Jürgen Zimmermann:

"Die Sonnenbarriere"

(Atlan Fanzine Serie - Band 21)
(60 Seiten, DIN A5, Perry Rhodan Fan-Zentrale, DM 6,-)
Bezug über den Spaceshop der Perry Rhodan Fan-Zentrale und andere Händler (z.B. Romantruhe).

Mit Nummer 20 der Serie war Atlans Mission in der Galaxis Vennersoon abgeschlossen.
Die Bedrohung durch das GOOHR wurde erfolgreich abgewehrt, doch die Kosmokraten haben weitere Aufträge für den Arkoniden.
Auf der Suche nach seinem Doppelgänger Atlan II fliegt er mit seinem Raumschiff MORAHT-THEM, das ihm von den Kosmokraten zur Verfügung gestellt wurde, die Galaxis Algstogermaht an, die Heimat der Wynger. Atlan ahnt, daß dieser Auftrag nur ein Vorwand des Kosmokraten Kilbalc war, um ihn in eine bestimmte Richtung zu lenken. An den Zielkoordinaten erwartet ihn die Sonnenbarriere. Dreitausend weiße Zwergsonnen wurden in Form einer 25 Lichtjahre durchmessenden Kugelschale angeordnet, in deren Mittelpunkt sich ein Planetensystem befindet. Dieses besteht aus einer Zentralwelt und sechs weiteren Planeten, die sich wie die Arkonwelten auf derselben Bahn um den Zentralplaneten bewegen.
Um die zentrale Welt herum ist eine gewaltige Ansammlung von Raumschiffen und -stationen erkennbar, die offenbar verschiedenen Interessengruppen angehören. Immer wieder versuchen Raumschiffe, auf dem Planeten zu landen, doch sie werden allesamt vernichtet. Atlan nimmt Kontakt zu einer der Gruppierungen an Bord einer Raumstation auf. Die Inadohzies, wie sich diese Gruppe nennt, sind religiöse Fanatiker. Turak, ihr Großmeister, begrüßt den Arkoniden als Boten des Gottes Angares, der von den Inadohzies erwartet wird, um sie auf den Dunkelplaneten zu führen. Dort hoffen sie ihren Gott zu finden.
Der Arkonide dockt an der Raumstation der Fanatiker an und verläßt die MORAHT-THEM. Er muß rasch feststellen, daß Turak nur an seinem Schiff interessiert ist. Der Großmeister der Inadohzies hat den hohen technischen Stand der MORAHT-THEM erkannt und glaubt, daß ihm mit diesem Schiff eine Landung auf dem Dunkelplaneten möglich ist. Er bringt Atlan in seine Gewalt und zwingt ihn, mit der MORAHT-THEM den Planeten anzufliegen. Turak und zwei bewaffnete Wächter begleiten den Arkoniden dabei. Während sie mit dem Landenaflug beginnen, folgen ihnen mehrere andere Schiffe der Inadohzies nach. Diese werden jedoch allesamt vom Boden aus vernichtet. Der MORAHT-THEM gelingt die Landung, doch während des Anfluges kommen Turak und seine beiden Begleiter ums Leben.
Atlan durchsucht die technischen Anlagen im planetaren Untergrund. Sie sind größtenteils zerstört, die Reste schwer beschädigt. Überall finden sich Spuren von Gewalteinwirkung. Während seiner Suche nach Spuren, die ihn weiterbringen könnten, begegnet der Arkonide erneut jener rätselhaften, maskierten Frau, die bereits einmal in die MORAHT-THEM eingedrungen ist und dabei die Anzüge der Verteidigung und der Verdunkelung gestohlen hat.
Als Atlan mit der MORAHT-THEM wieder startet, wird er von Raumschiffen der Inadohzies angegriffen. Die Sektenmitglieder glauben, der Arkonide habe ihren Großmeister getötet. Sie wollen sich rächen und außerdem das Kosmokratenschiff in ihren Besitz bringen. Alles steuert auf eine bewaffnete Auseinandersetzung zu, die selbst die MORAHT-THEM unweigerlich in schwere Bedrängnis bringen würde. Zu diesem Zeitpunkt materialisieren mehrere Kampfschiffe der Wynger innerhalb des Systems und vernichten die Schiffe der Inadohzies.

Der Roman präsentiert sich in gleicher Aufmachung wie die Hefte der Perry Rhodan-Fan Edition. Man hat also (zum erstenmal in der AFS) ein professionell gedrucktes Heft mit farbigem Titelbild vor sich. Der Weg, den diese Serie damit seit Band 1 hinter sich gebracht hat, ist beeindruckend. Und das gilt nicht nur in Bezug auf Äußerlichkeiten: Die bisher erschienenen 20 Bände konnten mit einer Handlung aufwarten, die sich an Komplexität und Unterhaltungswert hinter den Zyklen der Perry Rhodan-Serie nicht zu verstecken braucht. So spielte der Kosmokraten-Roboter Laire eine bedeutende Rolle, und selbst ein Kosmokrat tauchte leibhaftig auf.
Mit dem vorliegenden Band beginnt ein zweiter Teilzyklus, der inhaltlich direkt an die ersten zwanzig Bände anschließt. Atlan trifft mit der Sonnenbarriere wieder auf eine der Gigant-Konstruktionen der Kosmokraten, deren Zweck zunächst nicht erkennbar ist. Zudem ist er noch auf der Suche nach seinem Doppelgänger, der in den Plänen der Hohen Mächte offenbar eine bedeutende Rolle spielt. Dabei durchschaut auch der Arkonide die Hintergründe nicht. Für Spannung dürfte damit gesorgt sein.
Der Autor kann durch einen ansprechenden Stil überzeugen. Das schriftstellerische Niveau hält einem Vergleich mit den PR-Heften durchaus stand. Negativ fällt jedoch auf, daß offenbar massive Probleme mit der Kommasetzung bestehen, die auch der (unbekannte) Lektor nicht beseitigen konnte. Und hier hat nicht die neue deutsche Rechtschreibung zugeschlagen.
Die Erscheinungsweise (geplant ist alle drei Monate ein Heft) bedingt ein anderes Herangehen an einen so komplexen Stoff, als dies bei einer wöchentlich erscheinenden Serie der Fall ist: Der Leser muß naturgemäß erst seine Erinnerungen strapazieren, bevor er sich eingelesen hat. Es gelingt Jürgen Zimmermann hier recht ordentlich, auf den Hintergrund des Zyklus und die vergangenen Geschehnisse einzugehen, ohne den Leser zu überfrachten. Leider haben Atlans Rückblenden einige Längen.
Auch dieser, nie eine einfach zu schildernde Figur, wird recht überzeugend präsentiert. Der Arkonide wirkt hier jedenfalls um Klassen besser als in der aktuellen PR-Handlung. Der Autor setzt auch die Begegnung mit den Inadohzies durchaus gekonnt in Szene. Da diese Gruppe, wie aus dem Vorwort des Romans zu entnehmen ist, nicht im Exposé vorgesehen war, ist es nur natürlich, daß der fiese Großmeister den Roman nicht überleben würde. Leider werden hier wieder einige Klischees bedient: die überzeugten, fanatischen Gläubigen und deren fieses Oberhaupt, das die ganze "religiöse" Bewegung nur für seine eigenen Zwecke ausnutzt - doch das sollte man nicht überbewerten (zudem sind Klischees oft erschreckend real) ...
Kennern der Serie dürften auch keine gravierenden Logikfehler aufgefallen sein. Und das ist schon mehr, als man oft beim "großen Bruder" sagen kann.
6,00 DM sind zwar ein stolzer Preis. Das habe ich bei der PR-Fan-Edition schon einmal bemäkelt, aber ich habe mich zwischenzeitlich belehren lassen, daß es sich um eine Kleinstauflage handelt, mit der sicherlich kein Geld zu verdienen ist ... So sei die Professionalität der Aufmachung denn nochmals positiv hervorgehoben.

Fazit:
Gehobene Mittelklasse. Zwar nicht der große, überragende Roman (dafür ist auch die Story nicht "bedeutend" genug), aber mit Sicherheit kein Langweiler.
Die Atlan-Fanzine-Serie insgesamt ist für ein Fan-Projekt recht beachtlich. Man läßt sich auch durch massive Terminverzögerungen und andere Schwierigkeiten nicht aus der Bahn werfen und verfolgt weiterhin mit großer Beharrlichkeit den eingeschlagenen Weg. Hoffen wir auf weitere Bände (und vor allem, daß diese pünktlicher erscheinen als in der Vergangenheit).
9 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

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