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Band 1:
Tochter der Weissagung
König Abelard von Meriga errettet die Hexe Nydia vor dem
Flammentod. In ihr sieht er die Möglichkeit, sein Land zu einen
und die ständigen Kriege zu verhindern, die von den
machthungrigen Lords angezettelt werden. Dazu kommen noch die
Überfälle der entstellten Mutanten und der unfaßbaren
Harleys.
Doch die wunderschöne Nydia wehrt sich gegen die Pläne,
denn sie hat Angst davor, ihre mächtigste Waffe, die Magie,
einzusetzen. Die ist seit dem großen Armageddon nämlich
verboten, und alle Wissenden wurden seitdem gejagt und getötet.
Dennoch schwört sie Abelard ihre Gefolgschaft und folgt ihm bis
zu einem Punkt, an dem sie ihm ihre Magie nicht mehr versagen
kann...
Band 2: Des
Prinzen Heilerin
Der alte König Abelard kehrt von einer Reise nicht mehr
zurück und gilt als verschollen. Nun übernimmt der junge
Roderic die Regentschaft - nicht gerade zum Glück aller seiner
zahllosen Halbgeschwister. Besonders der bis zu seiner Geburt als
Thronfolger gehandelte Amanander sät Haß und Zwietracht,
bis er aus seinem Schatten hinaustritt und ganz offen gegen Roderic
rebelliert. Denn schließlich ist es ihm gelungen, Quellen
anzuzapfen, vor denen vor langer Zeit die geheimnisvolle Nydia
gewarnt hat. Nydia wohnt unbeachtet seit langen Jahren in einem
kleinen abgelegenen Turm, und erst jetzt sieht es so aus, als ob die
Ereignisse von früher ihre Früchte tragen...
Beginnt man mit der Lektüre dieses Romans, so ist man schnell
versucht, der Autorin eine unglaubliche Ideen- und Einfallslosigkeit
vorzuwerfen, aber nach und nach gelingt es dann, die zahlreichen
Zeichen so zu deuten, daß man sich hier nicht einfach in einer
beliebigen Welt befindet, die der Phantasie der Autorin entsprungen
ist, sondern in einer Variation der unsrigen. Vor dem Hintergrund,
daß die Menschheit eines Tages an ihrer eigenen Wissenschaft
zugrundegegangen ist und eine weltweite Katastrophe ausgelöst
hat, spielt die Geschichte in den Trümmern der USA. So bekommen
die Länder und Städtenamen auf einmal eine ganz neue
Bedeutungen. Namen wie Mondana oder Kora-Lado klingen dann eher
spaßig denn albern. (* Allein schon Meriga - grins...
Heike)
Auf den Trümmern der alten Republik herrscht nun eine Monarchie,
und vom schönen Kongreß ist nur noch der Senat
übriggeblieben, der dem König aber auch allein das Leben
manchmal recht schwer machen kann.
Beide bisher vorliegenden Bände konzentrieren sich sehr stark
auf die Hauptcharaktere. In Band eins ist König Abelard mit der
Festigung seines Reiches beschäftigt und muß sich nebenbei
noch mit allerhand Intrigen und Widrigkeiten beschäftigen. Doch
gerade er ist nicht der klassische strahlende König, der alles,
was er anfaßt, in Gold verwandelt. Vielmehr hat man nicht
selten den Eindruck, es hier mit einem ausgemachten Machtmenschen zu
tun zu haben, der bereit ist, jede Grausamkeit zu begehen, wenn es
seinem Ziel dienlich ist. Ihm wird der sensible Phineas
gegenübergestellt, der als Nebenfigur und des Königs
ergebenster Diener die großen Dinge ausbaden darf, für die
Abelard kein Gewissen hat. Der auch dann einspringen muß, wenn
er eigentlich viel lieber in Trauer und Scham verschwinden
würde.
In Band zwei geht Roderic doch etwas gemächlicher vor, obwohl
auch er schwer zulegen kann, wenn es vonnöten ist zu zeigen,
welche Familie auf dem Thron von Meriga sitzt.
Fazit:
Die Königskinder-Trilogie bietet strenggenommen nichts Neues und
wird sich wohl kaum in die Klassiker-Liste der Fantasy einschreiben
können. Aber es handelt sich um gut geschriebene Romane, die
zwar keine tieferen Überlegungen zu bieten haben, und sie haben
auch keinen Endzeitcharakter, wie der Hintergrund es vielleicht
vermuten ließe. Doch auf der anderen Seite versucht die
Autorin, den Lesern auch etwas zu bieten, das ein wenig neben dem
Fantasy-Mainstream liegt. Hier gibt es keine rundum strahlenden
Helden, sondern eher Machtmenschen, die sich ihrem Ziel verschworen
haben. Und dennoch hat es auch nichts mit Dark Fantasy zu tun,
sondern vielmehr mit der Hoffnung auf eine Welt, in der der
nächste Krieg der letzte sein wird.
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