R.A. Salvatore:

"Die Abtrünnigen"

(Das Erbe der Jedi-Ritter 1)
   (448 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 35414, ISBN 3-442-35414-5, DM 15,-)
   - erschienen: November 2000 -

Die Neue Republik steht mal wieder kurz vor einem Bürgerkrieg. An vielen Stellen brodeln die Konflikte, und der neue Präsident scheint sich mehr um seine eigenen Interessen zu kümmern als um den Zustand seines Staates.
   In diplomatischer Mission jagt Leia Organa-Solo hinter dem Aufrührer Nom Anor hinter her, der eine Kampagne gegen Technik und vor allem gegen die Jedi-Ritter führt.
   Unterdessen macht sich in den Randbereichen der Galaxis eine ganz andere Gefahr breit. Eine Forschungsstation beobachtet, wie ein großes steinernes Gebilde in die Galaxis eindringt. Eine Sensation scheint greifbar nahe, denn noch nie ist wirklich etwas von "Außen" in das heimatliche Sternensystem eingedrungen. Doch der "Reisende" birgt eine Gefahr ungeahnten Ausmaßes, die bald über die friedlichen Forscher hereinbrechen wird.
  
   Direkt am Anfang als Warnung: Dieser Roman eignet sich exakt für zwei Gruppen:
   A: für Star Wars Hardcore-Fans, die unbedingt alles von Star Wars haben müssen
   B: für Salvatore-Fans, die unbedingt alles von Salvatore haben müssen
   Für ALLE anderen ist dieser Roman definitiv NICHTS! Finger weg - nicht kaufen, nicht einmal daran denken!
   Dieser Roman glänzt vor allem durch die fast absolute Abwesenheit von Spannung und die allmächtige Gegenwart gähnender Langeweile. Wie schon in seinem Dämonendämmerung-Zyklus schreibt der Autor viele Worte um wenig bis keinen Inhalt herum. So etwas wie eine anständige Darstellung der Charaktere ist nicht vorhanden, bzw. Salvatore zeigt sich bemerkenswert unfähig, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen. Und dabei hätte sich gerade hier eine Menge Potential ergeben. Es fällt Salvatore nämlich zu, einen der größten Charaktere ins Jenseits zu befördern, den Star Wars besessen hat: Chewbacca. Die daraus entstehenden Konsequenzen werden in so wenigen Zeilen abgehandelt, daß man sie auch genausogut hätte weglassen können.
   Im Vorwort dankt der Autor den Leuten, die ihm geholfen haben, sich in Han Solo hineinzuversetzen. Dann möchte ich das Innenleben von Herrn Salvatore wirklich nicht kennen. Denn von einem Innenleben der Charaktere kann in keinster Weise gesprochen werden.
   Statt dessen gibt es einmal mehr die üblichen Kämpfe und Action-Sequenzen. Die bringt der Autor zwar routiniert rüber, aber das täuscht nicht darüber hinweg, daß auch hier alles mehr oder minder unspektakulär bleibt - ob hier nun Raumschiffe aufeinandertreffen oder Menschen gegen Fantasy-Wesen kämpfen. Ich kann dem Werk dieses Schriftstellers absolut nichts mehr abgewinnen.
  
   Fazit:
   Langweilig, oberflächlich, überflüssig.
   Es gibt wirklich nur eine Sache in diesem Buch, die man als Star Wars-Fan wissen muß: Chewbacca stirbt! So, und nun gibt es wirklich keinen Grund mehr, sich dieses Buch zu kaufen.
   0 Punkte

Alexander Haas


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