Eigentlich
soll Stoner nur das Auto eines Kunden von Colorado nach Kansas
überführen. Doch auf der Fahrt nach Hause hat Stoner eine
Panne - mitten im Nirgendwo auf der I-70. Seufzend und mit ihrem
Schicksal hadernd macht sie sich zu Fuß auf, um Hilfe zu
holen.
Als sie ein kleines Städtchen namens Tabor erreicht, kommt ihr
ein Pferdekarren entgegen, der sie abholen soll. Offensichtlich ist
sie schon erwartet worden. Zudem sieht das Städtchen wie eine
typische Westernstadt aus - und als Stoner erfährt, daß
man hier das Jahr 1871 schreibt, kann sie es zuerst nicht
glauben.
Blue Mary, die ihrer eigenen Tante Hermione sehr ähnlich ist,
erklärt Stoner, daß sie hier etwas zu erledigen hat. Bald
begreift Stoner auch, was: Seit einiger Zeit geht ein Brandstifter
um. Der Verdacht der Bewohner richtet sich gegen Billy - das ist der
Junge, der Stoner abholen sollte.
Doch Billy ist nicht das, was er zu sein scheint. Und während
weitere Farmen in Flammen aufgehen, kommt Stoner dem Täter immer
näher...
Eine lesbische Heldin ist im Fantasy-Genre durchaus etwas
Ungewöhnliches. Vielleicht, weil es so schwer ist, eine
glaubhafte lesbische Heldin zu schildern, ohne gleich in Klischees
und Vorurteile abzurutschen. Sarah Dreher umgeht diese Klippen und
schafft es, daß sich auch der männliche Leser mit Stoner
voll und ganz identifizieren kann.
Und wenn man dann auch noch die Handlung des Romans im Wilden Westen
spielen läßt, sind die möglichen Fettnäpfchen,
in die die Autorin da treten kann, doppelt groß. Desto mehr
nötigt einem die Tatsache Respekt ab, daß Sarah Dreher all
die typischen Westernmotive konsequent vermeidet.
Die Autorin erzählt eine spannende und rasante Geschichte. Ganz
in der Tradition der amerikanischen Krimis weiß der Leser recht
früh, wer der Täter ist. Doch langweilig wird dieser Roman
deswegen an keiner Stelle. Gewiß, so gegen Ende des Romanes
gerät die Handlung etwas ins Stocken. Der furiose Höhepunkt
jedoch läßt diesen kleinen Durchhänger vergessen.
Nach dem Lesen des Romans fragt man sich, warum es nicht mehr solche
Heldinnen wie Stoner McTavish gibt. (Wobei ich mich frage, gibt es
eigentlich einen ernsthaft gezeichneten schwulen
Raumschiffkapitän? Und ich denke jetzt nicht an Kork aus der
"Bullyparade". ;-))
Fazit:
Eine spannend erzählte Fantasy-Krimi-Romanze, die so richtig ans
Herz geht, ohne kitschig zu sein.
12 Punkte
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