Kurz vor
Southhampton beobachten Matt und Aruula eine eigenartige Szene: Drei
mit Pfeil und Bogen bewaffnete Jäger haben es auf eine Taratze
abgesehen, werden jedoch wenig später von Uniformierten mit
Pistolen abgeführt. Als kurz darauf auch noch von Wakudas
gezogene Jeeps auftauchen, ist Matts Neugier endgültig geweckt,
obwohl Aruula ihn warnt. Als sie das Gelände der Uniformierten
untersuchen, werden sie von Rojaals, wie sich diese nennen,
angegriffen und in deren Hauptquartier geschleppt.
Unglücklicherweise hat der Gen'rel, der Anführer der
Gruppe, die Abzeichen auf Matts Uniform erkannt. Da die Gesellschaft
der Rojaals auf altem Schriftgut der Briten beruht, ist der Gen'rel
alles andere als gut auf die Air Force zu sprechen. Matt versucht,
sich aus der Situation herauszureden, aber es gelingt ihm nicht.
Wutentbrannt steckt der Gen'rel ihn und Aruula in die
Unterkünfte der Spieler.
Was es mit dem sogenannten Sklavenspiel auf sich hat, erfahren die
beiden von den Freeks, den Ausgestoßenen innerhalb der
Spieler-Unterkunft. Matt hat zufällig den Nosfera Navok vor den
schlimmeren Auswirkungen einer Schlägerei bewahrt, und damit ist
er bei den Freeks gelandet, zu denen drei Taratzen, zwei Wulfanen
sowie einige merkwürdige menschlichen Gestalten
gehören.
Das Sklavenspiel, erfährt Maddrax, besteht darin, daß die
Sklaven ein Tal durchqueren müssen. Gelingt es ihnen, dabei am
Leben zu bleiben, sind sie frei - doch das Tal wird nicht um umsonst
das "Tal des Todes" genannt. Das Spiel wird am nächsten Tag
beginnen. Matt ist klar, daß die Gefangenen nur gemeinsam eine
Chance haben. Und so schließen sich die Freeks zu einer
Gemeinschaft zusammen.
Am anderen Morgen machen sich die Gefangenen in das Tal des Todes
auf. Während die andere Gruppe, die von Gark angeführt
wird, direkt in ein Minenfeld läuft, wobei Gark mit List und
Tücke überlebt, wählen Matt und seine Kumpane den Weg
entlang der Minen. Offenbar war das Gelände vorher
Militärgebiet, und die Gruppe hofft, in den weiter entfernten
Baracken etwas zu finden, das ihnen nützlich sein
könnte.
Nachdem sie in das Revier fleischfressender Pflanzen geraten sind,
werden sie nach einer kurzen Pause von hyänenähnlichen
Tieren angegriffen. Die Gruppe um Gark (* Äh, wenn ich das
oben richtig gelesen habe, sollte diese "Gruppe" jetzt seeehr klein
sein... >;-) Heike) stößt zu ihnen. Beim Kampf
öffnet sich ein Tresor, in dem Matt ein Gewehr sowie Karten des
Geländes findet. Notgedrungen ordnet sich Gark Matt unter.
Zusammen verlassen sie die Baracken und suchen nach einer alten
unterirdischen Schießbahn, die einst zum Testen von
großkalibrigen Waffen diente. Schon vorher hat Aruula den
Verdacht, daß der Nosfera Navok telepathische Kräfte
besitzt. Doch als die Gruppe fast den Rand des Tals erreicht hat,
stellt sich Navok als Verräter heraus. Die Roojals haben seine
Frau und sein Kind in ihrer Gewalt. Die Überlebenden werden als
Sklaven verkauft, Navok jedoch geht mit den Gen'rel und seinen Leuten
zurück in den Tunnel, in dem eine Bombe tickt. Kurz darauf wird
das Tal durch die Explosion vernichtet.
Niedergeschlagen gehen Matt und Aruula einer ungewissen Zukunft
entgegen.
Brian Frost vermag zwar recht unterhaltsame Romane zu schreiben, aber
sein Stil ist ohne Frage Geschmackssache. Zugegeben, der Anfang des
Romans ist sehr spannend geschrieben. Und auch die nachfolgenden
Szenen, bis zum Eintreffen von Matt im Lager der Spieler,
vermögen zu überzeugen. Das ist durchaus packend und
eindringlich erzählt.
Und auch einige Actionszenen im Verlauf des Romans, von den
fleischfressenden Pflanzen bis zur Flucht durch den Tunnel, sind
angenehm zu lesen.
Frost versagt jedoch bei der Charakterisierung seiner Helden. Er
versucht zwar, Matt und Aruula Kanten und Ecken zu geben, aber selten
hat Matt so blaß gewirkt, Aruula so wenig aruulahaft. Allein in
den Kampfszenen vermag sie zu überzeugen.
Der Gen'rel ist mal wieder ein Despot allererster Güte. Okay,
vielleicht braucht so jemand keine Charakterisierung. (Obwohl es
eigentlich doch sehr interessant sein könnte.) Und obwohl Gark
nicht ganz dem Klischee des stählernen Barbaren mit wenig Hirn
entspricht - es gelingt Frost nicht, den Leser für seine
Charaktere zu interessieren. Weder bei Gark noch bei den anderen
durchaus interessanten Nebenfiguren.
Und auch die Dialoge wirken nicht immer so, wie sie eigentlich wirken
sollen. Lassen wir mal die Variation des Wortes "Taratzenarsch"
außer acht - womit der Rezensent nicht etwa zum Ausdruck
bringen will, daß Kraftausdrücke in MX nichts zu suchen
haben sollen. Nur: Warum verwendet der Autor diesen Ausdruck
unentwegt? Da bietet die deutsche Sprache doch durchaus, ähem,
eine breite Vielfalt.
Die Dialoge sind sehr platt. Auch nach wiederholtem Lesen nimmt man
Matt die Weisheiten, die er äußert, einfach nicht ab. Bei
Aussagen wie "Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist
nun mal eine Gerade. Das ist eine Sache der Logik und nicht des
Naturinstinktes." (Seite 43) kann man sich nur kopfschüttelnd an
denselben fassen. Nicht wegen der Logik der Aussage, sondern wegen
der Formulierung. Fast meint man, einen Lehrer vor sich zu sehen, der
nur widerwillig den Schulstoff in die Köpfe seiner Schüler
einhämmert. Nein, ein oberlehrerhaftes Benehmen paßt
einfach nicht zu Matt.
Was wir jetzt allerdings wissen ist, daß das Gesicht eines
Nosfera ungefähr dem Skeletors ähnelt. (Wer sich noch an
die Masters of the Universe erinnert, Brian erwähnt sie ja im
Roman, wird sich sein Teil denken können. ;-)) (* Skeletor!!!
Aaaaaaarghhh! Wieso hat Matt denn dann keinen Reit-Tiger? ;-)
Heike)
Fazit:
Frosts Roman mag als Grundlage für ein Rollenspiel beste Dienste
tun. Als reine Lektüre überzeugt er allein bei den
Actionszenen.
4 Punkte