Wir merken uns: Ab Nr. 22 haben die MacLachlan-Autoren wohl keine
Seitenbegrenzung mehr. Mit "Die Armee der Toten" ist diesmal ein
ziemlich großes Geschichtchen erschienen, das ziemlich genau
halb so lang wie ein Heftroman ist! Aber zur Handlung:
Destero, Vampir und Herr der Untoten, hat mit Problemen zu
kämpfen: Die einst riesige Zombie-Armee gehorcht ihm nach dem
etwas unsanften Dahinscheiden von Sara Dyke nicht mehr so recht. Um
seine Heerscharen zu vergrößern, plant er also, einen
seinen Brüder (namens Grunam) zu erwecken. Zwischendurch wird er
aber von einem 'Hobby-Magier' namens Miguel gestört, der aber
sogleich entsorgt wird. (Erklärung dazu später.)
In der Zwischenzeit versucht Jane Cardigan, sich durch
Magie-Bücher zu kämpfen. Als sie dabei zufällig eine
geheime Tür im Haus findet, tritt sie hindurch, folgt einer
Treppe, die nach unten führt, und läuft in eine Falle
McDonalds (ich sag jetzt mal nichts zum Namen...). Ursprünglich
hatte Jacks Vater diesen Raum angelegt und seinem Sohn dort ein
magisches Erbe hinterlegt. McDonald scheint aber davon gewußt
zu haben und hat die Magie so 'entartet', daß sie Jack
töten sollte. Jane erlebt nun eine Reihe von Visionen (wie sie
Frank kennenlernt, wie sie Jack umbringt(!), wie sie in einer
einsamen Stadt auf 'etwas' wartet), während die Magie sie zu
verbrennen scheint. Offenbar wird sie aber einmal mehr von Julian
Summers, dem Hexer, gerettet, der diesmal jedoch nicht selbst in
Erscheinung tritt. Als Jack und Donna sie finden, ist sie
bewußtlos, hat aber nun einen Teil des magischen Erbes in sich:
Sie kann zum Beispiel einen kleinen Feuerball 'beschwören'.
Tags darauf erhält Jane Post aus Europa. Ein Reporterkollege
schreibt ihr von unheimlichen Geschehnissen in einer kleinen Stadt.
Die Dämonenjäger fliegen sofort dorthin. Nach einigen
magischen Tests findet man dann sogar eine alte Feste, in deren
Tiefen Destero das Ritual zu Grunams Erweckung vollziehen will. Mit
Janes (magischer) Hilfe gelingt es den Dämonenjägern sogar,
diesen aufzuhalten, jedoch zerstört eine magische Entladung den
Ritualraum. Destero und die Dämonenjäger fliehen. Letztere
werden auf den Hof einer dankbaren - weil nicht geopferten - Frau
eingeladen, was sie natürlich gerne annehmen...
Soso, ein ziemlich langer MacLachlan diesmal. So lang, daß mir
die ganze Zeit der ketzerische Gedanke durch den Kopf ging, ob hier
nicht zwei einzelne zu einer langen Geschichte zusammengesetzt
wurden?! Die Vermutung liegt nahe, denn nach Janes 'Hexenwerdung' ist
eigentlich die Geschichte fast zu Ende (Destero hatte auch noch was
mit diesem Miguel zu tun, damit er nicht leer ausgeht), und was
danach kommt, ist eigentlich eine eigene Geschichte... Nun, das
spielt natürlich schlußendlich keine Rolle, dem MacLachlan
an sich schadet es ja nicht.
Also, kommen wir diesmal zuerst zu den negativen Punkten: Neben der
'aus zwei mach eins'-Sache, die aber nicht schlimm ist, stört
mich an Nr. 23 nur eines: Alles geht etwas zu schnell. Am Ende kann
Jane gar zaubern, daß es eine Freude ist, aber leider schon
fast zu perfekt - von null auf hundert in dreizehn Seiten
sozusagen...
Ansonsten sind am vorliegenden MacLachlan aber keine Mängel
festzustellen. Wie immer nett zu lesen und auch mal wieder etwas
komplexer als die letzten paar Nummern. Wieder mal: Weiter so!
11 Punkte