Matt und
Aruula sind mittlerweile mit dem Floß bis kurz vor Berlin
gekommen. Ihr herzhaftes Abendessen wird durch die Ankunft eines
Mannes gestört, dem mehrere Pfeile im Rücken stecken. Bevor
er zusammenbricht, rät er Maddrax, zu fliehen. Doch bevor Matt
und Aruula dem Ratschlag folgen können, werden sie von Amazonen
auf riesigen Raubkatzen umzingelt. Matt verliert beim Kampf das
Bewußtsein.
Er erwacht kurze Zeit später in einem Kerker. Eine Garde von
Kriegerinnen bringt ihn, da sie das Abzeichen an seiner Uniform
erkennen, zu ihrer Königin. Staunend erkennt Matt, daß er
sich im Reichstag befindet, den die Natur zurückerobert hat. Als
er der Königin gegenübersteht, trifft fast der Schlag: Er
steht Jennifer Jennsen, seiner alten Freundin, gegenüber. Doch
diese scheint ihn nicht zu erkennen. Offensichtlich hat sie jede
Erinnerung an ihn verloren. Kalt und herrisch bestimmt sie über
den Stamm der Frawen. Und es kommt noch schlimmer: Offenbar ist Matt
für Jennifer, die Königin der Frawen, als königlicher
One-Night-Stand gedacht. Da er, wie Jennifer auch, anscheinend von
den Göttern gesandt ist, soll er zuvor eine Probe bestehen.
Daß er dabei mit einem alten, schartigen Messer gegen eine der
Riesenkatzen antreten muß, verbessert Matts Laune nicht
wirklich. Er besteht die Probe - und kommt vom Regen in die Traufe.
Denn nach dem Liebesakt werden die Männer getötet.
Auch Aruula ist gefangengenommen worden. Sie versucht, sich aus
eigener Kraft zu befreien.
Matt soll seine Pflicht vollziehen, und widerwillig tut er das auch.
Es gelingt ihm jedoch, Jennifers Erinnerungen zu beleben. Fünf
Monate zuvor ist sie zusammen mit McKenzie in Berlin gelandet. Der
Jet wird von den Menen, dem zweiten Stamm in Berlin, angegriffen. Ein
Schlag auf dem Kopf raubt Jennifers Gedächtnis. McKenzie wird
von den Angreifern getötet.
Sie verhilft Matt zur Flucht. Ein Geheimgang führt ihn fast
direkt zu Aruulas Zelt. Er befreit sie, und sie fliehen vor den
Amazonen, die längst ihre Flucht entdeckt haben. Dabei geraten
sie in den unterirdisch angelegten Bunker des Reichstages, der einst
als Zufluchtsort geplant gewesen war. Aruula und Matt stoßen
auf die grauenhaften Überreste eines Amoklaufes.
Währenddessen sind auch die Amazonen auf den Bunker
gestoßen.
Kurze Zeit später kommen sie an die Oberfläche - und
geraten in den Hinterhalt der Amazonen. Doch die Menen kommen Aruula
und Matt zu Hilfe. Matt nutzt die Chance, Menen und Frawen friedlich
zu vereinen. Zusammen mit den Menen, die die Frawen als Geiseln
haben, zieht er Jennifers Stamm entgegen. Auch Jennifer ist an einer
friedlichen Einigung sehr gelegen. Als Matt ein Attentat auf Jennifer
erfolgreich vereiteln kann und Jennifer eine flammende Rede
hält, ist das Unmögliche geschafft. Menen und Frawen werden
in Zukunft friedlich zusammenleben.
Matt und Aruula nehmen Abschied von Jennifer. Sie will für den
Fall, daß Hank Williams doch noch auftaucht, in Berlin bleiben.
Zudem wird sie von den Frawen und Menen gebraucht. Aruula und Matt
besteigen den Jet, der seit Jennifers Landung in Berlin steht, und
brechen in Richtung London auf. Mit dem Jet ist das ein Katzensprung,
wenn genug Benzin vorhanden ist.
Mit Spannung habe ich auf den Roman von Claudia Kern gewartet - und
ich muß sagen, das Warten hat sich gelohnt.
Zugegeben, Amazonen sind im Genre nun nicht gerade neu, aber Claudia
vermag aus dem doch sehr abgedroschenen Thema einen spannenden,
witzigen und sehr lebensnahen Roman zu machen.
Das fängt schon in der Anfangsszene an, wenn Aruula Matt das
beste Stück eines Kamaulers offeriert, worauf Matt trocken
bemerkt, daß er es nicht essen will, weil es das beste
Stück des Tieres gewesen ist. (* Hmmmm, leckerlecker...
ööööhhmm... ach so, DAS Stück... ;-)))
Heike)
Aruula und Matt werden mit Liebe und Wärme gezeichnet. Endlich
durchlebt ihre Beziehung das, was man auch bei normalen
Freundschaften kennt: Streit und Versöhnung. Dadurch werden sie
menschlicher als in den Romanen zuvor.
Auch die Nebenfiguren zeichnet Claudia mit einem gewissen Sinn
für Humor und vor allem mit menschlicher Wärme. Man
spürt, daß ihr dieser Roman Spaß gemacht hat. Der
Beweis dafür ist auch die kleine Fußnote, die Arnold
Schwarzenegger zum Präsidenten der USA erklärt - nun, was
mit Ronald Reagan geklappt hat... <g>
Daß die Handlung an einigen Stellen teilweise etwas
vorhersehbar ist - Matt muß natürlich eine Probe bestehen,
die Männer werden nach dem Liebesakt getötet, Matt befreit
Aruula - trübt den Lesegenuß in keinster Weise. Der
versöhnliche Abschluß des Romans entläßt den
Leser mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln in die
Wirklichkeit.
Als kleines Gadget ist in diesem Band eine Leserstory enthalten, die
sehr annehmbar ist. Übrigens von einem gewissen Armin Kern
verfaßt - ob die miteinander verwandt sind? Oder ist das nur
purer Zufall, daß dieser MX ein Kern-Band ist? <g>
Fazit:
Claudia Kerns Erstling in dieser Serie ist ein gelungener Einstieg.
Humorvoll, mit Witz und mit Wärme vermag sie Aruula und Matt
neue Seiten abzugewinnen.
13 Punkte