Professor Zamorra

Band 688: "Das Hohe Volk"

Wieder einmal braucht Chefinspektor Pierre Robin Hilfe von seinen Freunden Zamorra und Nicole. Diesmal ist ein Neandertaler auf der Autobahn bei Lyon aus dem Nichts aufgetaucht und hat den Kampf gegen seine Gegner verloren.
Dieser kam von einer fremden Welt, auf der das "Hohe Volk" in einem sehr hohen Turm lebt, zu dessen Füßen sich ein Stamm niedergelassen hat, der dessen Bewohner als Götter verehrt.
Dort wurde einer der Intelligentesten, Cylas, dazu auserwählt, auf den Turm zu steigen. Seine Götter erweisen sich jedoch als falsche Götter, denn bereits kurz nach seinem Eindringen fährt ein Stahlschloß um seinen Hals, das mit einer Kette an ein den Turm durchziehendes Transportsystem angeschlossen ist.
Bei einer Zeitschau mittels MERLINS STERN am Unfallort werden Zamorra und seine Kampfgefährtin in diese Welt hinübergezogen.
Während Nicole in der dem Turm umgebenden Ebene landet und von den Eingeborenen zum Stamm gebracht wird, landet Zamorra im Turm, wo er auf zwei Wesen stößt, die es ebenfalls in den Turm verschlagen hat und mit denen er praktisch einen "Nichtangriffspakt" schließt, um wieder aus dem Bauwerk hinauszukommen: Mehrfach hatte er bereits mit dem Vampir Fu Long zu tun; bei dem anderen Wesen handelt es sich um einen aufrecht gehenden, sprechenden Tiger namens Kooranovian Sint Martor, Offizier der Streitkräfte von Cairs Ablarn. Ein wahrer Menschenhasser, führt sein Volk doch seit vielen Jahren Krieg gegen Menschen. Einem Menschen von Terra ist er allerdings noch nie begegnet.
Sie begegnen einem Trupp Sklaven; bei dem folgenden Kampf stürzt einer der Neandertaler aus dem Fenster, direkt vor den Opferblock, auf dem Nicole hingerichtet werden sollte. Diese nutzt ihre Chance und nimmt den einzig möglichen Fluchtweg: die Treppen den Turm hinauf.
Spätestens der Sturz des Neandertalers alarmiert das "Hohe Volk", dessen Mitglieder sich hinter einer undurchsichtigen Scheibe verborgen halten. Schon seit langer Zeit setzten sie den Neandertaler Farnod als Aufseher zwischen ihnen und den Arbeitern ein. Auch riefen sie ihn stets, um ihm Instruktionen zu geben, die er auszuführen hatte.
Die Maschinen sind hoffnungslos veraltet, und so rufen sie Cylas zu sich, der unten im Dorf gerade das Rad erfunden hat, um ihn als "Mechaniker" einzusetzen.
Nicole kann bei ihrem Eintreten der Falle der zuschnappenden Halskette entgehen und sich frei durch die Gänge bewegen. Ihr folgt die Wrishta, Cylas' Freundin, die sich nach dem Fenstersturz des anderen ehemaligen Stammesmitglieds Sorgen um ihn macht.
Zamorra, Fu Long und Kooranovian Sint Martor arbeiten sich derweil durch die Gänge und immer neu auftauchenden Fallen, die es zu meistern gilt, wobei der Tiger eine beeindruckende Fähigkeit offenbart: Er teilt ein Flammenmeer mit Schallwellen.
Dies wird von jenseits der undurchsichtigen Wand beobachtet.
Das "Hohe Volk" besteht nur noch aus einer Person, einem Wesen, das die Neandertaler aus dem Dorf unterhalb des Turms durch ein Portal schickt, weil diese von Magie angezogen werden, so wie sie vom Turm angezogen wurden.
In den Gängen begegnen sich derweil Nicole und Wrishta. Nach einem kurzen Kampf und einem "Gedankenaustausch" im wahrsten Sinne des Wortes erklärt die Eingeborene, daß sie ihren Partner riechen und Nicole auch zu Zamorra führen kann.
Derweil beschließen die drei anderen, ihre Kräfte zu bündeln. Zamorra will dafür ein altes Ritual anwenden, bei dem jedoch das Risiko besteht, daß am Ende Fu Long als Schwarzmagier sein Leben verlieren könnte.
Cylas ist mit der Reparatur einer Maschine beauftragt, deren Sinn er schnell erkennt: Sie soll töten. Während Farod nach dem Aufleuchten eines Signals den Raum mit dieser Maschine verläßt, bleibt der Mechaniker.
Und muß erkennen, daß das "Hohe Volk" in Wirklichkeit einer aus seinem eigenen Volk ist, der einst in den Turm gerufen wurde und später die Maschinen überwachen sollte, bis seine Herren zurückkamen.
Dies geschah jedoch nie, und im Lauf der Zeit begann er, die Geräte zu nutzen.
So wie jetzt, als er auch die Fähigkeiten Zamorras erkennt. Er läßt sich an die Maschine anschließen, um den dreien ihre Kräfte zu rauben.
Diese haben ihre Kräfte gebündelt, und zunächst scheint es so, als könnten die drei den Kampf verlieren. Doch Cylas stellt die Maschine anders ein, so daß er selber das Opfer wird.
Im letzten Moment werden Nicole und Zamorra zurück zur Erde geschickt...

Auf Anhieb fallen mir drei Filme bzw. Serien ein, die Assoziationen beim Lesen weckten. Die Maschine erinnerte mich an die aus der "SG-1"-Episode 2, "The Gamekeeper"; auf die Ähnlichkeit zu den Tricks des "Hohen Volkes" wie bei "Wizard Of Oz" ging Claudia Kern bereits selber im Roman ein. Aber auch die Beschreibung der Ebene, in der die Neandertaler leben, erinnerte mich an eine Filmszene: die Traumsequenzen in "Gladiator".
Gewisse Wiedererkennungsmomente gibt es also, "mehr" aber nicht, kein Kopieren von Filmszenen.
Neue, überaus faszinierende Figuren baut Claudia Kern immer wieder gerne ein, und so weiß auch Kooranovian Sint Martor (und mit ihm sein Volk) sehr zu gefallen.
Nach "Engel der Finsternis" ein weiterer Top-Roman von Claudia Kern, für den es 14 Punkte gibt.

Guido Latz

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