Der Roman
ist zeitlich vor dem Thoregon-Zyklus einzuordnen. Die Unsterblichen
haben sich bereits nach Camelot zurückgezogen und beobachten von
dort das wiedererstarkende Arkoniden-Imperium. Delos ist eine Welt im
Einflußbereich des Kristallimperiums. Vor mehreren
Jahrtausenden haben sich dort Arkoniden angesiedelt, die jedoch
zwischenzeitlich ihre Ursprünge vergessen haben und in mehrere,
einander bekämpfende Staaten zerfallen sind. Technik und
Gesellschaft entsprechen etwa der des terranischen
Spätmittelalters.
Atlan fliegt diesen Planeten an, da er Hinweise darauf erhalten hat,
daß der Geheimdienst des Kristallimperiums auf Delos starke
Aktivitäten entwickelt. Des weiteren sollen auf dem Planeten
lemurische Hinterlassenschaften in Form rätselhafter Artefakte
zu finden sein. Bereits kurz nach der Landung gerät der
Aktivatorträger mit der Kristallimperialen Abwehr (KIA)
aneinander. Neben dieser ist auch der Kristallimperiale
Entwicklungsdienst, eine weitere arkonidische Organisation, auf Delos
aktiv; außerdem ist der Geheimdienst der LFT, der TLD, hier
vertreten. Während sie Delos einerseits für eine
Eingliederung in das Kristallimperium vorbereiten, bekämpfen
sich die beiden arkonidischen Gruppierungen auch untereinander. Ein
TLD-Agent, der von der KIA gefangengenommen wurde, kann von Atlan
befreit werden; daneben versucht dieser, den Einfluß der
Arkoniden einzudämmen und sich außerdem noch um die
lemurischen Artefakte zu kümmern.
Und dann sind da noch die Akonen aktiv. Das akonische Energiekommando
hat eine Station der ausgestorbenen Lemurer entdeckt und erforscht
dort deren Technik. Und so gerät Atlan im Verlauf der Geschichte
auch noch in die Gewalt der Akonen...
Atlan als Hauptperson für einen Fan-Roman zu verwenden, ist
sicherlich mutig. Es gelingt dem Autor sogar, diese Figur ansprechend
zu schildern. Doch hätte sich Wendelin Abt auf die Konfrontation
mit den Arkoniden beschränken und diese ausführlich
schildern sollen.
In der vorliegenden Form ist der Roman mit Stoff stark
überfrachtet. Da bleibt bei weitem nicht genug Raum, um alle
angerissenen Konflikte zu schildern, geschweige denn aufzulösen.
Scharfe Sprünge in der Handlung sind die Folge. Der Leser
muß von Kapitel zu Kapitel nachvollziehen, was zwischenzeitlich
passiert ist. So gleicht das Ganze über weite Strecken einem
Puzzle.
Die Nebenhandlungen, die keinen Bezug zur eigentlichen Story haben,
werden zu breit ausgewalzt, ohne daß sie zu einem Ende
geführt werden (können). Der dadurch vergeudete Platz geht
auf Kosten der eigentlichen Geschichte. Arkoniden, Terraner,
letztlich noch Akonen, dazu Atlan als Vertreter Camelots und noch die
lemurischen Hinterlassenschaften - das alles in einem Roman ist ein
bißchen viel. Wie so oft gilt auch hier der von mir schon fast
gebetsmühlenartig in anderen Rezensionen wiederholte Kommentar:
"Weniger wäre mehr gewesen." Mehr Haupthandlung, deutlichere
Konzentration auf Atlan (der entschieden zu selten auftaucht),
Vermeidung von Stories neben der eigentlichen Story (und die
heißt hier ATLAN) - das alles hätte den Roman und sein an
sich interessantes Thema deutlich aufgewertet. So aber bleibt der
Eindruck: Nett gemeint, aber leider unausgegoren und nicht konsequent
durchstrukturiert. Durch die vielen Nebenplots geht die Hauptstory
unter.
Auch eine sorgfältigere Bearbeitung hätte man sich
gewünscht, wenngleich dies dem Normalleser nicht sonderlich
auffallen wird. So weist die Silbentrennung einige Aussetzer auf, und
einmal fehlt ein kompletter Halbsatz. Doch das sind nur Kleinigkeiten
am Rande. Daß die Arkoniden allerdings über "imperiale
Sturmtruppen" verfügen, war mir ebenso neu wie die mehrfach
erwähnte "Erste sozio-ethische Direktive" des Galaktikums. Die
erwähnten Begriffe sind eindeutig belegt. Star Wars und Star
Trek lassen grüßen.
Hinzu kommt ein weiterer Wermutstropfen, der allerdings mit dem
Romaninhalt selbst nichts zu tun hat. Gemeint sind die konsequenten
Preiserhöhungen der Fan-Edition. Wurde der erste Band noch
für 4,00 DM angeboten, kostete die Nummer 2 schon 5,00 DM (dies
unter Hinweis auf die um acht erhöhte Seitenzahl). Nummer 3
kostet jetzt schon 6,00 DM. Pro Roman eine DM mehr... Wenn das
weiterhin fortgesetzt wird, werden diese Romane wohl bald selbst
Sammlern zu teuer sein.
5 Punkte
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Wendelin Abt wählt für seinen Fan-Roman (den
dritten der Reihe) den Arkoniden Atlan als Hauptperson und
den Zeitrahmen des Bandes 1800 Der Serie ("Zeitraffer") als
Handlungszeit. Die Unsterblichen sind dabei, Camelot
aufzubauen, während Atlan die IPRASA ins Leben gerufen
hat. |