1)
Kartenhaus
Jahrhundertelang haben die Danteri die Xenexianer
unterdrückt. Als sich diese unter der Führung des jungen
M'k'n'zy erheben, schaltet sich die Föderation ein. Kurz zuvor
hat M'k'n'zy in der Ödnis seines Planeten mehrere Visionen
gehabt - darunter eine, die ihm als kahlköpfiger Mann in einer
seltsamen Uniform erschien. Seine Überraschung ist groß,
als dieser Mann als Abgesandter der Föderation vor ihm steht. Es
ist Picard, der die Stargoozer befehligt.
Auf Thallion führt die Halbvulkanierin Soleta
Untersuchungen durch. Sie wird von den Thalloniern geschnappt, und
nur durch Spocks Hilfe kann sie entkommen. Dabei lernen beide den
Fürsten Si Cwan kennen.
Etliche Jahre später hat M'k'n'zy eine blendende
Karriere bei Starfleet hinter sich. Doch nachdem sein Schiff, die
Grissom, unter seinem Kommando zerstört wurde, setzt die
Föderation ihn eher als Undercoveragent ein. Nachdem das
thallonische Imperium zusammengebrochen ist, steht Starfleet vor
einem Problem. Denn weder sollen die ehemaligen Machthaber, zu denen
Si Cwan gehört, mit Waffen unterstützt werden, noch soll
die notwendige Erste Hilfe verweigert werden. Die Lösung: Man
schickt die USS Excalibur unter der Leitung eines fähigen
Captains in das Krisengebiet. Und der beste Kandidat ist M'k'n'zy -
der jetzt Mackenzie heißt. Dieser nimmt den Auftrag an. Soleta
wird jedoch von Si Cwan gezwungen, diesen an Bord der Excalibur zu
schmuggeln...
2) Ins Leere
Allmählich findet die Mannschaft des Schiffes
zueinander. Es gibt natürlich auch einige Exzentriker unter
ihnen, doch im Großen und Ganzen verträgt man sich. Pikant
ist nur, daß Mackenzie als ersten Offizier seine ehemalige
Geliebte Elizabeth Shelby eingestellt hat.
Die Excalibur stößt also allmählich in
die große Leere vor und kann auch prompt einem gestrandeten
Händler zu Hilfe kommen, der eine große Anzahl von
Flüchtlingen transportiert.
Währenddessen ist Si Cwan an Bord gekommen - was er
nicht weiß, ist, daß Mackenzie davon Kenntnis hat. Er
kennt die Mentalität des Thalloniers nur zu gut. Si Cwan wird
"entdeckt" und als Botschafter von Mackenzie akzeptiert, da niemand
die Verhältnisse im Sektor besser kennt als er. Zudem scheint Si
Cwan während seiner Amtszeit etlichen Bittstellern geholfen zu
haben.
Ein neuer Notruf erreicht die Excalibur - ein
Forschungsraumschiff, das Si Cwans Schwester an Bord hat. Mit einem
Runabout macht sich der Botschafter zusammen mit dem
Sicherheitsbeauftragten auf den Weg. Sie ahnen nicht, daß sie
in eine Falle laufen...
Zugegeben, der Rezensent ist hier etwas voreingenommen,
hat er doch zumindest den ersten Roman im Original gelesen - und war
von ihm begeistert. Und er kann in diesem Fall auch etwas zur
Übersetzung sagen. Doch dazu später.
Okay, es ist Star Trek - da ist ein Raumschiff nicht
allzu fern. Und die Ausgangssituation ist auch alles andere als
originell. Ein Raumschiff mit einer Mission in einem fremden
Quadranten - da denkt man doch unwillkürlich an die Voyager.
Doch damit sind die Ähnlichkeiten zwischen den Serien auch schon
erschöpft.
Peter David gelingt es, inmitten des Star
Trek-Universums eine eigene Handlungsebene zu entwickeln, vollkommen
losgelöst von den bisherigen Serien. Die Gastauftritte von Spock
und Picard sind dabei schon Tradition - der Rezensent erinnert an die
Pilotfolge von DS9 oder an einige NG-Episoden. Dabei trifft der Autor
sowohl Spock als auch Picard sehr genau. Sie verhalten sich genauso,
wie man es von ihnen gewohnt ist. Äußerst lebensecht
treten sie vor die Augen des Lesers - so und nicht anders sollten die
Figuren eigentlich in jedem Roman sein.
Auch der eigentliche Protagonist, Mackenzie - wie man
die andere Form des Namens ausspricht, bleibt der Phantasie des
Lesers überlassen - ist exzellent geschildert. Dabei hat er
sowohl Licht- als auch Schattenseiten; das wird vor allem bei seinem
Verhalten gegenüber Shelby deutlich. Die Vergangenheit hat ihm
übel mitgespielt.
Die Handlung ist sehr actionlastig, mit ruhigen
Momenten, aber doch zielstrebig und überaus flott und
temperamentvoll erzählt. Hier macht das Lesen einfach
Spaß.
Daß die Romane allesamt mit einem Cliffhanger
enden, liegt einfach daran, daß sie in den USA nach und nach
als Einzelbände erschienen sind. Vier Einzelbände ergeben
einen gesamten Roman - und auch Heyne hat sich daran gehalten, folgt
doch ein zweiter Teil nach.
Ein Lob an den Übersetzer - im Gegensatz zu den
Potter-Bänden hat er hier eine Glanzleistung abgeliefert. Na ja,
wenigstens beim ersten Teil. ;-) Aber auch sonst macht die
Übersetzung einen guten und gelungen Eindruck.
Fazit:
So macht Star Trek Spaß - ein sympathischer
Captain, eine interessante Crew. Und wenn man beim zweiten
Cliffhanger angelangt ist, ahnt man, daß die Handlung weit mehr
zu bieten hat als nur die üblichen Raumschlachten.
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