Auf
Auroch-Maxo-55 lebt die kleine Zivilisation der Rautak - unter ihnen
die eigenwillige Fischerin Jamaske. Wohnort ist die große
Pflanzenintelligenz Paumyr, die wie eine lebende Insel über den
Kontinent treibt.
Jamaske gilt unter ihren Kameraden eher als Außenseiterin, da
sie sich über viele Anweisungen hinwegsetzt und mit ihrer Art so
manchen Streit vom Zaum bricht. Aber sie macht auch derzeit keine
leichte Zeit mit, denn so allein, wie sie im wirklichen Leben ist, so
verliebt ist sie in ihren Träumen. Hier trifft sie
regelmäßig einen Rautak, den sie noch nie in ihren Leben
gesehen hat, der dann aber doch tatsächlich eines Tages vor ihr
steht. Er heißt Latruiz, entstammt der Kaste der Wissenden und
ist auf diese Weise unendlich weit entfernt - glaubt Jamaske. Doch
als sie eines Tages bei einer Ausfahrt eigentlich zu Tode kommt,
wacht sie bei den Pflanzern auf und hat hier von diesem Moment an
eine neue Aufgabe, die es ihr ermöglicht, ein wenig über
die Oberfläche von Paumyr zu streifen. Hier trifft sie Lautriz,
und von einem Moment auf den anderen ist alles so wie in ihren
Träumen. Immer wieder treffen sie sich in verschiedenen
Verstecken, und für eine kleine Weile erleben die beiden eine
unglaubliche glückliche Zeit - bis ihre Verbindung
auffällt. In ihrer Verzweiflung schwimmt Jamaske aufs offene
Meer hinaus und wird dort von Raubfischen getötet.
Doch wieder ist ihr Tod nicht endgültig. Wieder wacht sie auf
und findet sich diesmal in der Clique der Wissenden wieder. Hier
trifft sie auch wieder auf ihren geliebten Latruiz. Eifrig studiert
sie die Kristallbücher und erfährt viel über das
Sternenmeer von Segafrendo und ESTARTU. Aber es gibt auch ein dunkles
Geheimnis der Rautak, das Jamaske eines Tages erfährt, denn die
Rautak von Paumyr existieren gar nicht wirklich, sondern sind nur
Traum-Projektionen der Inselintelligenz - sogenanntes
"Gaukelleben".
Gemeinsam mit Latruiz dringt sie ins Herz von Paumyr ein, wo sie das
Pflanzenwesen zur Rede stellen. Hier finden sie nicht nur ein paar
Antworten, sondern auch die Eier von Kym-Jorier, die von Paumyr
bewacht werden. Nun erfährt Jamaske, daß sie als Botin
auserwählt wurde. Sie wird auf eine Mission geschickt - zu einem
großen goldenen Raumschiff in Hantelform...
O.K., nun wissen wir auch endlich und endgültig über das
Schicksal der Rautak Bescheid. Auch wenn ich nicht ständig mit
Wörtern wie "Füllbände" um mich schmeißen will,
so wäre es dennoch nicht schlecht, wenn hin und wieder einmal
doch etwas passieren würde. War das Tempo der Handlung schon
nicht besonders hoch, so hat es sich in den letzten Bänden noch
weiter verlangsamt und scheint jetzt fast ganz stehengeblieben zu
sein. Das ist auf jeden Fall der Eindruck, den man bekommt, wenn man
darauf schaut, was denn in den letzten beiden Romanen passiert ist:
Die SOL dringt in die Dunkelwolke ein, entgeht den
Verfolgungsversuchen und gelangt ganz am Ende nach Auroch-Maxo-55.
Das ist nicht gerade viel, und soo toll waren die beiden Romane auch
nicht, als daß man sie nicht ein wenig hätte
zusammenfassen können. Aus diesem hätte man durchaus eine
etwas größere erste Ebene machen können, und dann
hätte man die Hauptebene aus der Nr.2032 für eine kleinere
Nebenhandlung gehabt - das hätte uns so ganz nebenbei auch noch
die Dookie-Ebene erspart.
Ansonsten lag für sich gesehen ein doch ganz anständiger
Roman vor - mal davon abgesehen, daß sich so mancher Leser
gefragt haben dürfte, wofür man diesen Roman überhaupt
gelesen hat.
Die Welt um Jamaske ist durchaus faszinierend geschildert, und
Andreas Findig hat die Geduld, einige Dinge aufzubauen, die den Leser
im ersten Moment etwas abstoßen, die dann aber im Nachhinein
Sinn machen. Man beachte z.B. das Aufeinandertreffen von Latruiz und
Jamaske auf der Pflanzerebene. Sie liegen sich sofort in den Armen
und sind die verliebtesten Menschen auf der Welt. Im ersten Moment
war ich doch sehr überrascht von dieser Entwicklung, bzw. ging
das doch alles ein bißchen arg schnell, um auf diese Weise
überzeugend zu wirken. Betrachtet man diese Szene aber im
Nachhinein unter der Sichtweise des "Gaukellebens", so macht das
ganze wiederum durchaus Sinn, denn so gesehen gibt es ja keinen
Unterschied zwischen den Träumen der Rautak und ihrer
Realität. In dem Moment, da die beiden einander begegnen, setzen
sie lediglich die Ereignisse aus Jamaskes Traum fort, der so für
beide Realität war - ein bißchen verwirrend, aber ganz in
Ordnung. Das System der selbstfühlenden Prophezeiungen ist schon
faszinierend und führt schnell in philosophische Dimensionen,
die hier zum Glück nicht angetastet werden, von denen ich auch
nicht unbedingt viel weiß, weshalb ich auch lieber die Finger
davon lasse. Ich kann mich aber auch an eine STAR TREK-Folge
erinnern, die ein ähnliches Muster hatte - nämlich eine
Stadt voller Holofiguren, die auch ein eigenes Leben entwickelten,
ohne das zu merken. (* Deep Space Nine, wenn ich mich recht
erinnere... Heike) Ich möchte zwar nicht unterstellen,
daß dies hier Pate gestanden haben muß. Dennoch hat man
auch an anderer Stelle schon mal den Eindruck, daß hier
jüngste Ereignisse der Filmgeschichte als Inspirationsquelle
herhalten mussten. So hat mich die letzte Ausfahrt von Jamaske und
ihrer Fischergruppe doch ein wenig an Wolfgang Petersens "Der Sturm"
erinnert. Zufall oder einfach Bewältigung eines Kinobesuchs? Wer
weiß - wer weiß? (* Hey, bist Du überhaupt echt?
Oder sind wir alle nur der Traum eines schlafenden Hundes? ;-)
Heike)
Fazit:
Ein ganz netter - leider aber auch recht überflüssiger -
Roman. Langsam könnte mal wieder was passieren. (* Es stellt
sich heraus, daß das gesamte Perry Rhodan-Universum nur eine
Illusion ist? >:-))) Heike)
8 Punkte
|
Was ich nach dem letzten Roman schon befürchtete,
ist jetzt leider eingetreten - die Füllromane geben
sich wohl die Klinke in die Hand. Denn so faszinierend
Andreas Findig zu schreiben weiß, so
überflüssig ist dieser Roman von der
handlungsrelevanten Seite auch. Hier hätte man mit
Leichtigkeit den Vorgänger auf fünf Seiten
kürzen und in diesen Roman integrieren können - es
wäre uns einiges erspart geblieben. |
|
Segafrendo, zweiter Roman von (wieder einmal) vier. |