Endlich
haben Matt und Aruula die französische Küste erreicht.
Während Matt hofft, daß der Tunnel nach England die
Jahrhunderte überstanden hat, fühlt sich Aruula in der
stürmischen Umgebung Caalajs nicht wohl. Kein Wunder,
schließlich ist der Eingang des Tunnels mit Skeletten
gepflastert. Aruulas Unbehagen führt zum ersten Streit zwischen
Matt und ihr. Matt erkennt, daß er die ganze Zeit nur an seinen
Weg gedacht - und darüber Aruulas Bedürfnisse ganz
vergessen hat. Zwar dringen Matt und Aruula gemeinsam in den Tunnel
ein, aber sie reden kaum miteinander.
Daß die beiden nicht allein sind, merken sie zuerst nicht.
Nachdem sie einem mutierten Blutegel mit knapper Not entkommen sind,
werden sie von Taratzen angegriffen. Erst der unbekannte Helfer, der
sich als Abn el Gurk Ben Amar Chat Ibn Lot Fuddel der Sechste
vorstellt, kann sie mit einer umgebauten Draisine aus der Situation
retten.
In dessen Hauptquartier erfährt Matt, daß Gurk zusammen
mit seiner Familie und seinem Sohn auf dem Weg zur "Insel der
Könige" war - England, wie Matt schlußfolgert. Schon viele
hätten sich auf den Weg gemacht, doch nur wenige seien
zurückgekehrt. Gurks Familie geriet an die Taratzen, die seinen
Sohn mitnahmen. Gurk glaubt fest daran, daß dieser noch lebt,
und er bittet Matt und Aruula, nach ihm zu suchen.
Währenddessen erstatten die Taratzen ihrem König Bericht.
Der Versager Yarrl wird von seinem König Tarman geköpft.
Tarman ersinnt einen Plan, wie die Taratzen in das Versteck Gurks
eindringen können, das mit zahlreichen Fallen gesichert ist.
Matt glaubt nicht daran, daß Gurks Sohn noch lebt. Obwohl
Aruula anderer Meinung ist, machen sie sich wieder auf den Weg und
geraten in einen Hinterhalt der Taratzen. Aruula gelingt die
Flucht.
Diese ist jedoch nur ein Teil von Tarmans Plan. Da Aruula
schnurstracks zu Gurk zurückkehrt und dessen Fallen umgehen
kann, können die Taratzen ihr ohne weiteres folgen.
Matt erwacht im Hauptquartier der Taratzen - einem ehemaligen
Eurozug. Als Tarman Gurk und Aruula in das Quartier bringt, stellt
sich heraus, daß Tarman der Sohn von Gurk ist. Allerdings ist
sein Gedächtnis nicht das Beste. Erst, als Gurk das goldene
Kreuz, das seine Mutter getragen hat, hervorholt, kann sich Tarman
erinnern.
Die Situation eskaliert, als die Taratze Ammog einen Aufstand
anzettelt. Da Tarmans telepathische und telekinetische Kräfte
durch einen Kometensplitter enorm vervielfacht worden sind, kann er
für kurze Zeit den Aufstand bekämpfen. Als Gurk jedoch von
einer Taratze getötet wird, setzt Tarman seine Kräfte ein
und läßt die Decke einstürzen. Matt und Aruula haben
sich die Draisine geschnappt. Nur kurz kann ein ehemaliges
Brandschutzschott die Wassermengen aufhalten. Ein enormer Geysir
speit die beiden, die ihren Streit längst beigelegt haben, in
England an Land.
Tja, jetzt hat der legendäre Abn el Gurk Ben Amar Chat Ibn Lot
Fuddel der Sechste auch Maddrax heimgesucht. Der kleine
häßliche Araber, der von Michael Schönenbröcher
erfunden wurde, hat schon einige Heftromanserien mit seinen
Gastauftritten bereichert. Und Maddrax wird sicherlich nicht die
letzte gewesen sein - aber bevor der Rezensent jetzt vollkommen vom
Thema abkommt, fährt er lieber mit der Romanbesprechung fort.
;-)
Der Roman beginnt schon einmal vielversprechend - der Sturm in
Caalaj, die Skelette, die den Tunneleingang pflastern schaffen eine
wunderbar gruselige Atmosphäre. Auch als Matt und Aruula in den
Tunnel eindringen, gelingt es dem Autor, das drohende Gefühl von
Gefahr noch zu verstärken.
Hinzu kommt, daß Matt und Aruula zum ersten Mal in der Serie
handfesten Krach haben. Dadurch bekommen sie Profil - und zudem hat
Aruula ja auch in gewisser Weise recht, wenn sie bemerkt, daß
Matt bisher vollkommen egoistisch gehandelt hat. Zum ersten Mal
weigert sich Matt übrigens auch, jemandem zu helfen. Das ist nur
konsequent, unterstützt es doch Aruulas Bemerkung.
Bis zur Mitte des Romans gelingt es Timothy, den Leser exzellent zu
unterhalten. (Wer eifrig das Forum liest, den wird der Gastauftritt
eines gewissen Yrral sehr freuen. ;-)) Und auch Gurk wird passabel
charakterisiert - und die erotische Szene mit Aruula vermag den Leser
angenehm zu erfreuen. Zumal es ja schon vorher dezente Anspielungen
gab, man achte nur auf das Ende der ersten Gurk-Szene im Saal der
tausend Augen.
Zum Ende hin jedoch scheint aus dem Roman allmählich die Luft
rauszugehen. Zugegeben, die "Tarzan"-Episode um Gurks Sohn ist
durchaus amüsant. Der Komet findet auch mal wieder
Erwähnung, und die Erklärung für das enorme Potential
Tarmans ist logisch. Schade, daß sein bisheriges Leben in
einigen Zeilen abgehandelt wird - da hätte durchaus noch ein
Folgeband draus werden können.
Je mehr das Romanende naht, desto schneller wechseln die Szenen -
unwillkürlich hat man das Gefühl, Timothy wollte jetzt
ganz, ganz schnell fertig werden. Schade, hier hätte man sich
mehr Zeit lassen können.
Fazit:
Alles in allem ein Roman, der exzellent beginnt, aber zum Ende hin
etwas nachläßt.
8 Punkte