Roderic ist
immer noch Regent von Meriga, und immer noch sind viele Soldaten auf
der Suche nach seinem Vater. Da entkommt sein Bruder Amanander aus
der Gefangenschaft und beginnt erneut seinen Krieg gegen den Bruder,
der statt seiner auf dem Thron sitzt. Heimlich gelingt es ihm,
Intrige um Intrige gegen Roderic zu spinnen und so das Reich zu
entzweien, bis es an den Rand eines blutigen Bürgerkrieges
gedrängt wird. Dabei hat er auch keine Hemmungen, das
einzusetzen, was vor Hunderten von Jahren beinahe die Welt vernichtet
hätte: Magie...
So geht sie denn nun zu Ende, die Königskinder-Trilogie. Im
letzten Teil fährt die Autorin noch einmal alles auf, was die
anderen beiden Bände bisher zu bieten hatten: Große
Kriege, fiese Bösewichter, finstere Pläne und Intrigen auf
beiden Seiten.
Die Geschichte wird noch einmal kurz von Teil 2 auf Teil 3
übergeleitet; dann steuert die Handlung konsequent auf ihr
Finale zu. Der machtgierige ältere Halbbruder des Regenten,
Amanander, schafft es immer mehr, eine Situation zu schaffen, die
für den "guten" Roderic immer dramatischer und verzweifelter
wird.
Hinzu kommt noch eine flüssige und gut lesbare Führung der
Geschichte und der einzelnen Ebenen, und so paßt sich der Roman
auf dieser Ebene sehr gut an die Vorgängerbände an.
Je länger sich die Geschichte jedoch zieht, desto mehr baut das
Buch ab. Zu schnell wird klar, wer hier gegen wen kämpft, was
der Handlung viel Spannung nimmt. Das wird zunächst noch durch
die große Dramatik ausgeglichen, die sich immer mehr aufbaut.
Aber je länger die Geschichte geht, desto mehr fragt man sich
langsam, wie das Gute am Ende über das Böse triumphieren
soll, das in immer mehr blutigen Ereignissen beweist, wie sehr es von
sich und seiner Macht überzeugt und der Gegenseite
überlegen ist. So scheint es fast unvermeidlich, daß
gerade das Ende eine große Enttäuschung wird. Die
Charaktere agieren nicht mehr, sondern stolpern nur noch von einer
Reaktion zu anderen; und zum Schluß kommt doch ein wenig das
Gefühl auf, daß das Böse sich mehr oder weniger
selbst besiegt hat und die Guten eigentlich gar nichts dafür
können.
Zudem wird hier am Ende nur noch so mit Magie um sich geschmissen.
Also mit jenem Element, das die Welt doch einst in so großes
Chaos gestürzt hat. Erklärungen gibt's dafür
keine.
Fazit:
Eigentlich eine nette Geschichte in einer faszinierenden
Fantasy-Welt, ein paar hundert Jahre in der Zukunft. Doch gerade am
Ende zu kitschig und zu langweilig umgesetzt. Hinzu kommen doch
starke Widersprüche zu der Welt der anderen zwei Bände. Was
bleibt, ist ein recht unbefriedigender Schluß.
7 Punkte
