Zum
Inhalt:
Per Zufall gerät der kleine Grünling in ein Raumschiff, das
den Planeten Erde erkunden soll. Dieses stürzt ab, und der
Kleine wird nunmehr gejagt. Dabei trifft er auf die Kellnerin
Julienne...
Nun gut, zugegeben, das Ganze klingt nicht besonders aufregend - und
vor allem alles andere als originell...
Der Simpsons-Zeichner Bill Morrison hat hier seine Version des
Roswell-Zwischenfalls zu Papier gebracht, und dabei handelt es sich
um eine humoristische.
M.W. hat Dino bisher noch um keine Serie so einen Wirbel gemacht wie
um diese. Hier werden Leseproben in andere Serien eingelegt und das
ganze Teil als absolut hypergigantisch verkauft.
M.E. ist dies jedoch eher ein Etikettenschwindel. Denn "Roswell"
erweist sich zumindest in der ersten Ausgabe als zwar
vergnüglich, jedoch keineswegs als der absolute Renner, zu dem
es hochgejubelt wird.
Dies mag zwar an der Übersetzung liegen (ich habe so den
Eindruck, daß hier mehr als nur ein Gag pro Bild
verlorengegangen ist), doch bietet das Heft bestenfalls ein
durchschnittliches Unterhaltungspotential. Manche Gags wirken flach,
andere sind erst gar nicht vorhanden, und nur wenige sind
überhaupt bemerkbar. Den Wortwitz, der die Serie laut Dino
auszeichnen soll, sucht man über weite Strecken jedenfalls
vergebens.
Und auch zeichnerisch bietet "Roswell" eigentlich nichts aufregendes.
Stilistisch merkt man dem Zeichner die Simpsons-Herkunft an. Nicht,
daß diese unbedingt schlecht wäre, doch ist dieser
Zeichenstil doch eher konventionell und wenig aufregend. Vor allem,
da Morrison seine Darstellung der Figuren dann doch eher an
konservative Darstellungen anlehnt. Von Glubschaugen und
Überbiß ist hier keine Spur zu sehen. Zusammen mit der
eher harmlosen Story ergibt sich hier ein halbwegs amüsanter
Comic, der jedoch Meilen von dem entfernt ist, was Dino dem Leser
vorgaukeln will. Konsequenterweise hat man dann ja auch eine der
besten Stellen für das Preview innerhalb der anderen Comics
verwendet. Hier wußte der Verantwortliche wohl recht gut, was
er tat...
Vielleicht ändert sich an dieser Sache noch etwas, wenn die
nächsten Ausgaben der Serie erscheinen. Doch der erste Eindruck,
der meistens der bleibende ist, ist recht mittelmäßig.
Schade eigentlich, denn daß man aus dem abgelutschten Thema
"Roswell" auch etwas zumindest halbwegs Interessantes machen kann,
zeigt z.Zt. im Fernsehen Super RTL mit der Serie "Roswell
Conspiracies", die zwar auch nicht das Gelbe vom Ei ist, diesen Comic
jedoch locker übertrifft...
Fazit:
Eher lahm kommt diese "Roswell"-Variante daher. Es drängt sich
der Eindruck auf, daß viel vom Wortwitz des Originals in der
Übersetzung verlorengegangen ist. Das Potential ist dabei
durchaus erkennbar - doch leider wird es ist diesem ersten Band nur
bedingt genutzt. Es bleibt die Hoffnung auf die weiteren Hefte - und
das Urteil für das erste: Halbwegs vergnüglich - aber auch
nicht mehr.
7 Punkte