Wieder
einmal braucht Chefinspektor Pierre Robin Hilfe von seinen Freunden
Zamorra und Nicole. Diesmal ist ein Neandertaler auf der Autobahn bei
Lyon aus dem Nichts aufgetaucht und hat den Kampf gegen seine Gegner
verloren.
Dieser kam von einer fremden Welt, auf der das "Hohe Volk" in einem
sehr hohen Turm lebt, zu dessen Füßen sich ein Stamm
niedergelassen hat, der dessen Bewohner als Götter verehrt.
Dort wurde einer der Intelligentesten, Cylas, dazu auserwählt,
auf den Turm zu steigen. Seine Götter erweisen sich jedoch als
falsche Götter, denn bereits kurz nach seinem Eindringen
fährt ein Stahlschloß um seinen Hals, das mit einer Kette
an ein den Turm durchziehendes Transportsystem angeschlossen ist.
Bei einer Zeitschau mittels MERLINS STERN am Unfallort werden Zamorra
und seine Kampfgefährtin in diese Welt hinübergezogen.
Während Nicole in der dem Turm umgebenden Ebene landet und von
den Eingeborenen zum Stamm gebracht wird, landet Zamorra im Turm, wo
er auf zwei Wesen stößt, die es ebenfalls in den Turm
verschlagen hat und mit denen er praktisch einen "Nichtangriffspakt"
schließt, um wieder aus dem Bauwerk hinauszukommen: Mehrfach
hatte er bereits mit dem Vampir Fu Long zu tun; bei dem anderen Wesen
handelt es sich um einen aufrecht gehenden, sprechenden Tiger namens
Kooranovian Sint Martor, Offizier der Streitkräfte von Cairs
Ablarn. Ein wahrer Menschenhasser, führt sein Volk doch seit
vielen Jahren Krieg gegen Menschen. Einem Menschen von Terra ist er
allerdings noch nie begegnet.
Sie begegnen einem Trupp Sklaven; bei dem folgenden Kampf stürzt
einer der Neandertaler aus dem Fenster, direkt vor den Opferblock,
auf dem Nicole hingerichtet werden sollte. Diese nutzt ihre Chance
und nimmt den einzig möglichen Fluchtweg: die Treppen den Turm
hinauf.
Spätestens der Sturz des Neandertalers alarmiert das "Hohe
Volk", dessen Mitglieder sich hinter einer undurchsichtigen Scheibe
verborgen halten. Schon seit langer Zeit setzten sie den Neandertaler
Farnod als Aufseher zwischen ihnen und den Arbeitern ein. Auch riefen
sie ihn stets, um ihm Instruktionen zu geben, die er auszuführen
hatte.
Die Maschinen sind hoffnungslos veraltet, und so rufen sie Cylas zu
sich, der unten im Dorf gerade das Rad erfunden hat, um ihn als
"Mechaniker" einzusetzen.
Nicole kann bei ihrem Eintreten der Falle der zuschnappenden
Halskette entgehen und sich frei durch die Gänge bewegen. Ihr
folgt die Wrishta, Cylas' Freundin, die sich nach dem Fenstersturz
des anderen ehemaligen Stammesmitglieds Sorgen um ihn macht.
Zamorra, Fu Long und Kooranovian Sint Martor arbeiten sich derweil
durch die Gänge und immer neu auftauchenden Fallen, die es zu
meistern gilt, wobei der Tiger eine beeindruckende Fähigkeit
offenbart: Er teilt ein Flammenmeer mit Schallwellen.
Dies wird von jenseits der undurchsichtigen Wand beobachtet.
Das "Hohe Volk" besteht nur noch aus einer Person, einem Wesen, das
die Neandertaler aus dem Dorf unterhalb des Turms durch ein Portal
schickt, weil diese von Magie angezogen werden, so wie sie vom Turm
angezogen wurden.
In den Gängen begegnen sich derweil Nicole und Wrishta. Nach
einem kurzen Kampf und einem "Gedankenaustausch" im wahrsten Sinne
des Wortes erklärt die Eingeborene, daß sie ihren Partner
riechen und Nicole auch zu Zamorra führen kann.
Derweil beschließen die drei anderen, ihre Kräfte zu
bündeln. Zamorra will dafür ein altes Ritual anwenden, bei
dem jedoch das Risiko besteht, daß am Ende Fu Long als
Schwarzmagier sein Leben verlieren könnte.
Cylas ist mit der Reparatur einer Maschine beauftragt, deren Sinn er
schnell erkennt: Sie soll töten. Während Farod nach dem
Aufleuchten eines Signals den Raum mit dieser Maschine
verläßt, bleibt der Mechaniker.
Und muß erkennen, daß das "Hohe Volk" in Wirklichkeit
einer aus seinem eigenen Volk ist, der einst in den Turm gerufen
wurde und später die Maschinen überwachen sollte, bis seine
Herren zurückkamen.
Dies geschah jedoch nie, und im Lauf der Zeit begann er, die
Geräte zu nutzen.
So wie jetzt, als er auch die Fähigkeiten Zamorras erkennt. Er
läßt sich an die Maschine anschließen, um den dreien
ihre Kräfte zu rauben.
Diese haben ihre Kräfte gebündelt, und zunächst
scheint es so, als könnten die drei den Kampf verlieren. Doch
Cylas stellt die Maschine anders ein, so daß er selber das
Opfer wird.
Im letzten Moment werden Nicole und Zamorra zurück zur Erde
geschickt...
Auf Anhieb fallen mir drei Filme bzw. Serien ein, die Assoziationen
beim Lesen weckten. Die Maschine erinnerte mich an die aus der
"SG-1"-Episode 2, "The Gamekeeper"; auf die Ähnlichkeit zu den
Tricks des "Hohen Volkes" wie bei "Wizard Of Oz" ging Claudia Kern
bereits selber im Roman ein. Aber auch die Beschreibung der Ebene, in
der die Neandertaler leben, erinnerte mich an eine Filmszene: die
Traumsequenzen in "Gladiator".
Gewisse Wiedererkennungsmomente gibt es also, "mehr" aber nicht, kein
Kopieren von Filmszenen.
Neue, überaus faszinierende Figuren baut Claudia Kern immer
wieder gerne ein, und so weiß auch Kooranovian Sint Martor (und
mit ihm sein Volk) sehr zu gefallen.
Nach "Engel der Finsternis" ein weiterer Top-Roman von Claudia Kern,
für den es 14 Punkte gibt.