Emroc, der
Sklavenhändler, ist mit seiner Karawane auf dem Weg nach
Plymouth. Bald dringen schlechte Nachrichten an seine Ohren: Offenbar
ist die Stammesfehde zwischen den Walac und den Estaru neu entflammt,
die geplante Route somit nicht begehbar.
Allerdings - die Route an der Küste entlang ist auch nicht
besser, treiben doch dort die grauenvollen Fishmanta'kan ihr Unwesen.
Doch Emroc möchte nicht zwischen die Walac und Estaru geraten.
So wählt er den Weg die Küste entlang.
Eine Entscheidung, die unter den Gefangenen Furcht und Schrecken
auslöst. Und bald darauf sollen sich die Schauergeschichten, die
Matt und Aruula von den anderen hören, bestätigen: Zuerst
sind es nur seltsam bemalte Totenschädel, offenbar deutliche
Warnungen, das Gebiet schleunigst zu verlassen. Am Abend darauf
jedoch verschwinden mehrere Sklaven zunächst spurlos.
In der folgenden Nacht versuchen Crane und eine der Taratzen die
Flucht. Es gelingt ihnen zwar, doch die Wächter hetzen ihnen
nach. Kurze Zeit später werden grauenhaft zerstückelte
Leichen gefunden; offenbar hat man ihnen das Herz herausgerissen.
Panik breitet sich unter den Gefangenen aus.
Matt und Aruula entschließen sich trotz der seltsamen
Geschehnisse zur Flucht. Der Wulfane Arzak, die Taratzen Chip und
Dale (* Aaaarrrgh! Heike) sowie Grath und Nerk stoßen zu
ihnen. Nachdem die Taratzen die Fesseln durchgebissen haben,
täuscht Matt einen Angriff der Fishmanta'kan vor. Es gelingt
ihnen, sich ins Unterholz zu schlagen.
Bald bemerken die Fliehenden, daß sie verfolgt werden. Nachdem
Nerk und Dale spurlos verschwunden sind, wächst die
Nervosität der Gruppe.
Kurz darauf stehen sie tatsächlich den Fishmanta'kan
gegenüber - und Matt wird durch einen Pfeil betäubt und von
ihnen verschleppt. Aruula und die anderen können ihnen
entkommen. Am nächsten Tag machen sie sich auf, um Matt zu
suchen. Aruula empfängt keine geistigen Signale mehr von ihm,
und als sie an die Stelle kommen, an der die Fishmanta'kan sie
angegriffen haben, deutet sie die Spuren falsch und hält Matt
für tot. Als Grath versucht, Aruula von einer Klippe zu
stoßen, greift Arzak ein, und Grath stürzt selbst die
Klippe hinunter.
Matt jedoch erwacht in einer Unterwasserstation und erfährt von
dem alten Wissenschaftler Quart'ol, daß die Hydriten, wie sich
selbst nennen, die Sklaven eigentlich gerettet haben. Jemand anders
hat die unmenschlichen Morde begangen. Matt erfährt weiterhin:
Die Hydriten leben seit Jahrhunderten Seite an Seite mit den
Menschen, haben aber bislang keinen Kontakt zu ihnen gesucht. Damit
das Geheimnis des Verstecks gewahrt bleibt, darf keiner der Menschen
die Station mehr verlassen.
Grath hat den Sturz überlebt und bekommt mit, wie die
Fishmanta'kan aus einer Höhle an die Oberfläche kommen.
Eine Neuigkeit, die er Emroc mitteilt - als Gegenleistung fordert
Grath die Freiheit. Emroc willigt in den Handel ein.
Arzak wird durch eine mörderische Falle getötet. Crane
taucht aus dem Dickicht auf, und Aruula erkennt, daß Crane die
Morde begangen hat. Fast gelingt es ihm, Aruula zu ermorden. Doch die
Fishmanta'kan kommen gerade rechtzeitig, um Aruula zu befreien.
Crane, dem die Fischmenschen gewaltige Angst einjagen, richtet sich
selbst blutig zugrunde. (Drama? Aber sicher. ;-))
Die Fischmenschen bringen Aruula in die Unterwasserstation;
freudestrahlend nimmt Matt sie in die Arme. Quart'ol faßt
allmählich Vertrauen zu Matt. Gemeinsam mit ihm will er einen
Kontaktversuch wagen. Als sie an die Oberfläche kommen, laufen
sie Emrocs Waffen direkt in die Arme. Quart'ol wird von ihnen
getötet. Der Zugang zur Station jedoch ist Emroc versperrt - und
Aruula und Matt sind erneut seine Gefangenen.
Wer den ersten Teil des Romans durchgelesen hat, kann sich des
heimlichen Gefühls nicht erwehren, daß er die Handlung
irgendwo schon mal gesehen oder gelesen hat. Hmm, eine Gruppe wird im
Urwald von jemanden gejagt, der sie der Reihe nach ins Jenseits
befördert - richtig, das kann nur "Predator" sein.
Daß Parrish sich hier von diesem Film inspirieren ließ,
merkt man als Leser deutlich. Was ja an sich nichts Schlechtes ist.
Und die Art, wie Parrish in gekonnter Art und Weise eine
Atmosphäre des Grauens aufbaut, läßt durchaus
Spannung aufkommen. Zuerst sind es, wie beim "Blair Witch Projekt",
nur Zeichen und Symbole, danach jedoch steigert er die
Atmosphäre gekonnt, bis sie schließlich mit den Funden der
Leichen und der Flucht Cranes ihren Höhepunkt erreicht.
Bis hierhin liefert Parrish gewohnt routinierte Action. Dann jedoch
schägt die Handlung um - und dieser Wechsel paßt nicht so
recht zum ersten Teil des Romans.
Parrish versucht hier, eine philosophische, ruhige Stimmung aufkommen
zu lassen und dennoch die actionreiche Handlung des ersten Teils
fortzuführen - und das geht leider schief. Es gelingt Parrish
nicht, die beiden Ebenen sinnvoll zusammenzubringen. So schleppt sich
der zweite Teil des Romans dahin - und bekommt durch das
überraschende Ende dann doch wieder Pfiff. Schließlich hat
der Rezensent ja vermutet, daß Matt und Aruula wirklich frei
sind. Doch weit gefehlt - sie geraten wieder in die Hände von
Emroc. Jetzt steht also die große Überfahrt nach Amerika
an - und nachdem mehrere Aruula-Soloabenteuer angekündigt
wurden, kann man ahnen, daß Matt nicht zusammen mit Aruula
verkauft werden wird.
Interessant ist jedoch die Tatsache, daß Quart'ol - hmm, eine
Quartole ist ein in der Musik gebräuchlicher Ausdruck, hat sich
da Parrish inspirieren lassen? - bemerkt, daß die Fischmenschen
schon seit den Zeiten der Alten auf der Erde leben. Lovecraftkenner
horchen da natürlich sofort auf und müssen an die Tiefen
denken sowie an den Fischgott Dagon. Die Beschreibungen der
Fishmanta'kan würden ungefähr passen...
Kurze Notiz noch am Rande: Laut dem Roman "Sklavenspiel" nennt Matt
die Taratzen nach Figuren von Walt Disney - wobei bei der
Disney-Serie "Rettungstruppe" (Rescue Rangers) die beiden Chipmunks
Chip und Chap heißen, aber vielleicht hat Disney die Namen
geändert. (* Du bist zu jung! Schau dir mal ältere
Disney-Zeichentrickfilme an. Speziell einen, wo die beiden
Streifenhörnchen sich verlieben - da heißen sie sogar im
Deutschen Chip und Dale, und geschrieben wurde das im Englischen,
wenn ich mich recht entsinne, IMMER Chip 'n' Dale... Voila!
Heike) Wenn man allerdings die beiden Namen nach amerikanischer
Art mit einem "n" in der Mitte schreibt, kommt Chip 'n' Dale dabei
heraus. Man lasse sich den Namen mal auf der Zunge zergehen - und
wird entweder an einen gewissen Chippendale erinnert, bekannt
für kostbare Stühle, oder an eine gewisse Manstripband. ;-)
(* Pfergel, Du! ;-) Streifenhörnchen sind Nagetiere, und
woraus bestehen diese kostbaren Stühle nun mal? Na, aus Holz!
Die Strippertruppe dürfte es zu Zeiten Disneys auch noch nicht
gegeben haben... Heike)
Fazit:
Bietet die erste Hälfte des Romans noch solide
Actionunterhaltung, fällt der zweite Teil doch etwas ab.
7 Punkte