Drei Tage
hat die SOL Zeit, über den Dom in der Nacht den Heimweg in die
18 Mio. Jahre entfernte Gegenwart anzutreten. Dabei wissen die
Zeit-Reisenden ganz genau, was sie erwartet: Mundänen-Krieger in
nicht abschätzbarer Anzahl.
Dennoch hat man keine Wahl, und so tritt man vorsichtig den Heimweg
an. Den Tunnel zurück zur Auroch-Maxo-Dunkelwolke übersteht
man dann auch noch ganz gut, aber hinter dem Ausgang warten auch
schon die Mundänen, die die SOL ohne Zögern unter Feuer
nehmen.
Die Rettung kommt in Form einer Inzaila Onda. Sie ist von einer Aura
des Friedens umgeben, in der anscheinend kein Lebewesen zu
kämpfen imstande ist. In diesem Windschatten flieht die SOL aus
den Resten der Dunkelwolke, hat dabei aber schon große
Schwierigkeiten, da die Inzaila ein flottes Tempo an den Tag
legt.
Auf der anderen Seite erhalten die Flüchtlinge hierdurch die
nötige Endgeschwindigkeit, um später schnell in den
Hyperraum zu gelangen, bevor sie zum Opfer der Mundänen
werden.
31 Stunden vor Ablauf der Zeit gelangt die SOL in Ortungsreichweite
der Nacht. Hier wird die Wachflotte der Mundänen entdeckt, die
eine Stärke von 10.000 Einheiten hat. Hier durchzubrechen,
erscheint ausweglos, also entscheidet man sich zu einem Notfall-Plan.
Man fliegt einen nahegelegenen Stützpunkt der Mundänen an
und ballert drauflos, was das Zeug hält. Die Verteidiger wissen
gar nicht, wie ihnen geschieht, und fangen an, wie wild um Hilfe zu
rufen. Der Kommandant der Wachflotte hat natürlich nichts
anderes zu tun, als mit dem größten Teil seiner Flotte dem
Ruf nachzueilen, sieht er doch das goldene Schiff vor Augen, das ihm
eine sichere Beförderung einbringen wird. Als er jedoch am Ort
des Geschehens eintrifft ist, sein "Opfer" schon wieder weg.
Die SOL taucht an einem fein berechneten Punkt in den Normalraum
zurück und ist in der Nacht verschwunden, bevor die
Mundänen sich auf sie einschießen können.
In der Nacht werden Atlan und seine Gefährten vor eine extreme
Situation gestellt. Seit geraumer Zeit hat die Nacht begonnen, sich
zu verkleinern, und ihre Bewohner haben das Ende ihrer Existenz vor
Augen. Die Mom'Serimer haben sich in Anbetracht dessen in zwei Lager
gespalten: die Optimisten, die an die Rettung durch ESTARTU glauben,
und ihnen gegenüber die Zyniker, die glauben, daß ESTARTU
sie verlassen hat und ihre weitere Existenz keinen Sinn mehr macht.
Aufgrund dessen wollen sie die lebenserhaltenden Systeme abschalten.
Als die SOL erscheint, ist dieser Machtkampf auf dem Höhepunkt.
Jedoch sind die Optimisten durch die Informationen von Atlan am
Ende.
Atlan bietet allen Mom'Serimern an, an Bord des
Generationenraumschiffes in die Gegenwart zu fliehen. Es machen
jedoch nur knapp 100.000 Flüchtlinge von dieser Gelegenheit
Gebrauch. Der Rest harrt an Ort und Stelle auf das nahe Ende.
Während sich die SOL also auf die Reise durch den Dom macht,
beobachtet der mundänische Heerführer Shriftenz die
Situation. Im ersten Moment sah es noch danach aus, daß seine
Karriere an einem kritischen Punkt angelangt war, nachdem er es war,
der das goldenen Schiff entkommen ließ, doch nun beobachtet er,
wie sich die Nacht in einem gigantischen Inferno vernichtet. Und er
ist es, daß die endgültige Vernichtung ESTARTUs an sein
Oberkommando melden darf!
Für Atlan und seine Gefährten verläuft dieser
Augenblick nicht ganz so angenehm, denn wie jeder an Bord der SOL
mitbekommt, läuft auf der Reise irgend etwas verdammt
schief...
Die Odyssee der SOL ist noch nicht zu Ende. Zwar hat sie nun
endgültig das Ende ihrer kosmischen Bestimmung erlangt und darf
eigentlich nach Hause reisen, aber Odysseus hat nach dem Krieg gegen
Troja auch noch eine ganze Weile gebraucht, bis er endlich daheim
war. (* Laß mich raten: Odysseus hatte keinen Navigator?
Oder zumindest keinen besonders guten? >;-) Heike) Nach dem
Ende dieses Romans darf also bezweifelt werden, daß die SOL
wirklich auf der Gegenseite in DaGlausch erscheinen und dann den Weg
in die heimatliche Milchstraße antreten können wird.
Im großen hat mir der Rahmen der SOL-Ebene besser gefallen als
derjenige der Milchstraßenhandlung (mal von ihrem Ende
abgesehen), deswegen wäre es eigentlich zu wünschen,
daß hier noch ein paar Episoden anfallen, bis Atlan wieder die
Milchstraße erreicht.
Hier darf ja erwartet werden, daß der kosmische Rahmen in
Zukunft etwas stärker vertreten werden wird. Morkheros Herkunft
wird hier ihren Einfluß wohl kaum verwehren. Es ist aber genau
jener kosmische Rahmen, der im vorliegenden Band kaum vorhanden ist
und dessen Gegensatz zu seinem Vorgänger damit wohl kaum
extremer sein könnte. Genau deswegen ist er aber auch recht
angenehm zu lesen, denn wenigstens hat er kaum größere
Enttäuschungen zu enthüllen. Vielmehr kann am Ende jeder
der Beteiligten sagen, daß er seinen eigenen kleinen Triumph
erhalten hat: Die SOL macht sich endlich auf den Heimweg, die
Mom'Serimer sind entweder an Bord oder erwarten ihr Schicksal, und
die Mundänen sind die verhaßte ESTARTU endlich los.
Das sind dann aber auch schon die Höhepunkte des Romans, der
für sich gesehen nicht viel besonders bietet, außer
daß er halt alles aufräumen darf, was auf dieser Ebene
noch übriggeblieben ist.
Die eigentliche Handlung bleibt im großen und ganzen recht
spannungsfrei. Die Anspannung an Bord der SOL ist den Charakteren
nicht besonders gut abzunehmen. Die große Gefahr durch die
Mundänen wird recht kurz und schmerzlos abgehandelt, und auch
der "kleine" Trick zum Erreichen der Nacht ist zwar ganz nett, aber
wenig spektakulär. Aber wenigstens hat man sich diesmal eine
halbwegs brauchbare Lösung einfallen lassen, indem man die
Schiffe der Mundänen von ihrem Ziel weggelockt hat.
Dazu paßt die Situation in der Nacht recht gut. Irgendwie fragt
man sich manchmal, worüber die sich eigentlich so den Kopf
zerbrechen. Den Großteil der Bevölkerung scheint die
Entwicklung kaum zu interessieren. Dargestellt werden nur die
politisch aktiven Querköpfe, die sich langsam, aber sicher, in
einen Terrorismus hineinsteigern. Auf dieser Ebene hätte man
sich besser auf eine atmosphärische Schilderung verlassen; statt
dessen artet sie am Ende noch in eine
Terroristen/Verschwörungs-Geschichte, und das paßt
für mich eher weniger zur Situation.
Am Ende weiß man dann nicht so richtig, was eigentlich
geschieht und was in den Mom'Serimern vorgeht, und so war ich
für meinen Teil doch sehr überrascht, als "nur" 95.000
Bewohner der Nacht die Flucht vor dem Tod antreten.
Fazit:
Alles nicht schlecht, aber auch nicht gut.
Dennoch bleibt die fehlende Spektakularität eine wahre Wohltat
im Gegensatz zum Vorgänger.
7 Punkte
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Nachdem ja bereits im letzten Band so ziemlich alles
Wichtige dieser Handlungsebene erledigt wurde, geht es in
diesem Roman nun "nur" noch darum, die SOL zurück in
die NACHT und von dort in die eigene Zeit zu bringen. Um
dies zu erreichen, muß man an einer Horde
Mundänen vorbei - aber dafür hat man ja eine
zufälligerweise des Weges kommende Inzaila Onda, die
die Mundänen befriedet... |
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Die eigentliche Mission der SOL ist abgeschlossen. Damit
geht es letztlich nur noch darum, das Schiff in die NACHT
zurückzubringen, von wo aus der Rücksprung in die
Relativ-Gegenwart erfolgen soll. Obwohl das Schiff wieder
einmal (künstlich) unter großem Zeitdruck
operiert, vermag keine richtige Spannung aufzukommen.
Schließlich hat man letztlich am Ende des Heftes noch
ein Drittel dieser Frist übrig. |