In Boston geschehen mehrere Morde, bei denen die Opfer mit einer
Axt regelrecht abgeschlachtet werden. Claudia White, Polizistin,
findet an einem Tatort eine mit dem Blut der Opfer geschriebene
Mitteilung: "Dieses Blut fließt nur wegen dir, Jäger der
Finsternis". Nun weiß natürlich der Leser sofort, wer da
gemeint ist, unser Mr. MacLachlan nämlich, aber die gute Claudia
offenbar auch, denn sie stolpert kurz darauf bei den
Dämonenjägern vorbei, um diese zu befragen. Gemeinsam
beschließt man dann, den Mörder zu jagen. Jane Cardigan
findet kurz darauf einen Hinweis: Der Killer geht bei den Morden nach
einem geographischen Muster vor (warum machen die das immer???); der
nächste Tatort wird eine alte Kirche sein.
Während Whites Cops also die Kirche von allen möglichen
Seiten beobachten, spielen die Dämonenjäger Lockvogel und
stellen sich in der Kirche dem Axtmörder, der tatsächlich
auftaucht (nicht ohne vorher einen gerade etwas unachtsamen
Polizisten zu enthaupten). Frank und Jack werden von der Gestalt,
deren Gesicht niemand erkennen kann, da unter einer Kapuze versteckt,
schnell mal ausgeschaltet, damit sich der nette Mann Jane widmen
kann, die ziemlich wehrlos ist. Bevor diese aber vollends den Kopf
verliert, stürmt White mit einigen Cops die Kirche und
schießt ein Kreuz von der Decke, das den Killer unter sich
begräbt. Dieser beschließt, daß es wohl besser ist,
sich zu entmaterialisieren. Er verschwindet.
Später sitzen Frank und White dann in der Bibliothek des
Dämonenjäger-Hauptquartiers zusammen, wobei es zwischen den
beiden so richtig funkt. (Darf ich an dieser Stelle mal wieder eine
höhere Seitenzahl fordern, damit solche Szenen richtig zur
Geltung kommen?) (* Pferkel, Du! >:-) Heike) Bevor es aber
vollends zur Sache geht, werden die zwei gestört: Der
Axtmörder hat eine Geisel genommen, einen berühmten
Komponisten. Die Dämonenjäger fahren mit White zum Ort des
Geschehens, passenderweise eine 'enge, dunkle Seitengasse'. Der
Mörder mit der Axt fordert dort von Frank die Herausgabe von
Zorks Dolch, dessen mächtigster Waffe. Als der Komponist
außer Gefahr ist, will Frank dem Killer den Dolch geben, wird
aber von White daran gehindert, die auf den Mörder feuert, ihn
aber, wie zu erwarten war, nicht verletzen kann. Der Killer
kümmert sich denn auch gleich um White und macht sie zum
allgemeinen Entsetzen einen Kopf kürzer. Die Lage scheint
aussichtslos; da treten vermummte Gestalten in die Gasse, die den
dämonischen Killer umzingeln und aus ihren Augen Blitze auf ihn
schießen (wir merken uns: das sind offenbar aktive 'Erben der
Macht'!). Der Killer ist schwer getroffen und verwandelt sich in den
Gestaltwandler Malcovic, der den Erben zwar entkommen kann, aber so
schwer angeschlagen ist, daß er seine Gestalt in Zukunft nicht
mehr verändern kann...
Jetzt seht ihr auch mal, wieviel Handlung in so 'nem MacLachlan
eigentlich drin steckt! Aber der Reihe nach: Die Einstiegsszene
gehört zum Besten, was ich innerhalb dieser Serie bisher gelesen
habe. Wirklich tolle Wortwahl und so.
Die Story an sich ist 'überdeckt' von der Lovestory MacLachlan -
White, die wohl in dieser Form erschienen ist, weil die Leser in
letzter Zeit immer eine bessere Charakterisierung der Hauptpersonen
gefordert haben. Wenn dies also die Reaktion der MacLachlan-Autoren
ist, dann ist es ein sehr guter Anfang dazu. Ich hoffe, das wird auch
so konsequent weitergeführt!
Zwei Negativ-Punkte gab's diesmal: Zum einen nerven die andauernden
'Und er sah seinem Schicksal in die Augen'-Passagen ziemlich;
zumindest zwei oder drei davon hätte man besser gestrichen. Der
zweite Fehler ist aber meines Erachtens viel schlimmer: Warum bitte
kommt die White zu den Dämonenjägern? Woher weiß sie,
daß sie bei denen anklopfen muß?? Eine solche
Berühmtheit sind die doch gar nicht - wollen sie wohl auch nicht
sein! Dies wirkt also ziemlich an den Haaren herbeigezogen und stellt
dann auch die ganze restliche Geschichte etwas in Frage.
Gefallen hat mir dann wiederum das Auftauchen des Komponisten John
Williams. Die Anspielung auf 'Harry Potter' fand ich gut. Dafür
gibt's also wieder Pluspunkte (:
Kommen wir also zum Fazit:
Gute und spannende, zum Teil sogar etwas tragische Geschichte, die
aber durch einen logischen Fehler ziemlich verliert. Auf Mr. Crunchs
nächsten MacLachlan bin ich schon gespannt!
12 Punkte