John Reddy
lebt in einem Amerika, das von japanischen Konzernen beherrscht wird.
Als er seinen Job als Nachtwächter im Waffenmuseum antritt, wird
er Zeuge, wie Nym - eine junge Frau aus der Anderswelt - König
Artus erweckt. Als Bennett, ein vorgeblicher Bundesagent, auftaucht,
kommt es zu einer magischen Auseinandersetzung. Gemeinsam mit Artus
flieht John. Etwas vorher tritt eine Abteilung des Konzerns Mitsutomo
in Aktion. Sörli und Pamela Martinez befürchten, daß
die sogenannte Anderswelt mit der normalen Welt konvergieren,
verschmelzen will. Ihre Befürchtungen scheinen berechtigt, gibt
es doch von überall auf der Welt Meldungen, die von magischen
und eigentlich unmöglichen Begegnungen mit magischen Wesen
berichten. Pamela und Sörli sind auf der Jagd nach Nym, in der
sie eine Agentin von der anderen Seite sehen. Eine dritte Partei ist
der Sicherheitsbeauftrage Holger Kun und seine Chefin Spae, die
magische Auren fühlen kann. Als die Konzernleute auf die Spur
Johns und Artus' kommen, ist es Kun, der sie rettet. Kurze Zeit
später trifft Bennet zum Team. Er und Artus scheinen sich zu
kennen - allerdings ist diese Bekanntschaft durch starkes
Mißtrauen geprägt. Artus ist auf der Suche nach Caliburn.
John, der seinen Vater nie gesehen hat, ist mehr als überrascht,
als Bennet ihm eröffnet, daß er erstens sein Vater und
zweitens ein Elf sei. Zudem sei er ein Prinz von Faelry. John weigert
sich zuerst, Bennet zu glauben. Doch nachdem das Team mit Bennets
Hilfe in die Anderswelt gewechselt ist, wo Artus Caliburn versteckt
hat, verwandelt sich John tatsächlich in einen Elfen.
Schließlich erreichen sie das Versteck Caliburns - doch sie
werden von einer Einsatzgruppe des Konzerns angegriffen. Und fast
scheint es, als würde das ungleiche Team den Kampf
verlieren...
Wenn die Shadowrun-Fans jetzt sagen, daß ihnen diese Welt
irgendwie bekannt vorkommt, haben sie recht. Schließlich ist
Robert N. Charrette "Autor der besten Shadowrun-Romane", wenn man dem
Cover Glauben schenken darf.
Dem unbefangenen Leser, der bisher nur vage von Shadowrun gehört
hat - so wie der Rezensent - wird dieser Mix aus Cyberpunk und
Fantasy zwar munden, aber so richtig zufrieden ist man nach der
letzten Seite nicht.
Zugegeben, der Autor vermag flüssig und angenehm zu schreiben.
An keiner Stelle ist der Roman langweilig, und die actionreiche
Handlung läßt Langeweile auch nicht zu. Neben den
Actionszenen ist jedoch auch Platz für ruhigere und
nachdenklichere Stellen. Charrette ist ein sehr routinierter Autor.
Leider merkt man diese Routine nach der ersten Hälfte des
Romans. Gewiß, man bekommt als Leser durchaus wunderschöne
Bilder vorgesetzt, und wie bei Hochglanzillustrierten können
diese für eine Zeit begeistern - mehr aber auch nicht. Das gilt
auch für die Charaktere, die einen nicht richtig fesseln
können und sehr oberflächlich gezeichnet sind. Vielleicht
liegt es daran, daß man sich nach dem Lesen des Romans nicht
mehr so recht an die Handlung erinnern kann - sprich: Einen
großen Eindruck hat der Roman beim Rezensenten nicht
hinterlassen.
Fazit:
Als literarisches Fastfood hat der Roman einen recht guten
Unterhaltungswert. Wer allerdings hochklassige Fantasy erwartet,
sollte sich einen anderen Roman zulegen.
9 Punkte