Im Chateau
Montagne treffen regelmäßig E-Mails von einem Unbekannten
ein, der von übersinnlichen Phänomenen schreibt. Zamorra
und Nicole machen sich auf nach London, genauer gesagt ins East End,
wo sie noch vor Betreten des Hauses des E-Mail-Verfassers erst von
den herabstürzenden Splittern einer Glasscheibe traktiert werden
und einem hinterher fallenden Fernseher nur knapp ausweichen
können.
Die alleinerziehende Catherine Hale wohnt mit ihren Söhnen David
und Chris im zehnten Stockwerk des Hochhauses, wobei ihr vor allem
der Ältere, Chris, Sorgen bereitet, da er aufsässig ist und
sogar versucht, in einer Straßengang Fuß zu fassen.
Im Jahre 1888 machte Sir Henry Clifford St. John Robertson Jagd auf
einen Serienkiller, der im gleichen Viertel seine Opfer fand. Sein
Lao Shi, also sein Meister, hatte ihn auf etwas Düsteres
hingewiesen, doch verhindern konnte er die Morde nicht. Erst als Sir
Henry Mary Jane, eine der Prostituierten, als Lockvogel einsetzte -
in die er sich zu allem Überfluß auch noch verliebt hatte
- kam er dem Mörder näher, konnte jedoch den Mord an seiner
Geliebten nicht verhindern.
Sir Henry, 1888 ein um die ganze Welt gereister Adliger, lebt auch
112 Jahre später noch. Nicole begegnet ihm bei ihren
Nachforschungen in einer Art Heimatmuseum, in dem Sir Henry die
Unterlagen, auch zum Ripper, beaufsichtigt. Nach einer Attacke einer
übersinnlichen Macht, der sich Nicole nur durch das herbeirufen
von Merlins Stern erwehren kann, setzt dieser magische Kräfte
ein, um die im Raum verstreuten Papiere wieder einzusammeln.
Zuvor hatte Nicole den jüngeren der beiden Hales verfolgt;
dieser war jedoch in einem Kellerraum verschwunden. Zamorra war
hingegen Chris gefolgt, dessen Spur sich aber auf einer Baustelle
verlor - auf der er es mit Godzilla zu tun bekam, der ihm mit seinem
Schwanz einen Schlag verpaßte, der ihn ohnmächtig werden
ließ.
Später, im Hochhaus der Hales, begegnet Zamorra noch dem Hulk,
der ihn ebenfalls k.o. schlägt, als er erneut Chris Hale
nachsetzt. Als der Dämonenjäger wieder erwacht, sieht er
David Hale auf dem Flur des fünften Stockwerks.
Eine übersinnliche Kraft bemächtigt sich des jungen Hale,
der auch - un(ter)bewußt um Hilfe gerufen hat. Dabei scheint es
sich um den Geist von Jack zu handeln, der in den Körper des
Jungen eindringt und durch seine Beeinflussung dafür sorgt,
daß der Junge im Schlaf Monster aussendet. Der Haß gegen
Zamorra ist jedoch nicht groß genug, so daß die Monster
ihn nicht zu töten vermögen.
Sir Henry spielt den beiden eine von ihm gefälschte Zeitung zu,
in der steht, daß in dem Haus bereits sechs Menschen
verschwunden seien. Wie Zamorra weiß, starben jedoch bereits
1988 fünf - und sechs Menschen in den letzten zwei Monaten.
Die Dämonenjäger spekulieren, daß jemand versucht,
zum Dämon zu werden - und das in dieser Nacht. Als Davids
Verschwinden auffällt, erinnert sich Zamorra an Davids
Anwesenheit im fünften Stockwerk. Mit dem Amulett können
sie die Quelle der Macht zwar lokalisieren und David aus der
Kontrolle der gegnerischen Macht befreien, sie können aber nicht
verhindern, daß diese zum Dämon wird und sich absetzt.
Während mir die Story um die beiden Jungs und die Monster aus
dem Schlaf (Godzilla, Hulk) weniger gefiel (die Beschreibung des
Londoner East Ends und des familiären Umfelds fand ich sehr
gelungen), war die Geschichte um den Ripper,Sir Henry in der
Vergangenheit und die Machtgelüste des
Möchtegern-Dämons um einiges interessanter. Vielleicht
liegt es aber auch daran, daß das Titelbild vor einigen Jahren
zu Werbezwecken von Bastei bereits verwendet wurde, und ich glaube,
es auch schon mal woanders auf einer Titelseite gesehen zu haben. Da
macht man sich seine eigenen Gedanken, wie eine Story um das Bild
herum aussehen könnte.
Sehr schön, daß Zamorra und Nicole am Ende nicht nur mit
leeren Händen dastehen, sondern zudem die "Geburt" des
Dämons nicht verhindern konnten; auch die Figur Sir Henry finde
ich durchaus interessant. Vielleicht sollte man ihn selber aber nicht
wieder auftauchen lassen, sondern eher auf seinen "Meister" eingehen.
(* Meiner Meinung nach deutet sich so etwas ja schon durch
Zamorras Äußerung am Ende an - anscheinend weiß er
ja nicht, wieso er Nicole das erklären konnte... Ach,
übrigens: Die Erklärung, was "Cockney" ist (Londoner Slang,
der auf Reimen beruht), war mir ja völlig neu - zumindest das
mit den Reimen, daß es ein Londoner Slang ist, wußte ich
schon. Dann verstehe ich aber nicht, wieso ich früher in Romanen
schon mal gelesen habe: "X verfiel von Zeit zu Zeit in einen leichten
Cockney-Akzent" (oder so ähnlich). Kann mir da vielleicht mal
jemand erklären, wie ich mir das vorzustellen habe?
Heike)
Gut
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Wieder ein Roman aus der Feder Claudia Kerns, welche hier
eine wirklich interessanten Story präsentiert, wenn
diese auch hauptsächlich in der Vergangenheitsebene
überzeugt. |