mannes gestört, dem mehrere Pfeile im Rücken stecken. Bevor er zusammenbricht, rät er Maddrax, zu fliehen. Doch bevor Matt und Aruula dem Ratschlag folgen können, werden sie von Amazonen auf riesigen Raubkatzen umzingelt. Matt verliert beim Kampf das Bewußtsein.
Er erwacht kurze Zeit später in einem Kerker. Eine Garde von Kriegerinnen bringt ihn, da sie das Abzeichen an seiner Uniform erkennen, zu ihrer Königin. Staunend erkennt Matt, daß er sich im Reichstag befindet, den die Natur zurückerobert hat. Als er der Königin gegenübersteht, trifft fast der Schlag: Er steht Jennifer Jennsen, seiner alten Freundin, gegenüber. Doch diese scheint ihn nicht zu erkennen. Offensichtlich hat sie jede Erinnerung an ihn verloren. Kalt und herrisch bestimmt sie über den Stamm der Frawen. Und es kommt noch schlimmer: Offenbar ist Matt für Jennifer, die Königin der Frawen, als königlicher One-Night-Stand gedacht. Da er, wie Jennifer auch, anscheinend von den Göttern gesandt ist, soll er zuvor eine Probe bestehen. Daß er dabei mit einem alten, schartigen Messer gegen eine der Riesenkatzen antreten muß, verbessert Matts Laune nicht wirklich. Er besteht die Probe - und kommt vom Regen in die Traufe. Denn nach dem Liebesakt werden die Männer getötet.
Auch Aruula ist gefangengenommen worden. Sie versucht, sich aus eigener Kraft zu befreien.
Matt soll seine Pflicht vollziehen, und widerwillig tut er das auch. Es gelingt ihm jedoch, Jennifers Erinnerungen zu beleben. Fünf Monate zuvor ist sie zusammen mit McKenzie in Berlin gelandet. Der Jet wird von den Menen, dem zweiten Stamm in Berlin, angegriffen. Ein Schlag auf dem Kopf raubt Jennifers Gedächtnis. McKenzie wird von den Angreifern getötet.
Sie verhilft Matt zur Flucht. Ein Geheimgang führt ihn fast direkt zu Aruulas Zelt. Er befreit sie, und sie fliehen vor den Amazonen, die längst ihre Flucht entdeckt haben. Dabei geraten sie in den unterirdisch angelegten Bunker des Reichstages, der einst als Zufluchtsort geplant gewesen war. Aruula und Matt stoßen auf die grauenhaften Überreste eines Amoklaufes. Währenddessen sind auch die Amazonen auf den Bunker gestoßen.
Kurze Zeit später kommen sie an die Oberfläche - und geraten in den Hinterhalt der Amazonen. Doch die Menen kommen Aruula und Matt zu Hilfe. Matt nutzt die Chance, Menen und Frawen friedlich zu vereinen. Zusammen mit den Menen, die die Frawen als Geiseln haben, zieht er Jennifers Stamm entgegen. Auch Jennifer ist an einer friedlichen Einigung sehr gelegen. Als Matt ein Attentat auf Jennifer erfolgreich vereiteln kann und Jennifer eine flammende Rede hält, ist das Unmögliche geschafft. Menen und Frawen werden in Zukunft friedlich zusammenleben.
Matt und Aruula nehmen Abschied von Jennifer. Sie will für den Fall, daß Hank Williams doch noch auftaucht, in Berlin bleiben. Zudem wird sie von den Frawen und Menen gebraucht. Aruula und Matt besteigen den Jet, der seit Jennifers Landung in Berlin steht, und brechen in Richtung London auf. Mit dem Jet ist das ein Katzensprung, wenn genug Benzin vorhanden ist.

Mit Spannung habe ich auf den Roman von Claudia Kern gewartet - und ich muß sagen, das Warten hat sich gelohnt.
Zugegeben, Amazonen sind im Genre nun nicht gerade neu, aber Claudia vermag aus dem doch sehr abgedroschenen Thema einen spannenden, witzigen und sehr lebensnahen Roman zu machen.
Das fängt schon in der Anfangsszene an, wenn Aruula Matt das beste Stück eines Kamaulers offeriert, worauf Matt trocken bemerkt, daß er es nicht essen will, weil es das beste Stück des Tieres gewesen ist. (* Hmmmm, leckerlecker... ööööhhmm... ach so, DAS Stück... ;-))) Heike)
Aruula und Matt werden mit Liebe und Wärme gezeichnet. Endlich durchlebt ihre Beziehung das, was man auch bei normalen Freundschaften kennt: Streit und Versöhnung. Dadurch werden sie menschlicher als in den Romanen zuvor.
Auch die Nebenfiguren zeichnet Claudia mit einem gewissen Sinn für Humor und vor allem mit menschlicher Wärme. Man spürt, daß ihr dieser Roman Spaß gemacht hat. Der Beweis dafür ist auch die kleine Fußnote, die Arnold Schwarzenegger zum Präsidenten der USA erklärt - nun, was mit Ronald Reagan geklappt hat... <g>
Daß die Handlung an einigen Stellen teilweise etwas vorhersehbar ist - Matt muß natürlich eine Probe bestehen, die Männer werden nach dem Liebesakt getötet, Matt befreit Aruula - trübt den Lesegenuß in keinster Weise. Der versöhnliche Abschluß des Romans entläßt den Leser mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln in die Wirklichkeit.
Als kleines Gadget ist in diesem Band eine Leserstory enthalten, die sehr annehmbar ist. Übrigens von einem gewissen Armin Kern verfaßt - ob die miteinander verwandt sind? Oder ist das nur purer Zufall, daß dieser MX ein Kern-Band ist? <g>

Fazit:
Claudia Kerns Erstling in dieser Serie ist ein gelungener Einstieg. Humorvoll, mit Witz und mit Wärme vermag sie Aruula und Matt neue Seiten abzugewinnen.
13 Punkte

Christian Spließ

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