Der Fischer
Farquart wird von einer unsichtbaren Macht getötet. Sein Freund,
Rick Shaw, findet ihn - und merkwürdigerweise finden sich bald
Indizien, die den Verdacht auf Rick werfen. Rick ist jedoch
vollkommen unschuldig.
Währenddessen kümmert sich Sheila Joyce im Altenheim des
Dorfes um Mrs. Lynch. Diese weiß erstaunlicherweise von
Farquarts Tod und auch davon, daß sich Sheila mit Rick trifft.
Und obwohl die alte Dame nie im Dorf gelebt zu haben scheint,
behauptet sie, Farquart gekannt zu haben.
Mittlerweile ermitteln Inspektor Branagh und Sergeant Ferguson in der
Mordsache Farquart. Nach und nach richtet sich ihr Verdacht auf Rick,
denn immer mehr Beweise tauchen auf, die Rick in die Sache
verwickeln.
In der Zwischenzeit wird Sheila von einem Unsichtbaren eine Brosche
entwendet, die sie kurz zuvor Mrs. Lynch verweigert hat. Als der
Pfleger O'Donald die alte Dame im Rollstuhl spazierenfährt,
entdeckt er Sheilas Brosche an ihr. Er stellt sie zur Rede, doch
statt auf die Vorwürfe einzugehen, befiehlt sie einem
unsichtbaren Begleiter, O'Donald zu töten. Kurze Zeit
später findet man seinen Leichnam am Ende der Klippe - und einen
Fußabdruck, der exakt zu Ricks Gummistiefeln paßt.
Der Inspektor befragt Mrs. Lynch. Obwohl er nicht großartig
weiterkommt, hat er das Gefühl, daß sie in die Verbrechen
verwickelt ist. Als er auf dem Friedhof mit dem Pater sprechen will,
stößt er auf das Grab von Robert Murphy, einem
gefürchteten Verbrecher. Er erfährt, daß Morgan
Murphy vor Jahren das Dorf verlassen hat; angeblich sei sie in Dublin
gestorben. Allerdings stammt auch Mrs. Lynch von dort.
Rick wird verhaftet, nachdem eine Zeugin ausgesagt hat, sie habe ihn
in der Nähe der Klippe gesehen. Doch es gelingt ihm, zu
entkommen. Von den Dorfbewohnern bis an den Rand der Klippe gehetzt,
sieht er nur einen Ausweg: Er springt ins Meer. Eine Strömung
spült ihn in eine kleine Höhle, in der der Wasserspiegel
jedoch bedrohlich steigt.
Mrs. Lynch besteht darauf, von Sheila zum Friedhof gefahren zu
werden. Auf dem Weg dorthin treffen sie auf den Inspektor und den
Pater, denen mittlerweile klargeworden ist, daß eine böse
Kraft die Verbrechen verübt hat. Mrs. Lynch gibt sich dem Pater
als Morgan Murphy zu erkennen. Sie gibt zu, daß ihr toter Sohn
die Verbrechen begangen hat. Doch wer würde den Beamten glauben,
wenn sie angeben, daß die Morde von einem Toten begangen
wurden?
Am Grab ihres Sohnes fordert Morgan von Sheila, daß sie sich um
den Geist ihres toten Sohnes kümmern soll. Denn nur dieser
vermag Rick zu retten. Sheila weigert sich jedoch. Morgan
bedrängt sie - und fällt tot aus dem Rollstuhl.
In der Höhle begegnet Rick dem toten Geist von Robert Murphy.
Bevor dieser ihn jedoch ertränken kann, löst er sich auf.
Die einsetzende Ebbe ermöglicht es Rick, sich aus der Höhle
zu befreien. Kurze Zeit später wird er vom Inspektor gerettet.
Und zusammen mit Sheila sieht er eine glücklichen Zukunft
entgegen. ;-)
Mortimer Grave präsentiert uns hier eine sehr simple und
einfache Rachegeschichte. Dagegen ist nun weiß Gott nichts
einzuwenden - wenn sie spannend und gut erzählt wird, hat eine
Rachegeschichte durchaus ihre Vorzüge.
Leider trifft von diesen Merkmalen nichts auf diesen Roman zu.
Schleppend und ohne Elan erzählt Grave seine Geschichte; seine
Charaktere sind sehr stereotyp und blaß gehalten. Es kommt
keine richtige Spannung auf.
Dieser Makel hat auch schon den letzten Grave-Roman getrübt,
aber die historischen Details konnten den "Pesthauch des Drachens"
noch zu einem Lesevergnügen machen.
Graves Bemühungen, etwas Humor in den Roman zu bringen,
scheitern kläglich. Zu verkrampft wirkt der Running Gag mit dem
selbstgebrannten Whisky, und dies gilt auch für die Wortgefechte
zwischen Inspektor und Sergeant.
Fazit:
Eine gute Idee sehr schwach umgesetzt.
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