Him Asnas
und Corty Reiser sind die betagten USO-Spezialisten, die an Bord der
GILGAMESCH gehen sollen, um hier für den Untergang des einstigen
Friedenssymbols zu sorgen. In der Tarnung alternder und pensionierter
Wissenschaftler warten sie auf einem arkonidischen Randplaneten auf
ihren Abtransport, der ziemlich rüde verläuft.
Offensichtlich handelt es sich bei den Arkoniden nicht gerade um das
freundlichste aller Völker.
An Bord der GILGAMESCH werden sie erst einmal von oben nach unten
durchleuchtet und einem aufdringlichem Verhör unterzogen. Dabei
machen sie sich von Beginn an bei ihrem direkten Vorgesetzten - einem
Zaliter - äußerst unbeliebt, da sie die arroganten
Arkoniden spielen, die sich von einem Fremdvölkermitglied nichts
sagen lassen wollen. Das macht ihre Arbeit allerdings nicht viel
einfacher, da ihnen Lar Mamiak argwöhnisch auf die Finger sieht.
Noch frustrierter wird er aber, als er bemerkt, daß nicht
einmal seine anderen Mitarbeiter so richtig seine Autorität
akzeptieren, sondern viel eher die neuen als Kollegen anerkennen als
ihn selbst. Da stellt er fest, daß sie nicht nur an den
Projekten arbeiten, zu denen sie eingeteilt worden sind, und sieht
seine Chance gekommen, sie beim Chef der Umrüstung
anzuschwärzen. Doch die USO-Leute sind schneller (und besser
organisiert), als er denkt - und so können Him und Corty eine
Menge Arbeit vorweisen und ihre geheimen Nebenaktivitäten
geschickt verschleiern. Dennoch läuft nicht alles so glatt
für sie, denn die alten Programme, mit denen die Bomben
gezündet werden sollten, sind verschwunden und müssen nun
erst einmal rekonstruiert werden. Dabei kommen sie einem weiteren
Geheimprojekt auf die Schliche, das die Arkoniden an Bord der
GILGAMESCH installieren wollen: Intervallkanonen großen
Kalibers, mit denen ein Ziel sicher und genau ausgeschaltet werden
kann, ohne die Struktur darumherum zu vernichten. Das ideale Mittel
zur Eroberung von Planeten. Aber sie haben nicht mehr viel Zeit, denn
der immer noch krankhaft mißtrauische Lar Mamiak erwischt sie
auf frischer Tat. Er muß aber im Gefecht mit den beiden sein
Leben lassen. Kurz bevor sie ihre Pläne beenden können,
scheint es noch einmal, als ob sie doch noch aufgehalten werden
würden. Drei Kampfroboter stellen sich ihnen in den Weg, aber
diese vernichten sich auf einmal gegenseitig. Eine der Kampfmaschinen
beinhaltet den Rest von Merlin, dem ehemaligen zentralen Rechner der
GILGAMESCH. Er hilft den beiden wieder auf die Beine und sorgt
dafür, daß sie weiterarbeiten können - doch
überleben können sie das Inferno nicht.
Die Explosion richtet auch in Mirkandol einigen Schaden an, und als
Cistolo Khan in die arkonindische Botschaft gerufen wird, ahnt er das
hier viel Unruhe auf ihn zukommen wird.
O.K. Agentengeschichte, nächster Teil. Und doch ist es diesmal
etwas anders. Zwei alte Männer kämpfen für die
Vernichtung eines Traums, für den auch sie einst viel gegeben
haben. Him und Corty werden auf die GILGAMESCH geschickt - mit dem
Ziel, eben diese zu vernichten.
Eigentlich eine gute Grundlage, besonders für den zur Zeit
eigentlich überdurchschnittlich gut schreibenden Uwe Anton. Doch
diesmal reiht er sich in die Reihe der harmlosen Agentenromane ein
und bleibt so für mich weit unter seinem aktuellen Level.
Es sind gerade die beiden Alten, die mich von vorne bis hinten nicht
überzeugt haben; und einmal mehr werden die Arkoniden hier als
ziemlich dämlich dargestellt. (* Die Arkoniden SIND zieml...
äh, hups... flöööööt... ;-)
Heike)
Bei Him und Corty bleibt die Auseinandersetzung mit der GILGAMESCH
gleich am Anfang stecken. Nur ganz am Rand taucht mal so etwas wie
ein schlechtes Gewissen auf. Ansonsten beschränkt sich dieses
Element darauf, daß die beiden aufpassen, nicht zu verraten,
daß sie sich hier wie in ihrer Westentasche auskennen. Was die
beiden aber in meinen Augen ganz unerträglich macht, ist das
ganze Rumgejammer. Mit ihren kleinen Wehwehchen sind sie mir doch
sehr auf die Nerven gegangen. (* Keiner Deiner Bekannten scheint
wesentlich älter als 80 oder aus anderen Gründen irgendwie
gebrechlich zu sein... Heike) Auf diese Weise wirken sie eher wie
auf dem Weg ins Altersheim als auf einer Mission mit einem
Risikoeinsatz. Als ich die Beschreibung von "zu alt für den
Einsatz" gelesen habe, habe ich an zwei solche bestimmt nicht
gedacht. Schon gar nicht, als ich den USO-Maulwurf Yonkine beobachten
durfte, wie er die beiden so einfach an Bord der GILGAMESCH
schmuggelt, indem er einfach ein paar Altersgrenzen hochsetzt und
schon die beiden vom Computer ausgesiebt werden. Haben die Arkoniden
wirklich für eine Aufgabe wie diese so wenig
Computerspezialisten? Dann tun die mir wirklich leid, denn dann haben
die noch viel mehr Ärger am Hals als die deutsche Wirtschaft.
Vielleicht sollten die mal bei Terra nachfragen, ob die ein paar
Leute für ein paar GreenCards auswandern lassen.
Aber da ich ja schon einmal mehr bei meinem Lieblingsthema
"Arkoniden" bin, kann ich hier auch gleich weitermachen. Da werden
die beiden Kollegen auf "Herz und Nieren" geprüft, und dennoch
fällt nicht auf, daß es sich bei den beiden Alten um
Terraner und nicht um Arkoniden handelt? Und das bei einem geheimen
und so wichtigen Projekt wie der GILGAMESCH? Ich kann mir eigentlich
nicht vorstellen, daß bei Him und Corty eine Veränderung
des Skeletts vorgenommen wurde, so daß doch spätestens bei
einem kleinen Röntgen-Durchgang der Unterschied auffallen
sollte. (* Stimmt. Soweit ich mich erinnere, haben Arkoniden keine
Rippen, sondern so eine Art Knochenplatte (?) an dieser Stelle. Und
daß man neue Leute in einem hochgeheimen Projekt nicht erstmal
zum Röntgen schickt, kann ich mir kaum vorstellen... Heike)
Das sollte doch eigentlich die allererste Sicherheitsmaßnahme
sein, denn schließlich kann man einen Terraner sonst kaum so
einfach von einem Arkoniden unterscheiden. Bei dem Stand der Medizin
zu diesem Zeitpunkt sollte das wirklich das allereinfachste sein.
In diesem Sinne läuft dann auch der zalitische Gegenspieler von
Him und Corty - Lar Mamiak - und damit driftet der Roman nun
endgültig in das ab, was derzeit so Mode in der Serie ist.
Einmal mehr haben wir auf der einen Seite die guten Jungs von der USO
und auf der anderen den bösen arkonidischen (hier zalitischen)
Intriganten, der natürlich mit seinen Intrigen keinen Erfolg hat
und am Ende den kürzeren ziehen muß. Eigentlich ein
bißchen sehr langweilig.
Fazit:
Einmal mehr geht die Handlung in kleinen kleinen Schritten voran, und
das nicht gerade sehr abwechslungsreich. Der darübergestellte
Rahmen ist zwar immer noch sehr faszinierend, aber derzeit
schwächelt die Basis in meinen Augen doch wieder sehr. Die
Handlung ist einfach zu langweilig. Hinzu kommt, daß Uwe sich
wohl eher an seinem Fußballroman messen lassen muß denn
an dem hier.
5 Punkte.
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Es stellt sich dem Leser die Frage: Ist Uwe Anton
eigentlich überhaupt in der Lage, auch nur einen
einzigen mittelmäßigen Roman zu schreiben?
Offensichtlich nicht - glücklicherweise... |
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Ohne zu übertreiben, kann man sagen, daß der
Autor mit diesem Band (wieder einmal) einen PR-Roman der
Referenzklasse abgeliefert hat. |