Im Tal des
Todes tickt die tödliche Mine vor sich hin. Navok weiß,
daß ihm nur wenig Zeit bleibt, um sich zu retten. Es gelingt
ihm mittels seiner telepathischen Fähigkeiten ganz knapp. Navok
nimmt die Spur Emrocs auf - er hat mit dem Sklavenhändler noch
ein Hühnchen zu rupfen.
Währenddessen wird Aruula in Plymeth auf dem
Frauenmarkt feilgeboten. Plötzlich entdeckt sie Navok in der
Menge - er hat ihr Schwert. Der Nosfera startet einen
Überraschungsangriff, und es gelingt ihm, Aruula zu befreien.
Gemeinsam verschwinden sie in den Seitenstraßen Plymeths.
Solan, ein Mitglied der Plymether Community, erkundet
unterdessen mit einem sogenannten Trabanten die Stadt. Bei den
Trabanten handelt es sich um Menschen, die durch einen Helm gelenkt
werden - sie entsprechen somit den Kolkraben der Londoner Community.
Der Trabant wird jedoch in ein Handgemenge verwickelt. Als Navok und
Aruula sich einmischen, wird er getötet. Und Aruula ist von dem
Helm so fasziniert, daß sie ihn aufsetzt. Nun steht sie unter
der Kontrolle Solans und greift Navok an. Halb betäubt bleibt
der Nosfera in einer Straßenecke liegen.
Aruulas Begabung ermöglicht ihr einen Kontakt zu
Solan. Er erklärt ihr, daß er unbedingt in ein
zerstörtes Labor der Community muß. Was genau dort
passiert ist, weiß er nicht. So schickt er Aruula in das Labor.
Dort wird sie von einer Taratze angegriffen. Es gelingt ihr, diese zu
töten. Die Erkenntnisse, die Solan von dem Rechner des Labors in
seinen eigenen überspielt, versetzen ihn in Erstaunen.
Offenbar hat die Professorin Pendragon versucht, den
Verstand von Menschen auf Taratzenkörper zu übertragen.
Allerdings scheint dabei etwas schiefgegangen zu sein. Solan holt
Aruula zu sich in die Community. Gerade, als diese sich den dortigen
Mitgliedern vorgestellt hat, gibt es Alarm. Die Taratze, die Aruula
getötet hat, war nämlich nicht die Professorin Pendragon,
sondern deren Lebensgefährte Mark.
Sie sinnt nun auf Rache. Navok, der sich unterdessen
erholt hat, ist Aruulas Spuren gefolgt und trifft auf Pendragon. Es
gelingt dem Mischwesen, die Community zu betreten - sie verseucht die
Luft mit Viren. Die Communitybewohner schicken Aruula in den Kampf
gegen die Taratze, haben jedoch keine Chance. Navok schließlich
kann die Taratze töten, doch nur Solan überlebt das
Massaker. Da er keine Chance mehr hat, entscheidet er sich, an der
Oberfläche zu sterben. Aruulas und Navoks Wege trennen sich.
Allmählich findet Brian Frost zu seinem Stil. Das
merkt man bei diesem Aruula-Soloabenteuer recht deutlich - vor allem,
wenn man ihn mit dem letzten Frost-Roman vergleicht.
Daß der Roman zu Beginn in die Vergangenheit
blendet und nochmals die Handlungsfäden vom Tal des Todes
aufgenommen werden, ist eine angenehme Überraschung. Auf dem
Bucon hat Brian ja seine Vorliebe für eher graue Gestalten
bekundet - da ist das Überleben des Nosfera Narvok eigentlich
keine Überraschung.
Man merkt auch ziemlich schnell, wo Brians Sympathien
liegen.
Obwohl es ein Aruula-Soloabenteuer ist - hmm, warum
fällt dem Rezensenten bei diesem Begriff immer nur ein
altbekanntes Rollenspiel ein? - tritt Aruula selbst nicht besonders
in Erscheinung. Gut, sie ist zwar immer präsent, aber so richtig
plastisch ist sie nicht. Es ist, als würde sie im Schatten der
Nebenfiguren stehen.
Dafür jedoch sind die Schilderungen der
Schauplätze exzellent, und vor allem, als Aruula im
zerstörten Labor auf Mark trifft, läuft einem eine
Gänsehaut über den Rücken.
Zudem sind auch die einleitenden Absätze zu der
Plymeth-Handlung plastisch geschrieben und lassen die Stadt vor dem
inneren Auge richtig aufleben.
Schon die letzten Romane ließen erkennen,
daß der rote Faden allmählich immer dichter wird. Da es
nur noch drei Hefte bis zu einem Mini-Zyklus sind - den der Rezensent
hier mal Meeraka-Zyklus taufen möchte, ein wenig vorschnell
vielleicht, aber da Matt und Aruula in Meeraka landen, eigentlich nur
logisch ;-) - werden die nächsten Romane wohl der Überfahrt
gewidmet sein. Mal abwarten, was uns Lesern da noch blüht.
Fazit:
So langsam findet Brian zu seinem Stil. Pluspunkte gibt
es für die Stadt- und Szenenbeschreibungen und für die
flüssig erzählte Handlung. Leider tritt Aruula für
einen Soloroman etwas zu sehr in den Hintergrund.
9 Punkte