Eutrom
Facrelli ist ein etwas ungewöhnlicher Ertruser, denn für
einen seines Volkes ist er recht schmächtig und lange nicht so
stark wie seine Verwandten - dafür ist er ein um so besserer
Leichtathlet. Zugleich ist er Sympathisant der Untergrundregierung
und auch für diese tätig. Diese hat ihren momentanen Sitz
in der Nähe von Fin Calley, der - nun - größten Stadt
auf dem Planeten. Von hier aus plant sie neue Schritte, den Besatzern
das Leben möglichst schwer zu machen. Darauf will sich Tato
Forman da Ricce aber nicht einlassen und ordnet eine Gewaltwelle
gegen die einheimische Bevölkerung an. Überall werden
wahllos Ertruser aus der Menge herausgefischt und verschleppt - wenn
jemand bei der Nahrungsverteilung auffällt, wird er sofort
hingerichtet.
Unterstützung kommt für den Untergrund von
ungewöhnlicher Seite: Die versammelte kleine USO-Flotte springt
ins System und greift die Arkoniden an - zieht sich aber nach einem
kurzen Gefecht wieder zurück. Sinn der Aktion: Bei dem ganzen
Gefecht fällt nicht auf, daß eine kleine Kapsel über
dem Planeten abgeworfen wird, in der sich USO-Chef Monkey
höchstpersönlich befindet. Dieser läßt am Boden
nichts anbrennen und nimmt sofort Kontakt zum Untergrund auf. Er
teilt mit, daß in einer weiteren Aktion einige Transmitter
abgeworfen werden sollen, mit denen man aus dem System heraus- bzw.
dort hineinkommt. So würde sich die Möglichkeit bieten,
Rhodan herauszuschaffen sowie Waffen und Unterstützung nach
Ertrus zu bringen.
Während man also diesen Plan in Angriff nimmt, laufen weitere
Aktionen des Widerstandes an. Gezielt picken sich Widerstandsgruppen
jene heraus, die an Übergriffen auf die Ertruser beteiligt
waren, und töten diese. Zugleich droht "Präsident" Kim
Tasmaene über das Radio Freies Ertrus allen Arkoniden, die sich
an derartigen Übergriffen beteiligen, den Tod an.
Es kommt, was kommen muß. Die Arkoniden erzittern bald vor der
Rache der Ertruser, und Tato da Ricce bangt immer mehr um seinen Job.
Schließlich wird er von Bostich zurückbeordert, um sich zu
erklären. Dazu wird es aber nie kommen, denn bei seinem Abflug
wird sein Transportgleiter von einem Attentäter gerammt, wobei
er und sein gesamter Stab ums Leben kommen.
Bei einem weiteren Angriff wirft die USO die Transmitter ab. Dies
fällt zwar diesmal auf, doch der Untergrund ist vorbereitet, und
es gelingt, die Geräte zu bergen. Als Perry Rhodan aber Ertrus
verläßt und auf der anderen Seite aus dem Transmitter
steigt, trifft er auf seinen Sohn Roi Danton - ein Wiedersehen ohne
viel Freude, denn beide sind sehr distanziert - schließlich
hatte sich Michael Rhodan von seinem Vater zurückgezogen, um
herauszufinden, wo und wie er in der Welt steht.
Tja, das war vorerst der letzte Band der "Ertrus-Ebene", und
weiterhin werde ich ihr mit einem weinenden Auge hinterherblicken,
denn mit diesem Band hat sie einen guten Abschluß gefunden.
Weiterhin entwickelt sich die Ebene sehr gut und mit viel Dramatik
und Spannung. Sehr gut hat mir gefallen, daß es nun so
aussieht, als ob die Ertruser die Arkoniden nicht aus eigener Kraft
besiegen müssen, sondern nun endlich Hilfe von Außen
bekommen werden. Das macht die Sache doch etwas realistischer, denn
wie kann sich eine Untergrundarmee dieser Art auf Dauer gegen eine
technische Übermacht wie die der Arkoniden durchsetzen? Nun kann
man wenigstens durch die wenigen Transmitter Hilfe nach Ertrus
bringen und so die Lage dort ein wenig bessern.
Dabei zeigt auch Susan Schwartz, welche Ausnahmesituation auf dem
Planeten herrscht, denn hier scheint sich tatsächlich ein ganzes
Volk dem Widerstand angeschlossen zu haben. Diejenigen, die nicht
aktiv sind, sind mindestens Sympathisanten. Dabei stellt sich hier
aber doch am Rande die kleine Frage, was denn aus dem virtuellen
Präsidenten geworden ist, den Tato da Ricce eingesetzt hat? Der
sollte doch eigentlich bei der provisorischen Regierung für
ziemliche Aufregung gesorgt haben; dennoch ist mir da nichts
aufgefallen.
Sehr schön aber, wie sich der Roman präsentiert. Hier geht
es nicht einfach darum, unpersönlich ein Volk zu beschreiben,
das sich einfach nicht anpassen will. Die Darstellung geht im
Gegenteil über eine Vielzahl von Charakteren, und so wird der
Widerstand allen Orten personifiziert. Lediglich die Racheaktionen
der Ertruser werden am Rande abgehandelt, aber die wesentlichen
Planungen und Aktionen werden von individuell entwickelten
Charakteren ausgearbeitet und durchgeführt. Dabei wird weiterhin
betont, wie sehr individualistisch die Ertruser zu sein scheinen;
etwas, das sie hier sehr stark an die Haluter heranführt:
groß, stark, eigentlich sehr gutmütig - aber wehe, wenn
sie losgelassen. So wird vom ertrusischen Volk ein sehr schönes
und vor allem äußerst sympathisches Bild gezeichnet. Aber
nicht nur die Charaktere haben mir hier recht gut gefallen. Auch die
Handlung macht im richtigen Augenblick eine entscheidende Wendung.
Anstatt sich zu sehr auf den Kampf auf Ertrus zu konzentrieren und
hier vielleicht in die Gefahr zu geraten, sich entweder totzulaufen
oder zu sehr zu wiederholen und dadurch überflüssig und
langweilig zu werden, bringt man von außen neue Elemente ein,
die dafür sorgen können, daß man hier mehr
Möglichkeiten bekommt, die Handlung zu variieren. Hinzu kommt,
daß man sich endlich mal wieder die Zeit genommen hat, eine
Geschichte in vollem Umfang am Stück zu erzählen. Ertrus
ist zwar immer noch unter arkonidischer Besatzung, aber ich erwarte,
daß das auch noch eine ganze Weile andauert. Deshalb finde ich
es schön, daß man sich immerhin dazu durchgerungen hat,
hier eine zusammenhängende Ebene von vier Romanen am Stück
aufzubauen. So muß der Leser sich nicht ständig an eine
fremde Umgebung gewöhnen, sondern man kann die Handlung in einem
größeren Umfang genießen. Bzw. die, die mit der
Ertrus-Ebene nichts anfangen können, wissen, welche Romane sie
eher überfliegen können.
Fazit:
Ein Roman, der sich sehr flüssig lesen läßt, obwohl
ihm die dramatische Klasse des Vorgängers fehlt. Dennoch hat man
in meinen Augen in der Ertus-Ebene so ziemlich alles richtig
gemacht.
12 Punkte
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Soso, jetzt greift also endlich die USO ein. Nachdem
inzwischen drei Hefte dieser Handlungsebene vorüber
sind, hatte ich mich langsam gewundert, wann diese denn in
der eigenen Ebene aktiv werden würde. Dies einen Roman
vorzuziehen, wäre wohl der bessere Weg gewesen, doch
das hat wohl die starre Vier-Hefte-Regel bis zum
Ebenenwechsel, die zur Zeit angewandt wird, verhindert.
Angesichts des Vorgängers wären hier wohl drei
Hefte sinnvoller gewesen... |
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Ertrus, Band 4 von (zunächst) 4. Fazit zum Handlungskomplex Ertrus: Starker Beginn, dann stark nachgelassen. |