Robert N. Charette:

"Ritter des Zwielichts"

(Dritter Roman der Schattenkrieg-Trilogie)
OT: A Knight Among Knaves
Ü: Christian Jentzsch
USA 1995
(495 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9092, ISBN 3-453-17231-0, DM 16,90)
- erschienen: September 2000 -

Kaum hat John zusammen mit Dr. Spae die Gefahr, die von Quetzal ausging, gebannt, droht neuer Ärger. Van Diemen, williger Gefolgsmann von Quetzal, hat dessen Telesmon - ein Artefakt, das vermutlich der Schlüssel zur Erweckung der dunklen Macht ist.
John hat Bennetts Angebot angenommen und läßt sich in der Anderswelt in den Belangen der Magie ausbilden. Doch obwohl John sich mit der Situation arrangiert hat und sich zwischen seinen neuen Freunden wohlfühlt, bleibt das Verhältnis zwischen ihm und Bennett distanziert.
In der Zwischenzeit setzt die Abteilung M den von seinen Wunden genesenen und deutlich verbesserten (sprich: mit Implantaten und Mikrochips vollgestopften) Kun auf Spae an. Doch die angeblichen Verbesserungen haben Kuns Gedächtnis durcheinandergebracht - er weiß nicht so recht, was eigentlich passiert ist, weiß aber dennoch, daß Spae ihn einst gerettet hat. Als es zu der Konfrontation mit Spae kommt, wechselt Kun die Seiten.
John, der in der Anderswelt der Spielball einer Intrige seiner Freunde und Lehrer war, kehrt auf die Erde zurück und stellt fest, daß er ein Jahr in der Anderswelt verbracht hat. Er trifft sich mit Spae, die mittlerweile auf der Spur Van Diemens ist.
Van Diemen hat sich zwischenzeitlich mit einem Vorboten verbündet. Die Zeit für das Öffnen der Pforte rückt näher und näher.
Kun, vollkommen verwirrt, sucht Hilfe und Rat bei Artus. Dieser nimmt Kun willig bei sich auf, denn auch er ist auf der Spur Van Diemens. Während sich die Verbündeten allmählich zusammenfinden, scheint die letzte Auseinandersetzung in der eisigen Kälte der Antarktis bevorzustehen...

Auch der letzte Teil der Trilogie vermag nicht so recht zu überzeugen.
Wie in den beiden Bänden zuvor strickt der Autor eine spannende Handlung, wobei er auch die Geschehnisse aus den beiden ersten Bänden geschickt einbindet. Charrette mag auch ein sehr routinierter Erzähler sein - doch die Schwächen der beiden ersten Teile hat leider auch der dritte Band geerbt.
Die Charaktere sind wie zuvor flach, leblos und entwickeln sich auch nicht. Es ist dem Leser relativ egal, was mit ihnen passiert. Er kann sich mit ihnen einfach nicht identifizieren.
Und wie zuvor ist die Handlung zwar spannend und actionreich erzählt - aber sie reicht nicht, um den Leser knapp fünfhundert Seiten lang zu fesseln.

Fazit:
Der Abschluß der Trilogie vermag wie die anderen Bände zuvor nicht recht zu überzeugen. Fastfood-Fantasy, für die Bahn- oder Busfahrt bestens geeignet.
7 Punkte

Christian Spließ


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