Mit Nummer
20 der Serie war Atlans Mission in der Galaxis Vennersoon
abgeschlossen.
Die Bedrohung durch das GOOHR wurde erfolgreich abgewehrt, doch die
Kosmokraten haben weitere Aufträge für den Arkoniden.
Auf der Suche nach seinem Doppelgänger Atlan II fliegt er mit
seinem Raumschiff MORAHT-THEM, das ihm von den Kosmokraten zur
Verfügung gestellt wurde, die Galaxis Algstogermaht an, die
Heimat der Wynger. Atlan ahnt, daß dieser Auftrag nur ein
Vorwand des Kosmokraten Kilbalc war, um ihn in eine bestimmte
Richtung zu lenken. An den Zielkoordinaten erwartet ihn die
Sonnenbarriere. Dreitausend weiße Zwergsonnen wurden in Form
einer 25 Lichtjahre durchmessenden Kugelschale angeordnet, in deren
Mittelpunkt sich ein Planetensystem befindet. Dieses besteht aus
einer Zentralwelt und sechs weiteren Planeten, die sich wie die
Arkonwelten auf derselben Bahn um den Zentralplaneten bewegen.
Um die zentrale Welt herum ist eine gewaltige Ansammlung von
Raumschiffen und -stationen erkennbar, die offenbar verschiedenen
Interessengruppen angehören. Immer wieder versuchen Raumschiffe,
auf dem Planeten zu landen, doch sie werden allesamt vernichtet.
Atlan nimmt Kontakt zu einer der Gruppierungen an Bord einer
Raumstation auf. Die Inadohzies, wie sich diese Gruppe nennt, sind
religiöse Fanatiker. Turak, ihr Großmeister,
begrüßt den Arkoniden als Boten des Gottes Angares, der
von den Inadohzies erwartet wird, um sie auf den Dunkelplaneten zu
führen. Dort hoffen sie ihren Gott zu finden.
Der Arkonide dockt an der Raumstation der Fanatiker an und
verläßt die MORAHT-THEM. Er muß rasch feststellen,
daß Turak nur an seinem Schiff interessiert ist. Der
Großmeister der Inadohzies hat den hohen technischen Stand der
MORAHT-THEM erkannt und glaubt, daß ihm mit diesem Schiff eine
Landung auf dem Dunkelplaneten möglich ist. Er bringt Atlan in
seine Gewalt und zwingt ihn, mit der MORAHT-THEM den Planeten
anzufliegen. Turak und zwei bewaffnete Wächter begleiten den
Arkoniden dabei. Während sie mit dem Landenaflug beginnen,
folgen ihnen mehrere andere Schiffe der Inadohzies nach. Diese werden
jedoch allesamt vom Boden aus vernichtet. Der MORAHT-THEM gelingt die
Landung, doch während des Anfluges kommen Turak und seine beiden
Begleiter ums Leben.
Atlan durchsucht die technischen Anlagen im planetaren Untergrund.
Sie sind größtenteils zerstört, die Reste schwer
beschädigt. Überall finden sich Spuren von
Gewalteinwirkung. Während seiner Suche nach Spuren, die ihn
weiterbringen könnten, begegnet der Arkonide erneut jener
rätselhaften, maskierten Frau, die bereits einmal in die
MORAHT-THEM eingedrungen ist und dabei die Anzüge der
Verteidigung und der Verdunkelung gestohlen hat.
Als Atlan mit der MORAHT-THEM wieder startet, wird er von
Raumschiffen der Inadohzies angegriffen. Die Sektenmitglieder
glauben, der Arkonide habe ihren Großmeister getötet. Sie
wollen sich rächen und außerdem das Kosmokratenschiff in
ihren Besitz bringen. Alles steuert auf eine bewaffnete
Auseinandersetzung zu, die selbst die MORAHT-THEM unweigerlich in
schwere Bedrängnis bringen würde. Zu diesem Zeitpunkt
materialisieren mehrere Kampfschiffe der Wynger innerhalb des Systems
und vernichten die Schiffe der Inadohzies.
Der Roman präsentiert sich in gleicher Aufmachung wie die Hefte
der Perry Rhodan-Fan Edition. Man hat also (zum erstenmal in der AFS)
ein professionell gedrucktes Heft mit farbigem Titelbild vor sich.
Der Weg, den diese Serie damit seit Band 1 hinter sich gebracht hat,
ist beeindruckend. Und das gilt nicht nur in Bezug auf
Äußerlichkeiten: Die bisher erschienenen 20 Bände
konnten mit einer Handlung aufwarten, die sich an Komplexität
und Unterhaltungswert hinter den Zyklen der Perry Rhodan-Serie nicht
zu verstecken braucht. So spielte der Kosmokraten-Roboter Laire eine
bedeutende Rolle, und selbst ein Kosmokrat tauchte leibhaftig
auf.
Mit dem vorliegenden Band beginnt ein zweiter Teilzyklus, der
inhaltlich direkt an die ersten zwanzig Bände anschließt.
Atlan trifft mit der Sonnenbarriere wieder auf eine der
Gigant-Konstruktionen der Kosmokraten, deren Zweck zunächst
nicht erkennbar ist. Zudem ist er noch auf der Suche nach seinem
Doppelgänger, der in den Plänen der Hohen Mächte
offenbar eine bedeutende Rolle spielt. Dabei durchschaut auch der
Arkonide die Hintergründe nicht. Für Spannung dürfte
damit gesorgt sein.
Der Autor kann durch einen ansprechenden Stil überzeugen. Das
schriftstellerische Niveau hält einem Vergleich mit den
PR-Heften durchaus stand. Negativ fällt jedoch auf, daß
offenbar massive Probleme mit der Kommasetzung bestehen, die auch der
(unbekannte) Lektor nicht beseitigen konnte. Und hier hat nicht die
neue deutsche Rechtschreibung zugeschlagen.
Die Erscheinungsweise (geplant ist alle drei Monate ein Heft) bedingt
ein anderes Herangehen an einen so komplexen Stoff, als dies bei
einer wöchentlich erscheinenden Serie der Fall ist: Der Leser
muß naturgemäß erst seine Erinnerungen strapazieren,
bevor er sich eingelesen hat. Es gelingt Jürgen Zimmermann hier
recht ordentlich, auf den Hintergrund des Zyklus und die vergangenen
Geschehnisse einzugehen, ohne den Leser zu überfrachten. Leider
haben Atlans Rückblenden einige Längen.
Auch dieser, nie eine einfach zu schildernde Figur, wird recht
überzeugend präsentiert. Der Arkonide wirkt hier jedenfalls
um Klassen besser als in der aktuellen PR-Handlung. Der Autor setzt
auch die Begegnung mit den Inadohzies durchaus gekonnt in Szene. Da
diese Gruppe, wie aus dem Vorwort des Romans zu entnehmen ist, nicht
im Exposé vorgesehen war, ist es nur natürlich, daß
der fiese Großmeister den Roman nicht überleben
würde. Leider werden hier wieder einige Klischees bedient: die
überzeugten, fanatischen Gläubigen und deren fieses
Oberhaupt, das die ganze "religiöse" Bewegung nur für seine
eigenen Zwecke ausnutzt - doch das sollte man nicht überbewerten
(zudem sind Klischees oft erschreckend real) ...
Kennern der Serie dürften auch keine gravierenden Logikfehler
aufgefallen sein. Und das ist schon mehr, als man oft beim
"großen Bruder" sagen kann.
6,00 DM sind zwar ein stolzer Preis. Das habe ich bei der
PR-Fan-Edition schon einmal bemäkelt, aber ich habe mich
zwischenzeitlich belehren lassen, daß es sich um eine
Kleinstauflage handelt, mit der sicherlich kein Geld zu verdienen ist
... So sei die Professionalität der Aufmachung denn nochmals
positiv hervorgehoben.
Fazit:
Gehobene Mittelklasse. Zwar nicht der große, überragende
Roman (dafür ist auch die Story nicht "bedeutend" genug), aber
mit Sicherheit kein Langweiler.
Die Atlan-Fanzine-Serie insgesamt ist für ein Fan-Projekt recht
beachtlich. Man läßt sich auch durch massive
Terminverzögerungen und andere Schwierigkeiten nicht aus der
Bahn werfen und verfolgt weiterhin mit großer Beharrlichkeit
den eingeschlagenen Weg. Hoffen wir auf weitere Bände (und vor
allem, daß diese pünktlicher erscheinen als in der
Vergangenheit).
9 Punkte