Entgegen
aller Unkenrufe außerhalb des Systems hat Perry Rhodan es mal
wieder geschafft, dem nahen Tod von der Schippe zu springen. Nun
sitzt er mit teils defektem Raumanzug auf einem Planeten mit einer
Schwerkraft von 3,4g. Und während er sich also langsam an den
Planeten zu gewöhnen versucht, beginnt Bull draußen damit,
eine Flotte zusammenzuziehen. Er weiß allerdings recht genau,
daß er es kaum wagen kann, die Arkoniden anzugreifen, da sich
der Krieg auf diese Weise nur ausdehnen würde; das kann die LFT
im Moment noch nicht riskieren.
Auf Ertrus erkennt Perry auch, welches Glück er gehabt hat, denn
nicht alle Transmitterdurchgänge sind so glimpflich abgelaufen
wie seiner. Mehr als ein Ertruser überlebt nicht, bzw. kommt
grausam verstümmelt aus dem Bogen heraus. Zudem erkennt er,
daß die Arkoniden Ertrus noch lange nicht unter
endgültiger Kontrolle haben, denn der Kampfeswille der Ertruser
um Präsident Tam Sorayto ist ungebrochen, der Ruf nach Rache
laut. Zusammen mit ihnen zieht sich Perry Rhodan in die Berge
zurück, in denen sich der Widerstand organisieren soll.
Während das geschieht, freut sich Mascant Kraschyn ob seines
leichten Triumphes. Es hat auf Ertrus nur wenig Widerstand gegeben,
und so kann der Planet wohl bald in Ruhe und Frieden als erobert
gelten. Kraschyn ist jedoch umso überraschter, als auf einmal
eine sehr wütende Rebellenarmee vor der Tür steht und alles
umhaut, was nicht niet- und nagelfest ist - auch seine ganz neuen
Roboter. Mascant Kraschyn ist kein Zauderer, und bevor er sich in
Straßenkämpfe gegen die Riesen von Ertrus verwickeln
läßt, zieht er sich schnell von der
Planetenoberfläche in den Weltraum zurück.
Unten können die Rebellen ihr Glück kaum fassen.
Überall herrscht großer Jubel, auch wenn man sich im
klaren darüber ist, daß man die Arkoniden zwar erst einmal
vom Planeten vertrieben hat, aber noch lange nicht aus dem System.
Tam Sorayto nimmt mit Reginald Bull Kontakt auf und teilt ihm mit,
daß Perry Rhodan noch lebt. Das ist allerdings seine letzte
Amtshandlung, denn Mascant Kraschyn hat beschlossen, den ertrusichen
Widerstand ein für allemal zu beenden. Mit einer Intervall-Bombe
löscht er die gesamte ertrusische Hauptstand Baretus aus - und
mit ihr Tam Sorayto und seine Widerstandskämpfer.
So, geht's im letzten Roman noch in Riesenschritten voran, so steht
dieser Band dann wohl eher in der Pflicht, das, was da in Band 2028
passiert ist, ein wenig genauer zu verarbeiten. Das macht er dann
auch recht ordentlich.
Zum einen ist da die LFT, die auf der einen Seite nicht wie der Ochs'
vor'm Berg, auf der anderen Seite aber auch nicht untätig
dastehen will. Die zentrale Figur ist hier wohl Reginald Bull, der,
auf der einen Seite getrieben von Rachegelüsten, auf der anderen
Seite aber auch nicht an den Tod seines jahrhundertelangen Freundes
glauben kann. Gut finde ich auf jeden Fall, daß man um den
vermeintlichen "Tod" Perry Rhodans keinen großen Wirbel gemacht
hat. Vielmehr ist dem Leser von vornherein klar, daß Rhodan
noch lebt; und zudem ist Perry Rhodan ja schon des öfteren
totgesagt gewesen. Das führt dann wohl auch auf der Roman-Ebene
dazu, daß Bull einfach irgendwo zu abgebrüht ist, um an
Perrys Tod zu glauben. Das hat dann wohl eher was mit dem Glauben an
das Schicksal als mit einer guten Vorstellungskraft und einem
fehlenden Realitätssinn zu tun. Dennoch gelingt es Hubert
Haensel, dem Leser glaubhaft zu versichern, daß Bull sich sein
Leben bestimmt nicht leicht macht und einen harten Weg
entlangschreitet - hin- und hergerissen zwischen Emotion und Ratio.
Was ist es doch für ein Glück, möchte man sagen,
daß sich Reginald Bull und Hubert Haensel derzeit so gut
verstehen; und so hätte ruhig ein wenig mehr Bull in dem Roman
stecken dürfen.
Aber auch die andere Ebene weiß durchaus zu überzeugen.
Gerade zu Beginn der Flucht kommen einige Schilderungen auf den Leser
zu, die einige Szenarien schrecklich - grausig - faszinierend
beschreiben. Die Beschreibung über das Trennen der beiden
verschmolzenen Ertruser erscheint mir zwar ein wenig naiv, aber
ansonsten hat gerade es diese Szene wirklich in sich. So wird man
hin- und hergerissen zwischen der fesselnden Schilderung und den
vielen verschiedenen Schrecken, die hier auf Perry Rhodan
einstürzen.
Die Ertruser lassen sich davon aber nicht lange aufhalten. Schnell
hat Tam Sorayto seine Mannen um sich geschart und die ersten
Widerstandspläne geschmiedet. Mit diesem Punkt baut diese Ebene
dann aber auch recht stark ab und beschränkt sich darauf, die
Flüchtlinge in dem großen Chaos in die Berge gelangen zu
lassen, wo die Kollegen sich dann erst einmal ausruhen und darauf
warten, daß sich die Partisanenarmee aufbaut. Ich weiß
auch nicht, ob die Arkoniden das so mit sich machen lassen. Immerhin
wissen sie, daß es sich bei den Etrusern nicht um die
friedliebenden Linguiden handelt, sondern um Krieger allerersten
Ranges. Mascant Kraschyn hat sich da für mich doch etwas schnell
einlullen lassen.
Um so abgeklärter ist dann wieder das Ende. Hier zeigt sich
einmal mehr die bereits für den letzten Band angesprochene
Charakterisierung der Arkoniden. Sie sind derzeit einfach die
Bösen. Ich denke aber, daß man auch aufpassen muß,
wie man mit den Albinos in der Zukunft verfährt. Denn wenn
Bostich einmal weg sein sollte, dann kann man auf keinen Fall einfach
so weitermachen wie bisher. Dafür hat es schon viel zu viele auf
Bostich eingeschworene Arkoniden gegeben, die ihrem Imperator
zujubeln; und eine "Wir-haben-ja-von-nichts-gewußt"-Einstellung
funktioniert auch nicht immer.
Fazit:
Die Geschichte um Ertrus ist noch nicht zu Ende, aber bisher eine
(vermutliche) Kurzebene, die sich sehr gut einführt und in der
auch Hubert Haensel erneut seine derzeit prächtige Form
beweist.
12 Punkte
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Manchmal erweisen sich die Titelvorschauen im PR-Report
dann doch ein wenig als Eigentor. So zum Beispiel in der
aktuellen Handlungsebene. Nicht nur, daß das Ziel der
ganzen Operation Stiller Riese bereits im voraus bekannt war
- auch in diesem Roman kann die Spannung nicht so recht
aufkommen, wenn man Titel wie "Radio Freies Ertrus" als
Folgeroman bereits Wochen vorher kennt. Denn damit steht
außer Frage, daß die Arkoniden natürlich
nicht abziehen, sondern noch etwas in petto haben. Das
Endergebnis ist dann zwar doch ein wenig überraschend,
doch verändert dies nicht die allgemeine
Vorhersehbarkeit der Handlung... |
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Nachdem die Arkoniden in die Offensive gingen, durfte man
auf die Reaktion der Terraner gespannt sein. Die
Ausgangssituation ist für die LFT denkbar schlecht.
Perry Rhodan ist nicht greifbar, und so muß (wieder
einmal) Reginald Bull die notwendigen Entscheidungen
treffen. |