Zum
Inhalt:
Dem Team um den Physiker Pier Cyynt gelingt es, Elementarteilchen
durch Beschuß in die Vergangenheit zu versetzen. Nach diesem
Erfolg gönnt sich Pier einen ausgedehnten Urlaub, und da er bei
einer Besprechung die Biologin Magna kennengelernt hat,
beschließt er, diesen auf Titan zu verbringen, wo Magna ihre
Forschungen durchführt. Die Biologin stößt
schließlich zum Team, als sie vorschlägt, die Versuche auf
größere Objekte auszudehnen. Doch sie schleppt ein
Gespenst aus ihrer Vergangenheit mit sich herum...
Immerhin: "future save" basiert auf einer recht interessanten
Grundidee, die durchaus ausbauwürdig ist - denn auf den
vorliegenden 104 Seiten gelingt es dem Autor kaum, diese dem Leser
auch wirklich näherzubringen.
Die Handlung wirkt abgehackt und kann nur in seltenen Augenblicken
wirklich überzeugen. Vielzuviel geschieht viel zu schnell und
wird nicht entsprechend geschildert. Zwar kann man dem Autor eine
deutliche stilistische Entwicklung seit der Kurzgeschichte "Der Kampf
um den Mind-Chip" anmerken, doch sind auch hier noch starke
Schwächen in der Handlungsführung vorhanden. So widmet der
Autor rund die Hälfte des Romans dem Urlaub Pier Cyynts,
übergeht die wissenschaftlichen Forschungen jedoch teilweise mit
einzelnen kurzen Sätzen.
Gerade dies ist eigentlich schade, denn in diesen Teilen stecken noch
die besten und faszinierendsten Ideen des Romans (besonders die Art
der Unveränderlichkeit der Vergangenheit und die Idee, mit der
die Zeitsprünge hervorgerufen werden, haben es mir hier angetan
- auch wenn diese teilweise nicht wirklich neu sind - etwas mehr
Beschreibung in diesem Teil wäre sicherlich nicht falsch
gewesen...), hier zeigt der Autor seine größten
Stärken. Eine entsprechende umfangsmäßige
Würdigung dieser Stellen wäre sicherlich angebracht
gewesen.
Ebenso wie man den kompletten Roman sicherlich problemlos auf drei-
oder vierhundert Seiten hätte ausdehnen können - einfach
nur, indem man an manchen Stellen etwas ausführlicher zu Werke
geht und vor allem eine ausgeprägtere Charakterisierung der
agierenden Figuren vornimmt. Denn hier steckt der wohl
größte Schwachpunkt dieses Romans.
Man merkt deutlich, daß der Autor mehr mit technischen Texten
als mit Prosa arbeitet - denn als technischer Text kann dies
problemlos durchgehen. Bei einem Roman sollte man jedoch den Leser
auch mit stilistischen Mitteln fesseln, sonst wird dieser den Roman
schnell gelangweilt zur Seite legen.
Noch eine Anmerkung: Der recht happige Preis der Novelle (ein Roman
ist es sicherlich vom Umfang her noch nicht...) resultiert wieder
einmal größtenteils aus der Preisgestaltung von bod.
Solange sich hier nichts ändert, werden die auf diese Art
hergestellten Bücher sicherlich nicht zu Verkaufsrennern
werden.
Fazit:
Ein Roman mit einer recht interessanten Grundhandlung, der sich
stilistisch jedoch etwa gerade mal auf dem Niveau der 50er
Jahre-Heftchen-SF bewegt. Allerdings ist die stilistische Entwicklung
seit der Erzählung "Der Kampf um den Mind-Chip" deutlich
sichtbar. Aus diesem Autor könnte wirklich noch etwas werden -
denn Talent ist bei Michael Fritzsche unzweifelhaft vorhanden.
4 Punkte.
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