Band 19: "Das Sklavenspiel"

Autor: Brian Frost

Kurz vor Southhampton beobachten Matt und Aruula eine eigenartige Szene: Drei mit Pfeil und Bogen bewaffnete Jäger haben es auf eine Taratze abgesehen, werden jedoch wenig später von Uniformierten mit Pistolen abgeführt. Als kurz darauf auch noch von Wakudas gezogene Jeeps auftauchen, ist Matts Neugier endgültig geweckt, obwohl Aruula ihn warnt. Als sie das Gelände der Uniformierten untersuchen, werden sie von Rojaals, wie sich diese nennen, angegriffen und in deren Hauptquartier geschleppt. Unglücklicherweise hat der Gen'rel, der Anführer der Gruppe, die Abzeichen auf Matts Uniform erkannt. Da die Gesellschaft der Rojaals auf altem Schriftgut der Briten beruht, ist der Gen'rel alles andere als gut auf die Air Force zu sprechen. Matt versucht, sich aus der Situation herauszureden, aber es gelingt ihm nicht. Wutentbrannt steckt der Gen'rel ihn und Aruula in die Unterkünfte der Spieler.
Was es mit dem sogenannten Sklavenspiel auf sich hat, erfahren die beiden von den Freeks, den Ausgestoßenen innerhalb der Spieler-Unterkunft. Matt hat zufällig den Nosfera Navok vor den schlimmeren Auswirkungen einer Schlägerei bewahrt, und damit ist er bei den Freeks gelandet, zu denen drei Taratzen, zwei Wulfanen sowie einige merkwürdige menschlichen Gestalten gehören.
Das Sklavenspiel, erfährt Maddrax, besteht darin, daß die Sklaven ein Tal durchqueren müssen. Gelingt es ihnen, dabei am Leben zu bleiben, sind sie frei - doch das Tal wird nicht um umsonst das "Tal des Todes" genannt. Das Spiel wird am nächsten Tag beginnen. Matt ist klar, daß die Gefangenen nur gemeinsam eine Chance haben. Und so schließen sich die Freeks zu einer Gemeinschaft zusammen.
Am anderen Morgen machen sich die Gefangenen in das Tal des Todes auf. Während die andere Gruppe, die von Gark angeführt wird, direkt in ein Minenfeld läuft, wobei Gark mit List und Tücke überlebt, wählen Matt und seine Kumpane den Weg entlang der Minen. Offenbar war das Gelände vorher Militärgebiet, und die Gruppe hofft, in den weiter entfernten Baracken etwas zu finden, das ihnen nützlich sein könnte.
Nachdem sie in das Revier fleischfressender Pflanzen geraten sind, werden sie nach einer kurzen Pause von hyänenähnlichen Tieren angegriffen. Die Gruppe um Gark (* Äh, wenn ich das oben richtig gelesen habe, sollte diese "Gruppe" jetzt seeehr klein sein... >;-) Heike) stößt zu ihnen. Beim Kampf öffnet sich ein Tresor, in dem Matt ein Gewehr sowie Karten des Geländes findet. Notgedrungen ordnet sich Gark Matt unter.
Zusammen verlassen sie die Baracken und suchen nach einer alten unterirdischen Schießbahn, die einst zum Testen von großkalibrigen Waffen diente. Schon vorher hat Aruula den Verdacht, daß der Nosfera Navok telepathische Kräfte besitzt. Doch als die Gruppe fast den Rand des Tals erreicht hat, stellt sich Navok als Verräter heraus. Die Roojals haben seine Frau und sein Kind in ihrer Gewalt. Die Überlebenden werden als Sklaven verkauft, Navok jedoch geht mit den Gen'rel und seinen Leuten zurück in den Tunnel, in dem eine Bombe tickt. Kurz darauf wird das Tal durch die Explosion vernichtet.
Niedergeschlagen gehen Matt und Aruula einer ungewissen Zukunft entgegen.

Brian Frost vermag zwar recht unterhaltsame Romane zu schreiben, aber sein Stil ist ohne Frage Geschmackssache. Zugegeben, der Anfang des Romans ist sehr spannend geschrieben. Und auch die nachfolgenden Szenen, bis zum Eintreffen von Matt im Lager der Spieler, vermögen zu überzeugen. Das ist durchaus packend und eindringlich erzählt.
Und auch einige Actionszenen im Verlauf des Romans, von den fleischfressenden Pflanzen bis zur Flucht durch den Tunnel, sind angenehm zu lesen.
Frost versagt jedoch bei der Charakterisierung seiner Helden. Er versucht zwar, Matt und Aruula Kanten und Ecken zu geben, aber selten hat Matt so blaß gewirkt, Aruula so wenig aruulahaft. Allein in den Kampfszenen vermag sie zu überzeugen.
Der Gen'rel ist mal wieder ein Despot allererster Güte. Okay, vielleicht braucht so jemand keine Charakterisierung. (Obwohl es eigentlich doch sehr interessant sein könnte.) Und obwohl Gark nicht ganz dem Klischee des stählernen Barbaren mit wenig Hirn entspricht - es gelingt Frost nicht, den Leser für seine Charaktere zu interessieren. Weder bei Gark noch bei den anderen durchaus interessanten Nebenfiguren.
Und auch die Dialoge wirken nicht immer so, wie sie eigentlich wirken sollen. Lassen wir mal die Variation des Wortes "Taratzenarsch" außer acht - womit der Rezensent nicht etwa zum Ausdruck bringen will, daß Kraftausdrücke in MX nichts zu suchen haben sollen. Nur: Warum verwendet der Autor diesen Ausdruck unentwegt? Da bietet die deutsche Sprache doch durchaus, ähem, eine breite Vielfalt.
Die Dialoge sind sehr platt. Auch nach wiederholtem Lesen nimmt man Matt die Weisheiten, die er äußert, einfach nicht ab. Bei Aussagen wie "Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist nun mal eine Gerade. Das ist eine Sache der Logik und nicht des Naturinstinktes." (Seite 43) kann man sich nur kopfschüttelnd an denselben fassen. Nicht wegen der Logik der Aussage, sondern wegen der Formulierung. Fast meint man, einen Lehrer vor sich zu sehen, der nur widerwillig den Schulstoff in die Köpfe seiner Schüler einhämmert. Nein, ein oberlehrerhaftes Benehmen paßt einfach nicht zu Matt.
Was wir jetzt allerdings wissen ist, daß das Gesicht eines Nosfera ungefähr dem Skeletors ähnelt. (Wer sich noch an die Masters of the Universe erinnert, Brian erwähnt sie ja im Roman, wird sich sein Teil denken können. ;-)) (* Skeletor!!! Aaaaaaarghhh! Wieso hat Matt denn dann keinen Reit-Tiger? ;-) Heike)

Fazit:
Frosts Roman mag als Grundlage für ein Rollenspiel beste Dienste tun. Als reine Lektüre überzeugt er allein bei den Actionszenen.
4 Punkte

Christian Spließ

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