Während
die Insel Recluce in ihrer abgeschiedenen Position blüht und
gedeiht, herrscht in Candar weiterhin Krieg. Immer weiter bauen die
weißen Chaos-Magier ihren Einflußbereich mit brutaler
Gewalt aus. Im Kampf gegeneinander kann aber weder die schwarze noch
die weiße Seite einen Vorteil erringen.
Eines Tages bittet eines der letzten freien Länder des
Kontinents um Hilfe, und diesmal beschließt der Rat, Hilfe zu
senden. Eine kleine Abteilung Freiwilliger zieht aus, unter ihnen der
Junge Ingenieur Justen und sein Bruder, der Wettermagier Gunnar. Es
scheint jedoch, als ob jede Hilfe zu spät kommen würde.
Dann aber entdeckt Justen, daß das wahre Mysterium dieses
Krieges nicht in Candar liegt, sondern zu Hause - in Recluce...
Vier Bände von Modesitts großer Saga hat man nun schon auf
die Leser losgelassen; und in einem vorgezogen Fazit muß ich
sagen, daß auch dieser Band im großen und ganzen das
recht gute Niveau der Vorgänger halten kann, bzw. zwar ein wenig
abschwächelt, aber immer noch den Vergleich mit vielen anderen
Romanen nicht scheuen muß.
Wieder ist der Roman in sich geschlossen und könnte auch recht
gut allein für sich gelesen werden, auch wenn die Lektüre
der vorherigen viele Informationen liefern könnte, die das
Rundumverständnis um einiges erleichtern. Allerdings spielt er
wieder in einer ganz eigenen Zeit, und jeder Leser muß sich mit
den Charakteren völlig neu zurechtfinden und sich durch einen
völlig neuen Handlungschauplatz kämpfen (die meiste Strecke
zumindest, denn für ein paar Kapitel kehrt die Geschichte auch
mal nach Recluce zurück).
Wer die ersten Bände gelesen hat, wird für einen Moment
beim Erzählstil innehalten. Der "Krieg der Ordnung" ist
nämlich der erste des Zyklus, der im klassischen Stil
geschrieben wurde. So kehrt nun auch nach Recluce die dritte Person
der Vergangenheit ein. Ich finde das sehr schade, denn auch dadurch
hatten die anderen Bände doch eine ganz eigene Note bekommen.
Aber wie schon angedeutet, ist dieser Band der bisher
schwächste.
Das liegt auch ein wenig am Inhalt, denn so richtig Neues bringt der
Autor auch nicht; er bleibt im großen und ganzen im System der
anderen. Eine Einzelperson bestimmt die Geschichte, die eigentlich
gar keine so richtig gute Meinung von sich hat, die aber alle anderen
Leute in die Tasche steckt. Diese - junge - Person geht nun also hin
und rettet die Welt. Das ändert sich hier auch wenig, nur
daß das Ende diesmal ein wenig alterniert wird - mehr wird hier
nicht verraten. Auch steckt der Hauptheld diesmal nicht nur in der
Aufbauphase und darf am Ende den Bösen hauen, sondern diesmal
muß er einen ziemlich harten Weg gehen, um schließlich zu
sehen, daß die bisherigen Definitionen von Gut und Böse
nicht ganz so sind, wie man ihm das daheim immer beigebracht hat. Was
aber nicht heißt, daß sich das Bild einfach nur dreht,
denn das wäre ja wiederum viel zu einfach.
Fazit:
Langsam aber sicher gewinnt dieser Zyklus seine Eigendynamik,
entwickelt seine eigenen Regeln und Systeme, und das auf ziemlich
gutem und konstantem Niveau. Wer's nicht glaubt, soll's selber
lesen.
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