Robert Rankin:

"Armageddon - Das Musical"

(Armageddon-Zyklus - Band 1)
OT: Armageddon - The Musical
Ü: Axel Merz
GB 1990
(410 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 24278, ISBN 3-453-24278-5, DM 14,90)
- erschienen: September 2000 -

Das Leben auf der nach dem dritten Weltkrieg verwüsteten Erde ist nicht leicht. Jedenfalls nicht für Rex Mundi. Man kann sich zwar das Leben verschönern, wenn man unentwegt fernsieht, aber das füllt Rex schon seit langem nicht mehr aus.
Und auch auf dem Planeten Phnaarg ist die Stimmung alles andere als ausgelassen. Schließlich sind die Quoten für die Soapopera "Die Erdlinge" so mies wie seit Jahren nicht mehr. Da hat der Produzent eine Idee: Wenn man Elvis überreden könnte, seinen Wehrdienst nicht anzutreten, würde der letzte Weltkrieg nicht stattgefunden haben. Folglich würden die Quoten wieder steigen. Dumm ist nur, daß die Reise mit dem Zeitkohl in die Vergangenheit den Zeitreisenden in den Wahnsinn treiben wird. Also greifen sich die Produzenten den überflüssigsten Menschen des Senders und schicken ihn auf die Reise ohne Wiederkehr.
Unterdessen hat Roi Arbeit beim Dalai Dan gefunden, der einen der drei Fernsehsender leitet. Sozusagen als mobiles Eingreifkommando soll er die Feinde des Dalai ausfindig machen. Zufällig gerät er dabei an Elvis, der mit Hilfe des Zeitreisekohls in die Zukunft gelangt ist. Elvis seinerseits hält den Dalai Dan für den Teufel in Person und entwickelt einen Plan, um ihn zu vernichten.
Zu allem Übel hat sich in den Datenbanken der Phnaargs ein Virus ausgebreitet, das kontinuierlich das Archiv des Senders löscht. Die Produzenten ahnen, daß etwas schiefgelaufen ist. So hecken sie einen Plan aus, die Soapopera zu einem gloriosen Ende zu führen - sie produzieren Armageddon, das Musical.....

Haben wir nicht alle schon mal gedacht, daß wir eigentlich nur Darsteller in einer gigantischen Show sind? Robert Rankin greift diesen Gedanken auf. In seinem Roman ist das Leben auf der Erde ist nichts weiter als eine Soapopera für die außerirdischen Phnaargs. Wobei das noch nicht mal die eigentliche Pointe ist.
Rankin entwirft eine überraschende Handlung, die Haken schlägt, und eigentlich weiß der Leser nie so recht, was ihn auf der nächsten Seite erwartet. Sein Held Rex stolpert von einer bizarren Situation in die nächste. Nebenbei verteilt der Autor geschickt Seitenhiebe auf die Welt der Medien, der Religion - und selbst Gott wird nicht von ihm verschont.
Rankin fackelt geradezu ein Feuerwerk von Gags und Pointen ab; der Rezensent hat sich an manchen Stellen gekringelt vor Lachen. Allerdings ist Rankin nicht so sehr darauf aus, den Leser dezent zum Nachdenken zu bringen. Seine Geschichte soll einfach nur unterhalten. Und das macht sie hervorragend.

Fazit:
Witzig unterhaltende SF. Pratchett-Fans werden ihren Spaß damit haben. (* Nicht nur die, möchte ich wetten! Heike)
13 Punkte

Christian Spließ


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