Seit den
Ereignissen um König Artus und dessen Schwert Caliburn sind ein
Jahr vergangen. John lebt auf der Straße, immer noch unsicher
darüber, ob er nun wirklich ein Elf ist oder vielleicht doch nur
ein normaler Mensch.
Pamela Martinez arbeitet mittlerweile am Projekt Charybdis, das ein
Tor zwischen der Anderswelt und der normalen Realität bildet. Es
gelingt ihnen tatsächlich, Sörli und eine Truppenarbeit in
die Anderswelt zu schicken - allerdings verlaufen die Ereignisse
anders ab als geplant. Der Einsatz scheitert, und zu allem
Überfluß mischt sich Nakaguchi, eine Art Feuerwehrmann des
Konzerns, in Pamelas Angelegenheiten, worüber diese gar nicht
erfreut ist.
Dr. Spae sitzt mehr oder weniger freiwillig in einer Zentrale des
ECSS fest. Ihr Ausflug in die Anderswelt macht sie in den Augen der
Leiter verdächtig - zumal diese auch nicht recht an diese Welt
glauben möchten. Der zahllosen Verhöre
überdrüssig, quittiert Spae ihren Dienst. Allerdings
gelingt es ihr erst mit David Beryle, den ECSS tatsächlich zu
verlassen.
Als John in seinem Heim von mehreren Schlägern angegriffen wird,
schaltet sich eine weitere Partei in das Geschehen ein, zu der der
kleinwüchsige Wilson gehört. Er erzählt John,
daß Artus seine Hilfe braucht. John, der Artus trotz allem
nicht im Stich lassen will, geht freiwillig mit ihm mit. Sue jedoch,
die zu den Schlägern gehört hat, wird unfreiwillig
mitgenommen. Als John in ein unterirdisches Tunnelsystem gebracht
wird, stellt er überrascht fest, daß er offenbar unter
Zwerge geraten ist. Diese wollen Artus, der sich in einem
komaähnlichen Zustand befindet (woran sie nicht ganz unschuldig
sind), mit Hilfe von Simulationen wieder auf die Beine bringen.
Unterdessen hat Nagakuchi einen Schläfer erweckt - Quetzalcoatl,
den Schlangengott. Pamela ist nicht sicher, was Nagakuchi mit ihm
vorhat. Quetzal scheint aber eine Gefahr darzustellen. Als ein
Vertreter der Zwerge mit ihr Kontakt aufnimmt, erklärt sie sich
zur Zusammenarbeit bereit.
Und noch jemand anders ist Quetzal auf der Spur: Charley Gordon,
Ermittler einer Sondereinheit für unerklärliche
Phänomene, bekommt seit einiger Zeit anonyme E-Mails. Leute, die
auf der Straße leben, verschwinden spurlos, um einige Zeit
später leblos wieder aufzutauchen. Allmählich
stößt Charley auf Spuren, die zum Mitsutomo-Konzern
führen.
Als John und Sue das Tunnelsystem nach einer Fluchtmöglichkeit
für Sue untersuchen, stoßen sie auf Bennet. Er bietet
ihnen seine Hilfe an, wenn John ihm hilft. John gelingt es, Artus auf
die Beine zu bekommen, und zusammen fliehen sie.
Mit dem Angriff Quetzals auf Dr. Spae laufen die Ereignisse auf ihren
Höhepunkt zu. John und Faye machen sich für den Kampf gegen
Quetzal bereit...
Wie auch im ersten Band der Schattenkrieg-Trilogie bietet Robert N.
Charrette hier eine Mischung aus SF und Fantasy, wobei diesmal der
Fantasy-Anteil deutlich überwiegt. Der zweite Roman bietet
ebenfalls das, was auch der erste Roman der Trilogie geboten hat:
Eine durchaus spannende Handlung, dazu noch recht passabel
erzählt. Teilweise ist sie zwar sehr voraussehbar, was aber
nicht allzusehr beim Lesen stört.
Leider sind die Mängel des ersten Bandes nicht behoben worden.
Anstatt die Charaktere, die ja durchaus einen interessanten
Hintergrund haben, etwas differenzierter zu gestalten und auszuloten,
bleiben sie sehr oberflächlich. Es findet so gut wie keine
Entwicklung statt. Weder John als Held noch Quetzal als
Bösewicht vermag so recht zu überzeugen. Dadurch stellt
sich nach ungefähr der Hälfte des Buches gepflegte
Langeweile ein. So richtig interessiert ist man an den Helden dieses
Romanes nicht, und eigentlich ist es einem auch egal, welche
Absichten und Pläne diese verfolgen.
Da bleibt dann nur noch, sich auf die spannend erzählte Handlung
zu konzentrieren. Daß diese auf den knapp fünfhundert
Seiten dann nicht immer zu fesseln vermag und zuweilen recht
vorhersehbar ist, ist dabei vielleicht unausweichlich.
Fazit:
Der Nachfolger des ersten Bandes hat sowohl die Stärken als auch
die Schwächen des Vorgängers. Wer eine actionreiche
Handlung bevorzugt, ist hier genau richtig, darf aber auch nicht mehr
erwarten. Literarisches Fastfood halt. (* Ha, sowat gibbet auch?
Heike)
7 Punkte