Ronald M. Hahn & Horst Pukallus:

"Der Tempel von Bagdad"

(T.N.T. Smith - Jäger der Unsterblichen - Band 6)
D 2000
(124 Seiten, Paperback, Blitz 1606, ISBN 3-932171-67-5, DM 16,80)
- erschienen: September 2000 -

T. N. T. Smith hat es im Juli 1940 nach Bagdad verschlagen. Er geht Hinweisen auf eine Scheinfirma der Unsterblichen nach und entgeht dabei wieder einmal nur um Haaresbreite einem Mordanschlag. Kurz darauf lernt er Cassandra kennen, die Tochter von Helmuth von Arret, einem der Unsterblichen. Smith mach sich (selbstredend) an sie heran, und das nicht nur, um weitere Informationen zu erhalten. Leider bleibt ihm nicht viel Zeit, um Licht in die Vergangenheit von Arrets zu bringen. Denn die Nazis, die ebenfalls hinter den Unsterblichen her sind, spüren ihn wieder auf.
In den Katakomben eines alten Tempels befindet sich der Ischtar-Club, der von Helmut von Arret zur Veranstaltung von Orgien jeder denkbaren Art dient. Gleichzeitig befindet sich dort ein Archiv der Unsterblichen, und so kommt es hier zu einer erneuten Konfrontation mit dem Sonderkommando Ragnarök, aus der Smith sich nur dank Cassandras Hilfe wieder befreien kann.
Der Irak ist zu dieser Zeit noch neutrales Territorium. Daher kann auch die SS-Truppe nicht mit ihrer gewohnten Brutalität zu Werke gehen. So entführen die Nazis schließlich Cassandra, um sie gegen ein seltsames Lösegeld wieder freizulassen: einen halben Liter vom Blut ihres Vaters, das in Berlin untersucht werden soll. Beim Showdown (schließlich muß die Schöne befreit werden) wird Smith wieder einmal richtig gefordert.

Der sechste Band der Serie liefert wieder die gewohnte Trash-Mischung aus Action, Sex und Crime. Wie immer ist der Band bis in alle Einzelheiten recherchiert und wimmelt nur so von Anspielungen und Seitenhieben, vor allem auf die Nazis. Die abstruse Story, die bewußt schnodderige Ausdrucksweise und das Bedienen sämtlicher Klischees ergeben eine unterhaltsame Mischung, die noch immer nichts von ihrer Faszination verloren hat. Vergleiche zum allseits bekannten Indiana Jones drängen sich einmal mehr auf. Smith gerät von einer haarsträubenden Situation in die nächste, und seine Befreiungsaktionen stehen denen seines berühmten Vorbildes in nichts nach. Das alles wird von den Autoren so verpackt, daß man über den Sinn oder Unsinn der meisten Aktionen gar nicht nachdenkt. Weshalb auch? Daß T. N. T. Smith ständig mit offener Hose durch die Gegend rennt, ist bekannt und gehört ebenso zu dieser Serie wie die wahnsinnigen Actionsequenzen.Nebenher gelingt den Autoren noch die schwierige Gratwanderung, selbst historische Figuren wie die Führungsspitze des "Tausendjährigen Reiches" zu Witzfiguren zu degradieren, ohne daß jemand moralisierend mit dem Hinweis auf eine Verharmlosung dieses Regimes seinen Zeigefinger heben könnte. Gerade das Thema ist bekanntlich noch immer ziemlich sensibel...
Die Maulerei über den Preis spare ich mir an dieser Stelle und verweise dazu auf die Rezensionen der Vorgängerbände.

Fazit:
Klassische Abenteuer-Phantastik im Stil von "Jäger des Verlorenen Schatzes". Die Guten sind gut, die Nazis sind die Bösen, die Handlung ist weitgehend irrwitzig. Trash in Hochform. Wer damit nichts anfangen kann, sollte einen Bogen um die Serie machen. Ansonsten kann man nur eine eindeutige Kaufempfehlung aussprechen.
13 Punkte

Hans-Joachim Kleimann


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.


Startseite