Professor Zamorra

Band 686: "Engel der Finsternis"

Nach dem Abenteuer auf der Yacht von April Hedgeson im Golf von Mexico bleiben Zamorra und Nicole in den Staaten. Zamorra will die Verfilmung eines Buches seines alten Freundes Bill Fleming beobachten, dessen Regisseur Alan Smith ihm alles andere als sympathisch ist.
Bill Fleming hatte vor vielen Jahren einmal ein Buch mit Sagen Nordamerikas zusammengestellt, unter anderem mit der Geschichte über einen Treck, der 1840 verschwand.
Bei dem Flug zu ihrem Zielort stürzt die Maschine ab. Als Zamorra aus seiner Ohnmacht erwacht, glaubt er, in die Vergangenheit versetzt worden zu sein, denn Spuren von Technik fehlen in Paradise Lost völlig. Pferdegespanne fahren durch die unbefestigten Straßen der Kleinstadt.
Bei einer Zeitschau mittels MERLINS STERN muß der Dämonenjäger jedoch feststellen, daß die Bürger der Kleinstadt ihm etwas vorspielen. Die Trümmer der Maschine wurden von ihnen beseitigt; er scheint sich immer noch im Jahre 2000 zu befinden.
Doch auch Alan Smith hat den Crash überlebt. Er trifft auf einen alten Mann, der sich als Duane vorstellt.
Smith erfährt, daß eine magische Barriere um ihn und Duane liegt - und daß davor der Indianer Hanhepi darauf wartet, daß jemand den Bannkreis bricht.
Im Bannkreis wacht ein weiterer Indianer über die Einwohner von Paradise Lost, nämlich Wakinyan.
Hanhepi und er besitzen Flügel, mit denen sie aussehen wie Engel.
Als der weiße Mann immer weiter in den Westen vorstieß, wollten sie dagegen angehen. Sie töteten alle Mitglieder des 1840 verschwundenen Trecks.
Ein paar Tage später stießen sie auf Katherine Dunbar mit ihren Kindern Duane, Sharon und Casey.
Und Wakinyan bereut den Überfall auf den Treck. Er verleiht Katherine und den Kindern etwas von seiner Kraft.
Die Unsterblichkeit schlägt jedoch nur bei Erwachsenen an; ihre Körper bleiben, wie sie waren. Duane wird zum alten Mann. Und die Säuglinge Sharon und Casey bleiben als langsam verwesende Säuglinge in der Obhut von Duane, der zu einem Komplizen von Hanhepi wird, da er sich nach dem Tod sehnt, sich jedoch nicht das Leben nehmen kann.
Smith wird ein Interview mit dem "Engel" versprochen, und er übernimmt den Auftrag, Wakinyan zu töten.
Von einem Speer durchbohrt, ist Wakinyan dem Tode nah; der Bannkreis fällt zusammen. Hanhepi hat nun freie Bahn, er kann und will die Menschen töten. Doch zu einem Kampf zwischen den beiden Engeln kommt es gar nicht. Wakinyan geht auf seinen "Bruder" zu - und der Speer durchbohrt auch diesen...

Punkte verteile ich nicht gerne. Normalerweise versuche ich, die Pluspunkte eines Romans "zusammenzuzählen", um daraus eine Note zu basteln. Diesmal habe ich es andersrum gemacht und versucht, Minuspunkte zu finden.
Außer dem saudämlichen Namen des Regisseurs "Alan Smith" (oder gab es da eine reale Vorlage?) habe ich nichts gefunden.
Die Idee um die Engel und die unsterblichen Engel ist gut, die Charaktere und deren Motive sind sauber herausgearbeitet, die Aufteilung des Romans ist gelungen, dazu sehr flüssig und spannend geschrieben (inklusive einer echten Schauer-Szene) - Herrgott, was will man mehr?!
15 Punkte

Guido Latz

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