Band 2027: "Schwanengesang"

Autor: Uwe Anton

Him Asnas und Corty Reiser sind die betagten USO-Spezialisten, die an Bord der GILGAMESCH gehen sollen, um hier für den Untergang des einstigen Friedenssymbols zu sorgen. In der Tarnung alternder und pensionierter Wissenschaftler warten sie auf einem arkonidischen Randplaneten auf ihren Abtransport, der ziemlich rüde verläuft. Offensichtlich handelt es sich bei den Arkoniden nicht gerade um das freundlichste aller Völker.
An Bord der GILGAMESCH werden sie erst einmal von oben nach unten durchleuchtet und einem aufdringlichem Verhör unterzogen. Dabei machen sie sich von Beginn an bei ihrem direkten Vorgesetzten - einem Zaliter - äußerst unbeliebt, da sie die arroganten Arkoniden spielen, die sich von einem Fremdvölkermitglied nichts sagen lassen wollen. Das macht ihre Arbeit allerdings nicht viel einfacher, da ihnen Lar Mamiak argwöhnisch auf die Finger sieht. Noch frustrierter wird er aber, als er bemerkt, daß nicht einmal seine anderen Mitarbeiter so richtig seine Autorität akzeptieren, sondern viel eher die neuen als Kollegen anerkennen als ihn selbst. Da stellt er fest, daß sie nicht nur an den Projekten arbeiten, zu denen sie eingeteilt worden sind, und sieht seine Chance gekommen, sie beim Chef der Umrüstung anzuschwärzen. Doch die USO-Leute sind schneller (und besser organisiert), als er denkt - und so können Him und Corty eine Menge Arbeit vorweisen und ihre geheimen Nebenaktivitäten geschickt verschleiern. Dennoch läuft nicht alles so glatt für sie, denn die alten Programme, mit denen die Bomben gezündet werden sollten, sind verschwunden und müssen nun erst einmal rekonstruiert werden. Dabei kommen sie einem weiteren Geheimprojekt auf die Schliche, das die Arkoniden an Bord der GILGAMESCH installieren wollen: Intervallkanonen großen Kalibers, mit denen ein Ziel sicher und genau ausgeschaltet werden kann, ohne die Struktur darumherum zu vernichten. Das ideale Mittel zur Eroberung von Planeten. Aber sie haben nicht mehr viel Zeit, denn der immer noch krankhaft mißtrauische Lar Mamiak erwischt sie auf frischer Tat. Er muß aber im Gefecht mit den beiden sein Leben lassen. Kurz bevor sie ihre Pläne beenden können, scheint es noch einmal, als ob sie doch noch aufgehalten werden würden. Drei Kampfroboter stellen sich ihnen in den Weg, aber diese vernichten sich auf einmal gegenseitig. Eine der Kampfmaschinen beinhaltet den Rest von Merlin, dem ehemaligen zentralen Rechner der GILGAMESCH. Er hilft den beiden wieder auf die Beine und sorgt dafür, daß sie weiterarbeiten können - doch überleben können sie das Inferno nicht.
Die Explosion richtet auch in Mirkandol einigen Schaden an, und als Cistolo Khan in die arkonindische Botschaft gerufen wird, ahnt er das hier viel Unruhe auf ihn zukommen wird.

O.K. Agentengeschichte, nächster Teil. Und doch ist es diesmal etwas anders. Zwei alte Männer kämpfen für die Vernichtung eines Traums, für den auch sie einst viel gegeben haben. Him und Corty werden auf die GILGAMESCH geschickt - mit dem Ziel, eben diese zu vernichten.
Eigentlich eine gute Grundlage, besonders für den zur Zeit eigentlich überdurchschnittlich gut schreibenden Uwe Anton. Doch diesmal reiht er sich in die Reihe der harmlosen Agentenromane ein und bleibt so für mich weit unter seinem aktuellen Level.
Es sind gerade die beiden Alten, die mich von vorne bis hinten nicht überzeugt haben; und einmal mehr werden die Arkoniden hier als ziemlich dämlich dargestellt. (* Die Arkoniden SIND zieml... äh, hups... flöööööt... ;-) Heike)
Bei Him und Corty bleibt die Auseinandersetzung mit der GILGAMESCH gleich am Anfang stecken. Nur ganz am Rand taucht mal so etwas wie ein schlechtes Gewissen auf. Ansonsten beschränkt sich dieses Element darauf, daß die beiden aufpassen, nicht zu verraten, daß sie sich hier wie in ihrer Westentasche auskennen. Was die beiden aber in meinen Augen ganz unerträglich macht, ist das ganze Rumgejammer. Mit ihren kleinen Wehwehchen sind sie mir doch sehr auf die Nerven gegangen. (* Keiner Deiner Bekannten scheint wesentlich älter als 80 oder aus anderen Gründen irgendwie gebrechlich zu sein... Heike) Auf diese Weise wirken sie eher wie auf dem Weg ins Altersheim als auf einer Mission mit einem Risikoeinsatz. Als ich die Beschreibung von "zu alt für den Einsatz" gelesen habe, habe ich an zwei solche bestimmt nicht gedacht. Schon gar nicht, als ich den USO-Maulwurf Yonkine beobachten durfte, wie er die beiden so einfach an Bord der GILGAMESCH schmuggelt, indem er einfach ein paar Altersgrenzen hochsetzt und schon die beiden vom Computer ausgesiebt werden. Haben die Arkoniden wirklich für eine Aufgabe wie diese so wenig Computerspezialisten? Dann tun die mir wirklich leid, denn dann haben die noch viel mehr Ärger am Hals als die deutsche Wirtschaft. Vielleicht sollten die mal bei Terra nachfragen, ob die ein paar Leute für ein paar GreenCards auswandern lassen.
Aber da ich ja schon einmal mehr bei meinem Lieblingsthema "Arkoniden" bin, kann ich hier auch gleich weitermachen. Da werden die beiden Kollegen auf "Herz und Nieren" geprüft, und dennoch fällt nicht auf, daß es sich bei den beiden Alten um Terraner und nicht um Arkoniden handelt? Und das bei einem geheimen und so wichtigen Projekt wie der GILGAMESCH? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß bei Him und Corty eine Veränderung des Skeletts vorgenommen wurde, so daß doch spätestens bei einem kleinen Röntgen-Durchgang der Unterschied auffallen sollte. (* Stimmt. Soweit ich mich erinnere, haben Arkoniden keine Rippen, sondern so eine Art Knochenplatte (?) an dieser Stelle. Und daß man neue Leute in einem hochgeheimen Projekt nicht erstmal zum Röntgen schickt, kann ich mir kaum vorstellen... Heike) Das sollte doch eigentlich die allererste Sicherheitsmaßnahme sein, denn schließlich kann man einen Terraner sonst kaum so einfach von einem Arkoniden unterscheiden. Bei dem Stand der Medizin zu diesem Zeitpunkt sollte das wirklich das allereinfachste sein.
In diesem Sinne läuft dann auch der zalitische Gegenspieler von Him und Corty - Lar Mamiak - und damit driftet der Roman nun endgültig in das ab, was derzeit so Mode in der Serie ist. Einmal mehr haben wir auf der einen Seite die guten Jungs von der USO und auf der anderen den bösen arkonidischen (hier zalitischen) Intriganten, der natürlich mit seinen Intrigen keinen Erfolg hat und am Ende den kürzeren ziehen muß. Eigentlich ein bißchen sehr langweilig.

Fazit:
Einmal mehr geht die Handlung in kleinen kleinen Schritten voran, und das nicht gerade sehr abwechslungsreich. Der darübergestellte Rahmen ist zwar immer noch sehr faszinierend, aber derzeit schwächelt die Basis in meinen Augen doch wieder sehr. Die Handlung ist einfach zu langweilig. Hinzu kommt, daß Uwe sich wohl eher an seinem Fußballroman messen lassen muß denn an dem hier.
5 Punkte.

Alexander Haas

Es stellt sich dem Leser die Frage: Ist Uwe Anton eigentlich überhaupt in der Lage, auch nur einen einzigen mittelmäßigen Roman zu schreiben? Offensichtlich nicht - glücklicherweise...
Laut PR-Homepage ist dies nun sein 13. Roman (Sind das wirklich schon so viele? Man mag es kaum glauben..), und die Nummer 13 bringt ihm sicherlich kein Unglück - zumindest was die Bewertung dieses Romans angeht.
Uwe Anton gelingt es hier, einen NUSO-Roman vorzulegen, wie er im Buche steht - naja, das kann man wohl fast wörtlich nehmen... ;-))) Denn im Gegensatz zu so manchem Kollegen hat man bei Uwe immer das Gefühl, daß er sich in die Romane reinhängt, sie sich wirklich zu Herzen gehen läßt und mit einem riesigen Engagement schreibt, was unter den Autoren der Serie recht selten geworden ist. Bei dem größten Teil hat der Leser das Gefühl, daß dieses Schreiben zur Routine geworden wäre - der eine oder andere vermittelt gar den Eindruck, daß ihm so ziemlich alles egal wäre - doch gerade bei Uwe Anton bemerkt man den Enthusiasmus, der ihn beim Schreiben der Romane durchdringt. Wollen wir hoffen, daß Uwe sich diesen Enthusiasmus noch eine ganze Weile erhalten kann - und daß er damit vielleicht auch den einen oder anderen anderen Autor ein bißchen anstecken kann. Denn gerade die Erfahrung sagt: Neue Autoren werden hier recht schnell "verschlissen" - nach zwei bis drei Jahren können sie zwar noch gute Romane schreiben, doch die Begeisterung der Anfangszeit geht mit der Zeit flöten, und die Routine nimmt überhand, was man an der Intensität der Schilderungen merkt.
Und gerade die Intensität der Schilderung, die Uwe Anton hier vorlegt, sucht jedenfalls wieder einmal ihresgleichen. Auch wenn man sich fragt, wie die beiden medikamentenabhängigen Alten überhaupt noch für einen Einsatz ausgewählt werden und von den Arkoniden akzeptiert werden konnten (ihre "Zipperlein" übertreffen doch schon so ziemlich jedes Maß...) und die Frage bleibt, weshalb man im bestgesicherten Schiff des arkonidischen Imperiums offensichtlich keine Röntgengeräte kennt (dies wäre sicherlich die erste Untersuchungsmaßnahme gewesen - doch dann hätte man die beiden immerhin entlarvt...), so bleibt doch ein Roman mit einer intensiven Schilderung der Handlung, der wirklich Spaß macht und zu fesseln weiß!
Vor allem in den titelgebenden Zwischensequenzen läuft Uwe Anton zur Höchstform auf. Die teils stark philosophischen Anmerkungen der GILGAMESCH sind wirklich vom Feinsten. Und die netten Seitenhiebe auf die Mitautoren (anders kann man dies wohl nicht nennen), denen die Nichtbeachtung des Schiffes vorgehalten wird, treffen wohl das Herz so ziemlich jeden Lesers. Wer sich mit der Serie auseinandergesetzt hat, wird wahrscheinlich ähnliche Gedanken gehegt haben...
Aber auch die Schilderung der beiden alten Spezialisten werden von Uwe Anton mehr als nur adäquat geschildert. Die beiden erweisen sich als Sympathieträger allerersten Ranges (mit den vorgenannten Abstrichen in der Logik) und können sicherlich auch in Sachen humoristischer Einlagen mithalten. Es ist schön, einmal wieder so was zu lesen - auch wenn es in diesem Zyklus schon wieder ein NUSO-Einsatz ist - doch diesmal hat er wenigstens ein bißchen weiterreichende Auswirkungen - wie z.B. die Sprengung der GILGAMESCH...
Allerdings hat der Leser zwischendurch dann doch einmal das Gefühl, daß die Story kippen könnte- und zwar, als der zurückgebliebene Rest von MERLIN ins Spiel kommt- Diese Deus ex machina hätte eigentlich nicht unbedingt sein müssen - eine Selbsthilfe der beiden Alten wäre hier sicherlich sympathischer gewesen...
Zwei Bemerkungen noch: Zum einen hat mir die Beschreibung Bré Tsingas im Holobild dann doch sehr gefallen, zeugt sie doch von einem gewissen Humorspiegel innerhalb der Redaktion (und wann räkelt sie sich dann mal auf einem Con in Spitzenunterwäsche - die zweite Szene wollen wir ja gar nicht verlangen ;-)))) - auf der Bühne?!?); daß allerdings hier eine konkrete Jahreszahl in Sachen Alter genannt wird - die immerhin stimmen könne, da auch die weiteren Beschreibungen recht realitätsnah gelegen sind - und Sabine hier keinen Einspruch erhoben hat, wundert mich dann ja doch ein wenig. Wie war das doch mit den Frauen, die ihr Alter um keinen Preis verraten wollen? ;-)))) (* Also, ich habe damit ja nun wirklich kein größeres Problem. Allerdings bin ich auch schon seit mindestens fünf Jahren 23... ;-))) Heike)
Und als zweites natürlich noch eine Anmerkung zu einer der Anfangsszenen. Als bereits auf S. 5 von einer "Alpha-Order" die Rede war, hatte ich ja schon so meine Vermutungen, doch die Reaktion "Ich dachte, die werden nur an Bord schneller Raumkreuzer ausgegeben." hat mich ja förmlich unter den Tisch sinken lassen. <i>Das</i> hat ja nun wirklich was - auch wenn evtl. jüngere Jahrgänge dies nicht unbedingt verstehen werden. Doch solche Anspielungen liebe ich einfach! (Ach ja - für die, die es nicht erkannt haben: "Raumpatrouille" ist hier angespielt- oder auch "Raumpatrouille ORION", der Titel, der sich inzwischen wohl durchzusetzen scheint, wie mir die DVD im Regal zu suggerieren versucht...)

Fazit:
Uwe Anton ist offensichtlich gar nicht in der Lage, auch nur mittelmäßige PR-Romane abzuliefern. Auch der "Schwanengesang" erweist sich wieder als ein hervorragendes Werk, das in Sachen Gefühlsschilderung seinesgleichen sucht. Uwe Anton wurde einmal in der PR-Perspektive als "Gefühlsmechaniker" bezeichnet (ich glaube, Rüdiger Schäfer war's), und dieser Begriff ist mehr als nur zutreffend. Uwe packt den Leser bei seinen Gefühlen, läßt ihn mit den Hauptpersonen mitleiden - und dies gelingt ihm so gut wie keinem anderen Autoren im Team. Hinzu kommt, daß Uwe Anton anscheinend jeden Roman ernst nimmt - d.h. sich darüber wirklich Gedanken zu machen scheint, wie man ihn am besten umsetzen kann. Dies dürfte das wahre Geheimnis hinter Uwes durchgehend hervorragenden Romanen sein. Er ist mit Herz und Seele dabei - das merkt der Leser und honoriert es.
13 Punkte.

Winfried Brand

Ohne zu übertreiben, kann man sagen, daß der Autor mit diesem Band (wieder einmal) einen PR-Roman der Referenzklasse abgeliefert hat.
Nach den Vorgängerbänden ist eines klar: Die GILGAMESCH muß um jeden Preis zerstört werden. Daß das Riesenschiff von der Neuen USO nicht aus dem Arkon-System entführt werden kann, hat das PR-Team folgerichtig erkannt. Das wäre auch für diese Organisation etwas zuviel des Guten gewesen. Also plant Monkey die Sprengung der GILGAMESCH.
Zwei alte USO-Spezialisten werden für diesen Einsatz reaktiviert. Ruhestand und Pensionsberechtigung kann es bei dieser dünnen Personaldecke konsequenterweise nicht geben. Zwar sind die beiden Agenten medikamentenabhängig und auch sonst kaum noch bewegungsfähig, aber sie gehörten zu den Konstrukteuren des Schiffes und kennen sich daher an Bord bestens aus. Das sieht schon von Beginn stark nach Selbstaufopferung aus: Zwei alte Männer sterben für die Menschheit. Heroisch.
Uwe Anton versteht es, diesen beiden Figuren Leben einzuhauchen. Monkey gibt sich ungewohnt fürsorglich. Der Einsatz ist auf Grund der Zeitknappheit nur unzureichend vorbereitet. Doch keine Frage: Him Asnas und Corty Reiser wissen, daß sonst niemand ihre Plätze einnehmen kann, und so stellen sie sich ihrer Aufgabe. So etwas will man lesen! (Das ist jetzt NICHT ironisch gemeint.) Hier wirkt es jedenfalls nicht übertrieben. So kommt von Beginn an ein Hauch von Tragik in die Story, und dem Autor gelingt es hervorragend, diese dem Leser zu vermitteln.
Uwe Anton denkt an jedes Detail: Die Arkoniden sind mißtrauisch und überprüfen die beiden Agenten äußerst intensiv. Diese haben überragende Kenntnisse, schaffen sich mit dem Zaliter Lar Mamiak jedoch allein schon dadurch alsbald einen unversöhnlichen Feind an Bord. Dieser Mann ist auf seine Weise ebenfalls eine tragische Gestalt. Seine Fähigkeiten sind begrenzt, doch das merkt er nicht. (* Oh, das ist normal, da kenn' ich noch so'n paar... ;-) Heike) Im Tai Ark'Tussan sind die "reinrassigen" Arkoniden das Herrschervolk. Zaliter, Naats und all die anderen Völker werden zwar gebraucht, aber ansonsten diskriminiert und sind ohne jeden Einfluß. Taucht ein Arkonide auf, wie blöd der auch immer sein mag, haben alle anderen zu rennen. Kein Wunder, daß der Zaliter schließlich in seinem Gefühlswirrwarr aus Neid und Haß sogar Mordpläne schmiedet.
Die Passagen um die gute Bré Tsinga, die als Holo-Kunstwerk auftaucht und dabei sogar ihre schwarze Spitzenunterwäsche ablegt (man lese die Seite 21), waren überraschend, wenn man weiß, welches Vorbild diese Figur hat. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Klaus N. Frick seiner Mitarbeiterin Sabine Bretzinger in der PR-Redaktion diese Szenen amüsiert vorgetragen hat (das hätte ich gern miterlebt). Daß sie dennoch veröffentlicht wurden, zeugt vom Humor der Redaktion. Als nächstes kommt dann ein Titelbild, auf dem Sabine B. in schwarzer Spitzenunterwäsche posiert (grins).
Ausblicke auf die Kunst des 49. Jahrhunderts dürfen denn auch nicht fehlen: Uwe Anton huldigt dem (US)Comic-Autor und -zeichner Barry Windsor-Smith (Marvel Comics), von dessen Werken er wohl einiges übersetzt haben dürfte. Auch nicht schlecht.
Brillant sind vor allem das Ende und die mit dem Titel "Schwanengesang" übertitelten (und teilweise schon als poetisch zu bezeichnenden) Zwischenpassagen. Als die Mission schon gescheitert ist, taucht ein terranischer TARA-V-UH-Roboter auf, der das restliche Bioplasma des Bordgehirns der GILGAMESCH (Eigenname MERLIN) trägt, und rettet doch noch alles. Daß Him Asnas und Corty Reiser dabei sterben, war vorhersehbar, aber dennoch von der Konstruktion an Dramatik hervorragend aufgebaut.
Und die Reflexionen MERLINs, der sich quasi als das Schiff sieht, sind ebenfalls absolut lesenswert. Da wimmelt es von Seitenhieben auf die Autoren und auch die Exposé-Fabrik, die nicht mißzuverstehen sind: "Man hat mich nie geliebt, und man wird mich nicht vermissen", oder "Man hat meinen Körper (also das Schiff) verstümmelt, und mein Geist wurde mir genommen". Dazu kommen viele Andeutungen, was bei der Planung und dem Einsatz der GILGAMESCH (von Seiten des PR-Teams) alles schiefgelaufen ist. Vielleicht ging vieles davon auch an die Leser, die das Schiff ebenfalls nicht angenommen haben?
Insgesamt erhält dieser von seiner Grundintention eher als dramatische Agentenmission angelegte Roman durch eine Vielzahl netter Details sowohl deutlich tragische als auch humorvolle Passagen. Über dem Ende der GILGAMESCH liegt ein Hauch von Melancholie.

Fazit:
Der wohl beste Roman um die GILGAMESCH. Uwe Anton hat diesem mächtigen Schiff einen erstklassigen Abgang verschafft.
13 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

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