Julian
Tifflor ist es als einzigem der terranischen Delegation gelungen, vor
Morkhero Seelenquell zu fliehen. Todesmutig hat er sich durch den
Transmitter der ermordeten Roten Santilligenz gestürzt. Sein
Ankunftsort ist deren Wohnsitz, der ein gutes Stück vom
Raumhafen entfernt ist. Aber das ist nicht Tifflors einziges Problem,
denn nun, da Morkhero die Macht über die Blues übernommen
hat, wird überall auf dem Planeten fieberhaft nach ihm
gefahndet.
Es gelingt ihm auch nicht, sich einfach einen Gleiter zu schnappen
und damit zum Raumhafen zu fliehen. Vielmehr bringt ihn eine
abenteuerliche Flucht immer weiter von seinem Ziel weg.
Allein und verlassen trifft er in der Wildnis letztendlich die
Anti-Santilligenten, die sich von der Roten Santilligenz distanzieren
und in kleinen Dörfern ein naturnahes, friedliches Leben
führen. Nach anfänglichem Mißtrauen beschließen
sie, Tifflor zu unterstützen; sie helfen ihm, zu seinem
Raumschiff zu gelangen. Das funktioniert auch bis zum Raumhafen ganz
gut, aber hier beginnen die Probleme. Morkhero war nämlich so
schlau, das Gelände abzuriegeln, und so muß Julian Tifflor
sich mächtig anstrengen.
Als er dann endlich an Bord seines Schiffes gelangt, muß er
eine schreckliche Feststellung machen. Es ist dem Mutanten schon
lange gelungen, die terranische Delegation zu übernehmen; und
statt in die Freiheit zu fliehen, ist nun wieder ein terranischer
Minister in den Händen eines Feindes, der es mit der Erde gar
nicht gut meint.
Also nun: Doppelband Teil 2.
War Band 1 ein Roman mit dem Schwerpunkt Diplomaten-Agenten-Milieu,
so liegt nun ein reiner Actionroman vor. Die Geschichte ist
dementsprechend simpel gestrickt: Tifflor versucht, durch eine ihm
feindlich gesonnene Welt zu fliehen, und er muß dabei eine
Menge Qualen und Leid ertragen.
Zum Glück unterläßt Arndt Ellmer es jetzt, sich der
ganzen Übertreibungen des ersten Romans zu erinnern, was diesen
Teil der Geschichte um ein vielfaches glaubwürdiger erscheinen
läßt. Diesmal ist die Handlung sogar recht spannend.
Zugegeben, etwas wirklich Neues passiert nicht, und der Inhalt
ließ sich auch recht schnell zusammenfassen, aber es handelt
sich halt um einen Roman, der sich im wesentlichen mit einem einzigen
Thema beschäftigt: der Flucht von Julian Tifflor. Zwar ist das
Ende des Romans eigentlich von vorneherein klar, aber wenn man dies
ein wenig beiseite drängt, dann sind die Episoden sogar recht
gut und spannend geschrieben. Wenn allerdings die Ebene um Morkhero
Seelenquell nicht wäre, so würde man diesen Roman sehr
schnell wieder vergessen, denn allen Elementen zum Trotz, die ihn
über seinen Vorgänger erheben, bleibt er doch sehr leichte
Kost.
Auf der zweiten Ebene wird zum einen noch einmal alles
zusammengefaßt, was man bisher über den geheimnisvollen
Mutanten erfahren hat, und es wird noch eine ganze Menge über
seine Herkunft und seine Beweggründe zugelegt. Seine einzige
Motivation scheint in der Tat zu sein, die Milchstraße in ihrer
Gesamtheit zu unterjochen; und dort, wo er herkommt, scheint es noch
mehr von seiner Sorte zu geben. Ein vermutlich sehr altes Volk, das
seine "Kinder" aussendet, um im weiten Universum Erfahrungen zu
sammeln. Eine sehr extreme Vorstellung.
Es bleibt abzuwarten, was wir in diesem Zyklus noch alles vorgesetzt
bekommen, denn sooo viel Zeit ist nicht mehr, und so richtig in die
Gänge gekommen ist man auch erst auf der Arkon-Ebene. Es
würde mich daher nicht wundern, wenn sich die Morkhero-Ebene
erst in den nächsten 50 Bänden so richtig auf die Handlung
auswirken würde. Dann könnte man sich im aktuellen Teil
erst einmal auf die Arkoniden und die Handlung in Segafrendo
konzentrieren - was aber auch nur noch 6 Bände pro Ebene
wären. Wenn Morkhero in gleichem Anteil dazukommt, sind es schon
pro Ebene nur noch 4. Das sieht für mich nun doch ein wenig arg
knapp aus, besonders, da auf allen drei Ebenen noch eine Menge
Potential steckt. Ich hoffe, daß man nicht versucht, alles noch
bis Band 2049 aufzulösen, sondern daß man sich ruhig noch
etwas Zeit nimmt, ein paar Dinge etwas ausführlicher zu
behandeln.
Fazit:
Viel hab ich diesmal einfach nicht zu sagen. Ein Roman, der sich
flüssig liest, bei dem man sich aber am Ende fragt, ob das alles
wirklich nötig gewesen wäre. Die Ebene um Morkhero ist zwar
recht interessant, scheint sich aber erstmal nicht so auszuwirken
(die großen Geheimnisse werden wohl noch kommen); und die Ebene
um Tifflor steht von vorneherein unter einem schlechten bzw.
vorhersehbaren Stern.
8 Punkte
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Und wieder befindet sich Dr. Kimble auf der Flucht -
diesmal in der Gestalt Julian Tifflors, der sich vor
Morkhero Seelenquell versteckt und von Santanz entkommen
will. |
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Julian Tifflor befindet sich auf der Flucht vor seinen
Verfolgern, allein und ohne technische Hilfsmittel auf einer
fremden Welt. |