Das
malzanische Imperium zieht von einer siegreichen Schlacht zur
nächsten und verleibt sich einen Landstrich nach dem anderen
ein. Doch auf dem Kontinent Genabackis scheint der Marsch ins Stocken
zu kommen. Zwar fällt hier die Stadt Fahl nach einem harten
Kampf mit der fliegenden Festung Mondbrut, doch kommen mehr und mehr
Gerüchte auf, daß der charismatische und beliebte
Führer Dujek den Aufstand gegen die Imperatrix plant. Zugleich
soll das Reich der freien Städte vor der offenen Rebellion
stehen, und das kann sich die Herrscherin nicht gefallen lasse.
Doch es sind ganz andere, die unter diesen Auswirkungen von
Gerüchten und Gegenmaßnahmen zu leiden haben. Da
wären zum einen Kommandant Elster und seine
Brückenverbrenner - die Elitegarde des alten Imperators - die
unter der Imperatrix in Ungnade gefallen sind; oder Hauptmann Paran,
ein Adliger, der zum einen von der rechten Hand der Imperatrix als
auch den Zwillingsgöttern Oponn (* Danke für die
diesbezügliche Anmerkung, aber da ich nicht im Buch nachsehen
kann, hätte ich das - wenn auch mit gemischten Gefühlen -
sowieso stehengelassen... ;-) Heike) gleichzeitig benutzt
wird.
Alles konzentriert sich auf die letzte freie Stadt des Kontinents,
Darujhistan. Hier haben viele verschiedene Parteien ihre Pläne -
mal davon abgesehen, daß die Bewohner der Stadt es recht gern
vermeiden würden, erobert zu werden (* ...was ja wohl auch
nur zu verständlich ist... ;-) Heike) - und es gibt auch
noch ein paar Götter bzw. andere alte Wesen, die hier ein wenig
mitreden wollen.
Was sich dem Leser auf den ersten Blick bietet, ist ein weiterer
Zyklus mit einem großen klassischen Rahmen und sehr dicken
Büchern. Das Thema ist auf den zweiten Blick aber komplexer, als
der erste es vermuten lassen mag. Zwar heißt der Zyklus "Das
Spiel der Götter" (* Erinnert mich irgendwie an Sheri S.
Teppers "Das Große Spiel"... Heike), aber ein Blick auf die
Originalnamen zeigt, daß hier lediglich einmal mehr die
Übersetzer zugeschlagen haben, denn der englischsprachige Titel
ist doch um einiges weniger kitschig.
Götter kommen zwar durchaus in der Handlung vor, doch sind sie
hier noch lange nicht an so exponierter Stelle, wie der Name vermuten
lassen mag. Steven Erikson läßt in seiner Geschichte eine
Menge großer und kleiner Mächte aufeinandertreffen, und es
sind nicht nur die "kleinen" Menschen, die Federn lassen müssen
- so mancher von ihnen kann sich durchaus mit dem einen oder anderen
Gott messen.
Das führt dazu, daß hier eine Menge Parteien in die
Handlung eingreifen und der Leser so manchen dankbaren Blick ins
hinten aufgeführte, sehr umfangreiche Personenverzeichnis wirft.
Vielleicht hätte Steven Erikson hier beim einen oder anderen
Volk ein paar Erklärungen mehr einfließen lassen sollen,
denn so findet man hinten lediglich den Vermerk "nicht-menschlich"
und hängt dann und wann ein bißchen in der Luft.
Die Geschichte an sich fängt recht klassisch an: Ein
großes Imperium ist auf dem Vormarsch; das Hindernis zur
Vorherrschaft ist die Stadt Darujhistan, die sich das nicht so
einfach gefallen lassen will und ein Bündnis mit der fliegenden
Festung Mondbrut eingeht. Dabei läßt es der Autor jedoch
nicht einfach bleiben, und so füllt er sein Buch mit einer recht
komplexen Geschichte und vielen Unterebenen. Der Herr von Mondbrut
hat nämlich so seine eigene Motivation, gegen das Imperium zu
kämpfen, und die Geheimkommandos um die Brückenverbrenner
und ihren Kommandanten Elster sind auch nicht einfach so einzuordnen.
Schließlich sind da aber noch Hauptmann Paran, seine
göttlichen Protektoren, der Gott der Schatten wird quasi mit
hineingezogen, und der Verteidiger des Kontinents und Hauptgegner des
Imperiums - Kriegsherr Caladan Bruth - mag auch noch mitmischen.
Hiermit sei nur kurz angerissen, mit wie vielen Namen und
Schauplätzen sich der Leser herumzuschlagen muß, aber im
Gegensatz zu manch anderem Roman wirkt der Roman nicht
überladen, auch wenn er nicht einfach zu lesen ist.
Die Atmosphäre ist mitreißend und spannend, aber
düster und dramatisch. Viele Charaktere finden den Tod, auch
wenn sich der Autor nicht in Einzelkämpfen verliert, um zu
zeigen welcher Methoden sich das Imperium bedient. Dadurch fehlt auch
so manche Grausamkeit, wie sie z.B. in einem Salvatore-Roman zu
finden ist.
Fazit:
Abwechslungsreich und spannend, eingebettet in eine düstere
Atmosphäre, schildert der Autor eine vollbepackte Geschichte
großen epischen Ausmaßes. Ein sehr hoffnungsvoller
Auftakt.
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