Professor Zamorra

Band 684: "Die dunkle Jagd"

Luc Avenge - oder besser: jener Mann im Körper eines Toten - hat in Lyon eine Falle für seinen Feind Zamorra aufgebaut. Als Nicole Duval sich in deren Nähe aufhält, wird sie durch den Spiegel in einem Modegeschäft in eine andere Welt gezogen.
Daß Gefahr im Verzug ist, hat auch MacFool, der Hausdrache, gemerkt und Zamorra darüber informiert. Mittels Regenbogenblumen begibt er sich dorthin, als Nicole schon verschwunden ist und sein Freund, der Polizist Robin, ihn angerufen hat.
Nicole findet sich in einer Fantasy-Welt wieder - und kurze Zeit später im Körper einer anderen Frau, in dem sie durch die fremde Umgebung streift.
Dabei stößt sie auf einen Mann, der aussieht wie Zamorra. Dabei handelt es sich jedoch um Rico Calderone, den eine unbekannte Kraft in diese Welt gezogen hat. Neben seiner neuen, dämonischen Kraft spürt er, wie er nach Blut dürstet - er hat die charakteristischen Merkmale eins Vampirs.
Calderone paßt es nicht, für jemand anders die Drecksarbeit zu machen. Und noch weniger möchte er als Vampir enden. Er bittet Nicole darum, ihn zu töten.
Doch die beiden werden zurückgezogen. Eine unbekannte Macht in dieser Welt hatte sich gegen das Treiben von Avenge, Duval und Calderone gewehrt.
Befreit werden können die Entführten, zu denen mittlerweile auch Zamorra gehört, nur deshalb, weil Fooly und der Geist des toten Dieners Bois im Schloß an der Loire ihre Kräfte dem alten Baum im Garten zugeführt hatten und dieser sie in die Stadt leitete, wo ein anderer Baum sie nutzen und einsetzen kann.

Mit der Figur des Schloßgeistes kann ich mich immer noch nicht anfreunden. Fehlt nur noch, dass er auf "Hui Buh" umgetauft wird und mit Ketten rasselnd durch das Gemäuer schleicht.
Luc Avenge scheint Inspektor Kerr zu sein; zumindest deuten verschiedene Indizien darauf hin. Wobei mir eines fehlt, nämlich ein Motiv!
Sehr schön, daß Rico Calderone zu überlegen scheint, was er in Zukunft tun soll. Überhaupt gefällt mir, daß die Grenzen zwischen "schwarz" und "weiß" in letzter Zeit vermehrt aufgeweicht werden.
Wie Calderone in Zamorras Körper dann aber Nicole in einem anderen Körper in der fremden Welt hat erkennen können, ist mir dann doch schleierhaft. (* Muß die Ausstrahlung sein... Aura wäre auch noch denkbar... ;-) Heike)

 

Befriedigend Plus

Guido Latz

Wieder sind wir um einige Hinweise auf die Person Luc Avenge reicher, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch schwer sein dürfte, über seine Identität zu spekulieren. Zumindest scheint es sich nicht um einen Schwarzblüter zu handeln, da er nicht nur Zamorra, sondern auch das aus den Schwefelklüften stammende Dämonengekreuch haßt. Auch scheint Avenge einen zeitlosen Sprung zu beherrschen. Naja, wollen wir hoffen, daß wenigstens der Autor selbst schon weiß, wen oder was Luc Avenge darstellen soll.
Ob er nun so genau gewußt haben wird, womit er die 60 Seiten des vorliegenden Romans füllen sollte, sei dahingestellt, denn was einem da geboten wurde, war eine doch über weite Strecken ziemlich konfuse Angelegenheit. Diese ganze Körpertauscherei mochte zu Beginn noch einigermaßen interessant gewesen sein; allerdings ist es Werner nicht wirklich gelungen, das Ganze auch noch spannend zu schildern, da Zamorra, Nicole und Calderone eigentlich die meiste Zeit damit verbracht haben, sich über ihre Situation zu wundern und herauszubekommen, was mit ihnen passiert. Also endlose innere Monologe, welche die Handlung nicht viel weiterbringen. Interessant wird es immer nur dann, wenn Avenge ins Spiel kommt. Aber erst am Ende, als jene geheimnisvolle fremde Entität auftaucht und sich über das Nichteinhalten der Regeln beschwert, wird's noch einigermaßen kurzweilig.
Wenn das aber nun ein Vorgeschmack auf das kommende große Thema Spiegelwelt gewesen sein soll, dann scheint da ja noch einiges auf uns zuzukommen. Da bleibt zu hoffen, daß die Autoren den Bogen mit solcherlei Verwirrspielchen nicht übertreiben.

Fazit:
Nach einem köstlichen, humorvollen Auftakt - Foolys Gespräch mit Zamorra über unschuldig hingeschlachtete Moorhühner - folgt eine etwas blutleere Handlung. Aus dieser ganzen Körpertauscherei hätte man mehr machen können, statt die Akteure nur verwirrt durch die Gegend laufen zu lassen.
8 Punkte

Stefan Robijn

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