Zum
Inhalt:
Während Voldemort die Vorbereitungen trifft, zu seiner alten
Stärke und darüber hinaus zu gelangen, erhält Harry
Potter von den Dursleys die Erlaubnis, dem Endspiel der
Quidditch-Weltmeisterschaft beizuwohnen (natürlich erst, nachdem
er seinen Paten Sirius Black erwähnt hat). Doch nach dem Spiel
kommt es zu Ausschreitungen der "Death Eater", der Anhänger
Voldemorts, die sich nach dreizehn Jahren erstmals wieder in das
Licht der Öffentlichkeit wagen. Bei diesen Ausschreitungen
erscheint auch das Zeichen Voldemorts wieder und versetzt die
Zaubererschaft in Entsetzen. Die Ereignisse bleiben zunächst
ungeklärt, und Harry und seine Freunde fahren schließlich
nach Hogwarts, dem neuen Schuljahr entgegen. Doch sie wissen nicht,
daß Voldemort fieberhaft daran arbeitet, seine frühere
Macht wiederzuerlangen. Und er bezieht Harry in seine Pläne
nicht nur ein, sondern dieser ist auch ein integraler Bestandteil
derselben...
Wow - was für ein Roman!
Joanne K. Rowling gelingt es tatsächlich, auf ihren dritten
Potter-Roman noch einen draufzusetzen, was in dieser Art sicherlich
nicht zu erwarten war.
War fan noch recht verwundert und vor allem entzückt, als er die
Nachricht las, daß dieser Roman doch tatsächlich knapp 750
Seiten umfassen würde (je mehr Potter, desto besser!) - mit
einem Roman dieser außerordentlichen Qualität konnte
niemand rechnen!
Hiermit steht nun endgültig fest: Die Harry Potter-Romane
wachsen mit den Lesern. Wobei dies nicht nur einfach so
dahingeschrieben ist - Joanne K. Rowling ist dabei, eine Jugendserie
von Roman zu Roman immer komplexer zu gestalten. Im Rückblick
fällt vor allem auf, daß die Harry Potter-Romane zwar bei
einem Niveau beginnen, das dem eines 10jährigen mit
unbändiger Phantasie entspricht; doch gehen diese Romane danach
den Weg des Erwachsenwerdens, folgen der Entwicklung der Leser der
ersten Stunde, so daß man diesen Roman sicherlich nur den
wenigsten 10jährigen vorlegen und auch noch erwarten kann,
daß diese ihn wirklich verstehen. Joanne K. Rowlings Harry
Potter wächst sozusagen mit dem Leser - zumindest mit der
eigentlich angepeilten Leserschicht. Daß die Potter-Romane
inzwischen weit über diese Leserschicht hinaus beliebt sind, das
ist wohl das Geheimnis der Romane. Ihr Magie, ihr "sense of wonder"
(um es einmal mit einem Perry Rhodan-geprägten Begriff zu
umschreiben) führt dazu, daß immer mehr Menschen diese
Romane lesen, die eigentlich gar nicht zu der angepeilten
Altersgruppe gehören. Und trotzdem lesen sie diese
Jugendbücher mit wachsender Begeisterung.
Das Phänomen Harry Potter - dies näher zu beleuchten,
würde sicherlich diese Rezension sprengen. Daher zurück zum
Roman:
Die Harry Potter-Reihe entwickelt mit diesem vierten Band eine
Komplexität, die wohl niemand erwartet hatte. Obwohl ich beim
ersten Lesen vor allem gegen Ende hin mehr als nur stark an die
TV-Serie "Babylon 5" erinnert wurde, so bleibt Joanne K. Rowling doch
genügend eigenständige Handlung übrig, um nicht als
Plagiat zu enden.
Rowling schafft es, ihre Romane dem Alter des angepeilten Lesers
anzupassen. Wenn der erste Roman noch für Zehnjährige
geschrieben war (und das im Hinblick auf die Altersgruppe durchaus
anspruchsvoll und auch für Erwachsene geeignet), so entwickelt
die Autorin die Story nun weiter - und ich möchte sagen: Dieser
Roman ist definitiv nicht mehr für zehnjährige geeignet -
mindestens zwölf sollten die Leser schon sein!
Dabei entwickelt Rowling eine liebenswerte und vor allem spannende
und packende Geschichte, die den Leser von den ersten Seiten aus in
ihren Bann zieht. Und spätestens im letzten Drittel des Buches
ist an ein Unterbrechen der Lektüre nicht mehr zu denken. Zu
spannend entwickelt sich die Handlung, als daß man auch nur an
die profansten Bedürfnisse zu denken in der Lage ist. Selbst der
Toilettengang wird zur Qual, weil man die Lektüre unterbrechen
muß... (* Muß man überhaupt nicht - aber dann
braucht eine Familie mindestens zwei Toiletten... >;-)))
Heike)
All das gilt natürlich nur für die Leser, die sich ein
Quentchen Jugend bewahrt haben, die die Magie des Buches fühlen,
sich in der Handlung verlieren können. Die absoluten Logiker,
die Hard-SF-Fans, die griesgrämigen Literaturkritiker seien vor
diesem Roman ebenso gewarnt wie vor der ganzen Reihe. Man muß
schon ein wenig mehr als nur die Vorstellung eines Begriffs wie
"Phantasie" mitbringen, um diese Romane genießen zu
können.
Ein Roman soll unterhalten, er muß keine großartigen
Messages in sich tragen. Und wenn diverse Kritiker und auch
Herausgeber fordern, "Kinderbücher" aus den Bestsellerlisten zu
entfernen, sehe ich dies mit einem ebensolchen Stirnrunzeln wie die
Behauptung, die Harry Potter-Romane würden die Gesellschaft
"infantilisieren". (* Die sind doch alle bloß neidisch,
daß sie diese Spitzenideen nicht selbst gehabt haben.
Heike) Joanne K. Rowling hat mit diesem Roman den Beweis
erbracht, daß die Gesellschaft nicht "infantilisiert", sondern
gerade ab dem vierten Roman eher "erwachsen" wird - wenn man die
Potter-Romane als Spiegel der Gesellschaft sieht.
Denn die Potter-Romane werden erwachsen. Dieser Roman übertrifft
an Komplexität so ziemlich alles, was als "Jugendliteratur"
gilt. Und überhaupt: Wer behauptet eigentlich noch, daß
die Jugend nicht mehr lesen würde?!? Angesichts eines bald 750
Seiten langen Romans, der wie blöde gekauft wird (selbst als
englische Ausgabe in Deutschland!), kommt dies fast schon als reine
Ironie daher.
Wir können auf jeden Fall festhalten: Harry Potter trägt
nicht unwesentlich dazu bei, daß die Kinder und Jugendlichen
wieder lesen - und allein hierfür sollte man Joanne K. Rowling
einen Orden überreichen! (* Nur einen? Heike)
Eine Warnung jedoch noch: Zu lesen anfangen sollte man am besten
Samstag vormittags. Wer später beginnt, läuft Gefahr, den
Montagmorgen mit zwei oder drei Stunden Schlaf beginnen zu
dürfen - mir ging es jedenfalls so...
Fazit:
Jau! Harry Potter 4 folgt der Maxime: Jeder Roman besser als der
Vorgänger! Dieser "Schinken" übertrifft jegliche
Erwartungen. Er sprüht nur so vor Witz, Spannung und
Gefühl. Wie schafft diese Frau das nur?!? (* Und wie hat Winy
es nur geschafft, bei gewissen Szenen nicht loszuheulen???
Heike)
15 Punkte
(auch wenn ich weiß, daß sie mit dem nächsten Roman
noch einen drauflegen wird!)
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Selten hat mich ein Roman so sehr berührt wie
dieser. Selten hat mich ein Roman mehr beeindruckt, mehr zum
Lachen und ja, auch mehr zum Weinen gebracht als dieses
Kinderbuch. (* Wirklich MEHR beeindruckt hat mich
eigentlich noch GAR kein Buch... oder irgendwas sonst...
Heike) |