T. N. T.
Smith hat es im Juli 1940 nach Bagdad verschlagen. Er geht Hinweisen
auf eine Scheinfirma der Unsterblichen nach und entgeht dabei wieder
einmal nur um Haaresbreite einem Mordanschlag. Kurz darauf lernt er
Cassandra kennen, die Tochter von Helmuth von Arret, einem der
Unsterblichen. Smith mach sich (selbstredend) an sie heran, und das
nicht nur, um weitere Informationen zu erhalten. Leider bleibt ihm
nicht viel Zeit, um Licht in die Vergangenheit von Arrets zu bringen.
Denn die Nazis, die ebenfalls hinter den Unsterblichen her sind,
spüren ihn wieder auf.
In den Katakomben eines alten Tempels befindet sich der Ischtar-Club,
der von Helmut von Arret zur Veranstaltung von Orgien jeder denkbaren
Art dient. Gleichzeitig befindet sich dort ein Archiv der
Unsterblichen, und so kommt es hier zu einer erneuten Konfrontation
mit dem Sonderkommando Ragnarök, aus der Smith sich nur dank
Cassandras Hilfe wieder befreien kann.
Der Irak ist zu dieser Zeit noch neutrales Territorium. Daher kann
auch die SS-Truppe nicht mit ihrer gewohnten Brutalität zu Werke
gehen. So entführen die Nazis schließlich Cassandra, um
sie gegen ein seltsames Lösegeld wieder freizulassen: einen
halben Liter vom Blut ihres Vaters, das in Berlin untersucht werden
soll. Beim Showdown (schließlich muß die Schöne
befreit werden) wird Smith wieder einmal richtig gefordert.
Der sechste Band der Serie liefert wieder die gewohnte Trash-Mischung
aus Action, Sex und Crime. Wie immer ist der Band bis in alle
Einzelheiten recherchiert und wimmelt nur so von Anspielungen und
Seitenhieben, vor allem auf die Nazis. Die abstruse Story, die
bewußt schnodderige Ausdrucksweise und das Bedienen
sämtlicher Klischees ergeben eine unterhaltsame Mischung, die
noch immer nichts von ihrer Faszination verloren hat. Vergleiche zum
allseits bekannten Indiana Jones drängen sich einmal mehr auf.
Smith gerät von einer haarsträubenden Situation in die
nächste, und seine Befreiungsaktionen stehen denen seines
berühmten Vorbildes in nichts nach. Das alles wird von den
Autoren so verpackt, daß man über den Sinn oder Unsinn der
meisten Aktionen gar nicht nachdenkt. Weshalb auch? Daß T. N.
T. Smith ständig mit offener Hose durch die Gegend rennt, ist
bekannt und gehört ebenso zu dieser Serie wie die wahnsinnigen
Actionsequenzen.Nebenher gelingt den Autoren noch die schwierige
Gratwanderung, selbst historische Figuren wie die Führungsspitze
des "Tausendjährigen Reiches" zu Witzfiguren zu degradieren,
ohne daß jemand moralisierend mit dem Hinweis auf eine
Verharmlosung dieses Regimes seinen Zeigefinger heben könnte.
Gerade das Thema ist bekanntlich noch immer ziemlich sensibel...
Die Maulerei über den Preis spare ich mir an dieser Stelle und
verweise dazu auf die Rezensionen der Vorgängerbände.
Fazit:
Klassische Abenteuer-Phantastik im Stil von "Jäger des
Verlorenen Schatzes". Die Guten sind gut, die Nazis sind die
Bösen, die Handlung ist weitgehend irrwitzig. Trash in Hochform.
Wer damit nichts anfangen kann, sollte einen Bogen um die Serie
machen. Ansonsten kann man nur eine eindeutige Kaufempfehlung
aussprechen.
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