Seit Prinz
Amatus vom Wein der Götter getrunken hat, ist er nur noch ein
halber Mensch. Und das im wahrsten Sinne des Wortes - seine gesamte
linke Körperhälfte fehlt. Denn der Wein der Götter
darf selbst von Erwachsenen nur in kleinsten Mengen genossen
werden.
Der königliche Leibwächter, die Hexe, der königliche
Alchimist und die Amme werden für ihre fehlende Sorgfalt
geköpft. Kurze Zeit später tauchen vier Bewerber auf, die
ihre Plätze einnehmen.
Der Prinz wächst zu einem jungen Mann heran und besteht seine
erste Queste, als er mit seinen Gefährten in das unterirdische
Koboldreich eindringt, um eine schöne Maid zu befreien. Es
gelingt ihm auch, doch der königliches Alchimist muß sein
Leben lassen - und Amatus entdeckt, daß er einen Teil seiner
linken Körperhälfte wiederbekommen hat. Die
Schlußfolgerung, daß sämtliche seiner Gefährten
sterben müssen, damit er wieder ein ganzer Mensch wird, hebt die
Laune des Prinzen nun wirklich nicht.
Nachdem der Prinz eine Bedrohung innerhalb des Königreiches
abgewehrt hat, kommt die nächste von außen: König
Waldo, der das Nachbarreich regiert, erstürmt mit einer Armee
von Kobolden, Nachtgeschöpfen und Dingen, die nicht menschlich
erscheinen, Amatus' Reich. Dem Prinzen gelingt die Flucht. Doch kann
er, mit nur einer geringen Zahl von Getreuen, tatsächlich Waldo
vertreiben? Es sieht alles andere als gut aus...
Wer einen komischen Fantasy-Roman schreibt, muß sich
früher oder später mit dem Werk von Terry Pratchett messen
lassen. (* Ich erdreiste mich, Dir aufs heftigste zu
widersprechen! ;-) Naja, Terry Pratchett wird sich jedenfalls freuen,
daß Du ihn hier zum Maß (fast) aller Dinge erhoben hast.
>;-))) Heike) In diesem Fall könnte der Vergleich leider
zu Ungusten dieses Romans ausfallen.
Der Roman leidet daran, daß Barnes die Handlung in mehrere
separate Teile aufgesplittet hat. Die eigentlich Haupthandlung ist
die vierte - und man fragt sich, warum der Autor nicht einfach diese
eine Geschichte anständig erzählt. Zwar bereiten die ersten
Teile einiges vor - unter anderem tauchen Personen auf, die in der
Handlung eine gewichtige Rolle spielen - aber notwendig sind sie
eigentlich nicht. Die Geschichte spult sich vor einem ab, und von
Zeit zu Zeit stellt sich Langeweile ein. Zu standardmäßig
agieren die Figuren, zu sehr verfällt Barnes in einen Stil, der
oberflächlich dahinfließt.
Barnes hätte sich sicherlich einen Gefallen damit getan, die
vier Teile als einzelne Novellen zu veröffentlichen - denn als
Einzelepisoden haben die Teile durchaus ihren Reiz. Ab und an trifft
Barnes' Humor das Lachzentrum des Lesers. Terry Pratchetts Niveau
erreicht er nicht, aber über weite Strecken unterhält und
amüsiert er.
Fazit:
Alles in allem ein Roman, der zwar unterhält, aber einen
Pratchett bei weitem nicht erreicht.
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