William
de Worde hat es als Schreiber in Ankh-Morpork zwar nicht gerade zu
Reichtum und Ansehen gebracht. Durch die monatlichen Newsletter
jedoch, in denen er für die Könige der ferneren
Königreiche von den Neuigkeiten berichtet, die in der Stadt
passiert sind, hat er ein hübsches Zubrot.
Durch einen unglücklichen Zufall gerät er unter eine
Druckerpresse, die von Zwergen in die Stadt eingeschmuggelt wurde.
Das Drucken mit beweglichen Lettern ist den Gilden und auch dem
Patrizier etwas suspekt - schließlich weiß man ja nicht,
ob die Lettern sich an die gedruckten Werke erinnern können.
William ist von dem technischen Fortschritt jedoch
außerordentlich fasziniert.
Mr. Tulip und Mr. Pin indes haben andere Sorgen. Eine Menge
sogenannter besorgter Bürger - sprich: etliche Verschwörer
- möchte Vetinari aus dem Amt drängen. Dazu sind Mr. Tulip
und Mr. Pin angeheuert worden, denn die Assassinen sollen nicht in
die Sache verwickelt werden.
Nachdem Lord Vetinari die Druckerpresse offiziell erlaubt hat, schart
William nach und nach eine Mitarbeiterschar um sich, und ehe er sich
versieht, ist er der Herausgeber der "Ankh Morporkh Times". Worauf
die Gilde der Engravers prompt ein Konkurrenzprodukt auf den Markt
wirft. Das "Inquierer" im Namen läßt schon ahnen,
daß diese alles andere als seriös ist. Doch William gibt
nicht auf, auch nicht, als die Gilde sämtliches Papier der Stadt
aufkauft. Gegen alle Widerstände hält er die "Times" am
Laufen.
Als Lord Vetinari des Mordes bezichtigt wird - die Beweise sprechen
in der Tat gegen ihn - erregt das sowohl die Aufmerksamkeit der Wache
als auch die von William. Sowohl Vimes als auch William merken bald,
daß etwas faul an dieser Sache ist. Wuffel, der Terrier des
Patriziers, könnte vielleicht Aufschluß über die Tat
geben, doch der Terrier ist verschwunden. Und nicht nur William und
Vimes sind auf der Suche nach ihm; auch Tulip und Pin versuchen
alles, um den Hund in ihre Hände zu bekommen.
Erst als sich Gaspode, der Wunderhund, in die Jagd einschaltet,
scheint die Lösung des Rätsels nahe. Doch William ahnt noch
nicht, daß er am Ende zwar die Wahrheit finden wird, doch diese
alles andere als angenehm ist...
Gegenüber
dem "Fünften Elefanten" ist dieser Pratchett-Roman wieder etwas
leichter - jedenfalls zu Beginn. Wenn der Roman sein furioses Finale
erreicht, ist diese Leichtigkeit verflogen, und ein tiefer Ernst hat
sich über die Szenen gelegt.
In gewohnter Manier erzählt Pratchett zu Beginn zwei Handlungen,
die erst in der Mitte des Romanes zusammenlaufen. Besondere
Aufmerksamkeit widmet er diesmal der Gruppe um Foul Old Ron, zu der
sich diesmal auch der sprechende Hund Gaspode gesellt hat. Sicher
spielen auch Vimes und die Wache eine Rolle; der eigentliche Held des
Romans jedoch ist ohne Zweifel William. Er stößt nur
zufällig mit den Zwergen zusammen - und genauso zufällig
kommt anschließend eins zum anderen. Wobei William am Ende des
Romans erkennt, daß er die ganze Zeit nach etwas wie der
"Times" gesucht hat, nach etwas, das seinem Leben Sinn gibt. Deswegen
nimmt er den Kampf gegen die Engravers-Guilde und gegen alle anderen
Widerstände auf.
Natürlich hat Pratchett auch in diesen Roman wieder Gags und
Anspielungen eingestreut, die sich im Gegensatz zu "Heiße
Hüpfer" harmonisch in die Handlung eingliedern. Bei Namen wie
Worde und Boddony wird der Benutzer eines gewissen Schreibprogramms
hellhörig. Natürlich muß man wissen, daß der
"National Inquirer" in den Staaten eine sehr reißerisch
aufgemachte Boulevardzeitung ist, und wenn Gaspode sich William
gegenüber als "Deep Bone" ausgibt und sich auch wie sein Vorbild
verhält, werden Akte-X-Fans leicht schmunzeln.
Besonders amüsant sind jedoch die Szenen um Mr. Tulip und Mr.
Pin. Vielleicht hätten sie besser das Traktat "Willkommningt in
Ankh-Morporkh" lesen sollen - vielleicht hätten sie dann
gewußt, daß die Stadt durchaus ihre Besonderheiten
hat.
Fazit:
Wie gewohnt bietet Pratchett einen Witz aus Komik und Weisheit dar,
mit allen gewohnten Attributen, die die Fans an seinen Romanen
lieben. Auch der ideale Einstiegsband für diejenigen, die bisher
keinen Pratchett-Roman gelesen haben.
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