Auf Terra
manövrieren sich die Monochrom-Mutanten weiter ins Abseits. Aus
nicht bekannten Quellen haben sie sich einen Paratron-Schirm besorgt,
den sie über Para-City spannen. Außerdem kommt eine
TLD-Agentin, die die Stadt observiert, durch mysteriöse
Umstände ums Leben. Die Art und Weise riecht jedoch
förmlich nach dem neuen Anführer der Mutanten, Parkinson.
Auf Anfragen reagieren die Mutanten ablehnend. Sie sind nicht bereit,
mit Nicht-Mutanten Kontakt aufzunehmen. Die einzige Ausnahme bildet
der Ara-Mediziner Zheobitt, der sich dem Problem der Mutanten
annehmen will.
Perry Rhodan hat indes andere Sorgen. Immer noch ist sein
Galornen-Anzug defekt, auch wenn die terranischen Wissenschaftler ihm
eigentlich Funktionstüchtigkeit bescheinigen. Hilfe bringt Druu
Katsyria, die zweite Botin von Thoregon, vom Volk der Galornen.
Sie berichtet vom Chaos in den anderen zentralen Galaxien des
Thoregon-Bündnisses, das die Völker in seinem Bann
hält. Auf dieser Ebene kann sie zwar keine guten Nachrichten
bieten, aber sie kann im Fall des Anzuges helfen. Das Problem ist,
daß Moo sich nicht im Anzug befindet. Er hat die Flucht
ergriffen, und erst der Galornin gelingt es, ihn ausfindig zu machen.
Sie berichtet, daß Moo ein Instrument des Friedens ist, mit
Perry Rhodan aber viel Tod und Verderben erleben mußte. Dadurch
wurde er so geschockt, daß er sich zurückgezogen hat.
Doch die Reihe der Ereignisse reißt nicht ab. Überall auf
Terra kommt es zum Auftauchen von seltsamen Dunkelfeldern, die die
Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Reginald Bull und
Gucky machen es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was denn dahinter
steckt.
Zunächst werden die Dunkelfelder nur von Panik begleitet, doch
dann tauchen seltsame Objekte auf, z.B. ein Kampfroboter unbekannter
Bauart, der sofort auf alles schießt, was sich bewegt. Oder ein
seltsames Artefakt, aus dem bisher noch keiner schlau geworden ist.
Doch dann taucht etwas auf, das Reginald Bull kennt, denn eines der
Felder läßt einen Stabroboter Morkhero Seelenquells
zurück. Bull entdeckt auch, daß die Felder immer
näher an Para-City auftauchen. Es scheint also jemand auf die
Stadt der Mutanten zu zielen - keiner weiß jedoch, wieso.
Perry Rhodan entschließt sich zum Handeln. Er läßt
Truppen um die Stadt aufmarschieren, und als diese massiv psionisch
angegriffen werden, macht er sich zusammen mit Gucky nach Para-City
auf, um herauszufinden, was hier vor sich geht.
Na - was ist das denn? Ich frage mich, ob es möglich ist, mehr
Handlungsebenen in einem Roman unterzubringen. Da hätten wir:
Bully und Gucky auf der Jagd nach den Dunkelfeldern, Perry Rhodan,
die zweite Botin und sein Anzug, Perry und die Mutanten - und ein
paar kleine Einzelepisoden gibt es auch noch.
Alles in allem passiert ja wirklich viel, aber anstatt alles richtig
voranzubringen, bleibt man wieder in den Anfängen der einzelnen
Episoden stecken. Nach einer harten Jagd hinter den Dunkelfeldern her
erfahren wir lediglich, daß da wohl Morkhero Seelenquell seine
Finger im Spiel hat. Die Galornin kommt vorbei und flickt Rhodans
Anzug, und die Mutanten drehen mal wieder am ganz großen Rad.
Überhaupt scheinen die Mutanten die einzigen zu sein, die hier
einen Ausblick auf die Zukunft erhaschen lassen. Sie setzen die
Tendenzen fort, sich von der Umgebung abzukapseln - auch wenn
dahinter wohl der ominöse Parkinson stehen dürfte. Die
Ebene mit Morkhero dürfte insofern dort hineinspielen, daß
dieser wohl weiß, welche Gefahr die Monochrommutanten für
ihn bedeuten. Ich deute deshalb die Dunkelfelder als Angriff, mit dem
er sich dieser Gefahr zu entledigen versucht. Da Morkhero uns auch im
nächsten Zyklus erhalten bleiben wird und als Lösung
für ihn am Ende dieser Episode wohl die Mutanten stehen werden,
dürfte dieser Angriff aber ohne Folgen bleiben. Ich tippe
deshalb auf einen Exodus von Terra, denn auch Parkinson dürfte
die Gefahr, die von Morkhero ausgeht, nicht unterschätzen. Aber
uns stehen ja jetzt zwei weitere Mutantenromane ins Haus. Danach
werden wir wohl wissen, wie es denn mit den Damen und Herren aus
Para-City weitergehen wird.
Kommen wir zur "Galornen-Ebene" zurück. Zwar ist es ganz
interessant, ein wenig mehr über die anderen Galaxien zu
erfahren, aber hier hätte man ruhig ein paar Neuigkeiten
einbringen können. So aber bleibt alles beim alten. Diejenigen,
die schon Probleme hatten, haben jetzt noch mehr Probleme! Alles in
allem keine wirklich spannende Sache. Aber auch der Rest der Ebene
ist recht unspektakulär, ein wenig Rumrätseln hier, ein
wenig Rumsuchen da - und fertig.
Mit den Mutanten geht's ähnlich. Ein wenig Rummorden hier, ein
wenig Abkapseln da. Alles bleibt - wie schon erwähnt -
unspektakulär, ja schon fast langweilig. Zwar haben die jetzt
ihren Mediziner, aber der ist in Nr. 2041 auch nicht aufgetaucht, ist
also gewissermaßen untergetaucht. Ich will mal hoffen,
daß wir am Heilungsprozeß noch ein wenig beteiligt werden
und nicht einfach die fertigen Mutanten vorgesetzt bekommen.
Fazit:
Ein Puzzlespiel, bei dem wenig zusammenpaßt. Quasi: Viel
Lärm um nichts.
Und wieder ein Roman aus der Feder Hubert Haensels
- und hätte er sich darauf beschränkt (bzw.
hätte man ihn gelassen), diesen nur um Bully herum
aufzubauen, wäre sicherlich etwas besseres dabei
herausgekommen. Doch leider dachten die Expokraten (naja -
der Expokrat und sein Berater) in anderen Bahnen.
So wird in diesem Roman alles mögliche angerissen - nur
nicht zur Fortführung gebracht. Da haben wir die
titelnden Dunkelfelder (von Morkhero gesandt), die zwar
auftauchen, mit denen es aber nicht so recht weitergeht.
Dann hätten wir da die Mutanten, die auch nichts Neues
von sich geben und eher dem altgewohnten frönen. Oder
auch die Galornin, die von den anderen Thoregon-Galaxien
erzählt und bei der Reparatur von Perrys Anzug
hilft.
Gerade von den anderen Thoregon-Völkern zu hören,
wäre in diesem Zusammenhang recht interessant gewesen -
doch mehr als die altbekannten Platitüden ("Alle haben
Probleme") kommt dabei eigentlich nicht heraus. Und
über die "Reparatur" des Anzugs decken wir wohl lieber
den Mantel des Schweigens. Ich frage mich wirklich, wie man
auf die Idee kommen kann, ein Anzug mit derartigen
Möglichkeiten wäre nur für "Friedenszeiten"
gedacht, und "Moo" büxt aus, weil er die
Kampfhandlungen nicht mehr ertragen kann. (* Um ehrlich
zu sein, ich finde die Galornen so undurchsichtig, daß
ich dieser Thoregon-Botin kein Wort davon glaube...
Heike) Also, als Raumanzug allein kann man auch einen
SERUN gut gebrauchen - stärkere Kaliber werden nun mal
nur in Gefahrenzonen gebraucht, die zwar nicht zwingend,
aber doch meistens mit kriegerischen Auseinandersetzungen zu
tun haben... (mittelschweres Kopfschütteln des
Rezensenten...)
Aber auch Haensels Paradedisziplin "Bully" zeigt
Schwachstellen - wenn auch nicht in der namensgebenden
Person. Immerhin haben wir es hier noch mit den besten
Teilen des Romans zu tun, denn hier wird wenigstens noch ein
bißchen Atmosphäre aufgebaut. Weshalb man dann
jedoch Gucky mehr oder weniger als reinen
"Fiktivtransmitter" für Bully bereitstellt, ist
allerdings nicht so ganz verständlich. Das Gespann
hätte bei einer andersgearteten Zusammenarbeit der
beiden sicherlich mehr Potential gehabt.
Und Morkhero schießt sich auf Para-City ein. Nun ja,
jedem das seine. Schade nur, daß er nicht zielen kann
und so seinen Gegner warnt...
Wenn er sich dann jedoch einmal eingeschossen hat, wird er
unerwarteterweise wohl auch PR in Para-City vorfinden, der
sich am Heiligabend mit seinem Anzug in die Stadt begibt -
immerhin zwei Tage vor Bostichs Ausrufung des
"Göttlichen Imperiums". Was uns jetzt erwartet, sind
erst einmal ein Mutanten-Doppelband (der wohl insgesamt
über zwei Tage schleichen wird...), dann ein
Ebenenwechsel (4 Bände - davon kann man einmal mehr
ausgehen...) und zum 40/50-Wechsel die sich
überschlagende Handlung.
Fazit:
Die Handlungsstränge überschlagen sich - leider
nicht von der Handlung her, sondern von ihrer Menge. Vieles
wird angefangen, aber nicht wirklich weitergeführt. Das
ganze schildert Hubert Haensel zwar annehmbar, jedoch merkt
man dem Roman an, daß ihm ein reines Bully-Expo
sicherlich mehr gelegen hätte als dieser
Handlungswirrwarr.
8 Punkte.
Hubert Haensel als Autor, das heißt: Reginald Bull
als Hauptperson. Und die Beschreibung von Bully ist (wieder)
gut gelungen. Es scheint sich auszuzahlen, wenn sich ein
Autor einer bestimmten Person für längere Zeit
annimmt.
Gucky hat in diesem Band ebenfalls einen der in letzter Zeit
überaus seltenen Auftritte.
Der Mausbiber als Hauptperson im bekannten Kästchen auf
Seite 4 ist in den letzten Jahren eine ausgesprochen rare
Erscheinung. Ausgenommen einen kurzen Auftritt nach Bullys
Rückkehr von Arkon, ist dies erst sein zweites
Erscheinen nach Band 2000. Leider darf er sich hier auf eine
Rolle als Bullys persönlicher Teleporter
beschränken (immerhin rettet er einigen Terranern das
Leben). Etwas mehr Gucky wäre trotzdem
wünschenswert. Der Mausbiber scheint momentan
überhaupt keine Funktion zu haben, obwohl er der
einzige fähige Mutant an PRs Seite ist (die
Monochrom-Mutanten haben bekanntlich andere Probleme).
Schade. Eine Kombination Bull/Gucky wäre, Hubert
Haensel als Autor vorausgesetzt, sicherlich ein
Highlight.
Nach längerer Zeit hört man auch wieder etwas
über die Lage in den anderen Thoregon-Galaxien. Die
Thoregon-Idee ist mit der Gründung der Koalition in PR
1999 noch lange nicht abgehandelt. Immerhin warten noch
komplexe Rätsel auf unsere Helden: die Brücke in
die Unendlichkeit und ihre Konstrukteure, die Helioten usw.
Daher ist es wünschenswert, daß diese Story nicht
aus den Augen verloren wird. Indem das Team den einen oder
anderen Thoregon-Boten im Solsystem erscheinen
läßt, erspart man der Serie heftelange
Umblendungen in die anderen Thoregon-Galaxien und bringt
trotzdem Informationen über die dortigen Ereignisse.
Angenehm.
Bei den Katastrophen, die sich in allen sechs Galaxien
derzeit abspielen, wird man schon recht nachdenklich:
Für Thoregon insgesamt sieht es derzeit mindestens
ebenso düster aus wie für die LFT. Dafür
haben sechs Superintelligenzen ihre
Mächtigkeitsballungen quasi aufgegeben - zumindest aber
wohl für eine längere Zeit verlassen???
Druu Katsyria gelingt es immerhin, Perry Rhodan dazu zu
bewegen, ihr Hilfsangebot für die LFT anzunehmen, das
dieser bereits einmal abgelehnt hatte. So kann man damit
rechnen, daß früher oder später eine
galornische Shifting-Flotte in der Milchstraße
auftauchen wird. Ob die dann mit dem Shifting der Arkoniden
beginnen, ist eine andere Frage. Ohnehin werden die Galornen
drei bis vier Monate Flugzeit bis zur Milchstraße
brauchen. Derzeit müssen die Terraner ihre Probleme
allein lösen. Und bis wieder eine Diskussion über
die moralischen Probleme des Shifting beginnt, werden noch
einige Monate Handlungszeit vergehen.
Jedenfalls scheint Perry Rhodan seine zögerliche
Haltung der letzten Monate und Jahre langsam aufzugeben.
Statements aus seinem Mund wie: "Trotzdem muß das
Gesetz des Handelns wieder von Terra bestimmt werden" und
"...ich werde nicht zusehen, wie alles, wofür ich mein
Leben lang eingestanden bin, plötzlich mit
Füßen getreten wird. Und schon gar nicht werde
ich mich damit abfinden, Terra eines Tages als arkonidische
Kolonie zu sehen. Ich habe mir geschworen, [...]
künftig zu agieren" (Seite 16, 17) hat man lange
vermissen müssen. Nach den Vorfällen um Ertrus
scheint auch PR endlich wachzuwerden. So möchte man den
Serienhelden sehen: agierend, nicht nur reagierend.
Auch die Episode um den beschädigten Galornenanzug und
den kleinen Roboter Moo vermag zu gefallen, wenngleich die
Galornin Druu Katsyria relativ verschlossen bleibt. Immerhin
"repariert" sie den Roboter. Den Anzug wird PR wohl noch
dringend brauchen - demnächst in Para-City etwa. Wie
wäre es mit etwas galornischer Technik für die
Terraner? Schließlich ist man verbündet. Schon
der Galornenanzug hat überaus beeindruckende
Fähigkeiten...
Zudem suchen mysteriöse Dunkelfelder die Erde heim.
Morkhero Seelenquell wird auch auf Terra aktiv, was bei
seiner Furcht vor den Mutanten nicht verwundert.
Koo Parkinson und seine Leute scheinen ihre Aktivitäten
ebenfalls auszudehnen. Endlich kümmert sich Perry
Rhodan auch einmal darum, nachdem er bisher der unter dem
Einfluß des "Para-Fürsten" stehenden Ministerin
Moharion Mawrey mehrere Monate lang freie Hand gelassen hat.
Und daß Rhodan dieses Problem (mittlerweile)
offensichtlich ernstnimmt, beweist schon der Aufmarsch der
drei ENTDECKER-Raumer über Mor Jueglo/Para-City. Bisher
haben die terranischen Sicherheitskräfte sich hier
nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
PR begibt sich schließlich in die Stadt. Wieso nimmt
er Gucky nicht mit?
Man achte auch auf das Datum: 24.12.1303 NGZ. Der 26. ist
der entscheidende Termin der Arkoniden. Bostich plant, an
diesem Tag sein "Göttliches Imperium" auszurufen. Na
dann: Frohe Weihnachten. Zeitlich wird es also eng bis zum
Zyklusende, denn zum Thema "Para-City" wartet ein
Doppelband. Danach kommen allerdings vier Bände
SOL.
Fazit:
Viele kleine, miteinander verwobene Geschichten, durch die
ein guter Einblick in die Verhältnisse auf Terra
vermittelt wird.
11 Punkte